Umsatzwachstum

Digitale Musikverkäufe steigen trotz illegaler Downloads

Noch immer wird in der Musikindustrie der größte Umsatz mit dem Verkauf von CDs und Vinyl gemacht, trotz illegaler Downloads. Und auch Musik-Streaming-Dienste werden immer populärer.
Von dpa / Jennifer Buchholz
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Die Beliebtheit von Musik-Streaming steigt stark anDie Beliebtheit von Musik-Streaming steigt stark an Irgendwie ist es überraschend: Die Menschen in Deutschland kaufen CDs. Und das, obwohl den Ton­trägern seit Jahren ein langsamer Tod vorhergesagt wird. Die Käufer haben davon offenbar nichts gehört. Sie geben weiterhin Millionen für die Musikscheiben aus. Zwei Drittel ihrer Umsätze macht die Musikbranche mit CDs und Vinyl. "Wir sehen, dass jeder Bereich seine Fans hat. Es ist eben nicht so, dass die oft tot gesagte CD nach zehn Jahren tot ist", sagt Florian Drücke, der Geschäfts­führer des Bundesverbands Musikindustrie.

Während die CD einen Großteil des Umsatzes ausmacht, kommt das Wachstum aus dem Online-Geschäft. Digitale Musik­verkäufe über das Netz in Deutschland stiegen 2013 um zwölf Prozent an [Link entfernt] , jeder vierte Euro wird mit Musik aus dem Internet verdient. "Das kann uns erst einmal freudig stimmen", sagt Drücke. Die Branche sieht darin auch einen Erfolg ihrer jahre­langen Kampagne gegen illegale Downloads.

Streaming-Dienste könnten Musik-Downloads ablösen

Doch es zeichnet sich schon der nächste Wandel ab. Statt Musik aus dem Internet auf den eigenen PC oder einen mobilen Musikplayer herunterzuladen, hören immer mehr Menschen die Lieder direkt im Netz. Der Umsatz mit Streaming-Diensten schoss - von einem niedrigen Niveau ausgehend - in die Höhe.

Bei den Streaming-Diensten wie Spotify zahlen Nutzer in der Regel eine feste Monats­gebühr und können dafür meist unbegrenzt Musik abspielen. Die Lieder sind allerdings nur gemietet. Läuft das Abo aus oder wird es gekündigt, sind auch die Songs weg. In den vergangenen Jahren drängten mehrere Anbieter auf den deutschen Markt.

Telekom beschließt erste Konsequenzen

Die Download-Portale, die selbst vor einigen Jahren die Industrie aufmischten, bekommen damit neue Konkurrenz. Die Deutsche Telekom kündigte diese Woche an, sich von ihrem Download-Dienst Musicload trennen zu wollen. Man führe "Gespräche mit potenziellen Interessenten" über einen möglichen Verkauf von Musicload und der Spieleseite Gamesload, erklärte eine Telekom-Sprecherin.

Musicload war der dritte große Anbieter am deutschen Markt, wurde allerdings von den US-Riesen Apple mit iTunes und Amazon überschattet. Doch auch die dürften die neue Konkurrenz zu spüren bekommen. In den USA, wo solche Entwicklungen oft schneller und heftiger ablaufen, sank die Zahl der Downloads zum ersten Mal seit zehn Jahren.

Die Telekom arbeitet bereits mit Spotify zusammen. Der Dienst ist in bestimmten Verträgen vom monatlichen Datenvolumen ausgenommen. Inzwischen mischen auch Google, Apple und Nokia im Streaming-Markt mit.

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