Multimedia

Von HDMI bis USB: So finden Sie das richtige Kabel

Ein gutes Multimedia-Kabel muss nicht teuer sein
Von Marie-Anne Winter mit Material von dpa

Wer Musik, Filme und Fernsehen liebt, für den hat die heutige Technik jede Menge wunderbarer Geräte im Angebot: Der Blu-ray-Player liefert gestochen scharfe Bilder auf den Fernseher, der fast so groß wie eine Kinoleinwand ist. Doch all die teure Technik hilft nichts, wenn die Verkabelung zwischen den Geräten nicht stimmt. In den Elektromärkten füllen Spezialkabel für Computer, Fernseher und andere Unterhaltungselektronik viele Regalmeter. Wie findet man in diesem Kabelsalat genau die Strippe, die man wirklich braucht? Und wie viel soll und darf sie kosten?

In der Regel reicht auch ein günstiges HDMI-Kabel. In der Regel reicht auch ein günstiges HDMI-Kabel.
Bild: Amazon
Besonders leicht fällt die Antwort bei modernen Fernsehern, Blu-ray-Playern oder Receivern. Diese unterstützen fast ausnahmslos den HDMI-Standard. Die passenden Kabel gibt es je nach Länge schon für wenige Euro - zumindest wenn man sie bei einem Internet-Händler kauft. Im Fachgeschäft und auch beim Elektronik-Discounter kosten diese Kabel häufig ein Mehrfaches von dem, was im Onlineshop verlangt wird. Und das, obwohl auch die günstigen Kabel in den allermeisten Fällen völlig ausreichen.

"HDMI sendet ein digitales Signal", erklärt Timo Dammes vom Lehrstuhl für Kommunikationstechnik an der Technischen Universität Dortmund. "Solange das Signal ankommt, hat die Qualität des Kabels keine Auswirkungen auf die Bildqualität." Das heißt: Bei kurzen Distanzen von weniger als fünf Metern darf es ruhig auch das günstigste HDMI-Kabel sein. Bei größeren Strecken kann es bei schlechter Verarbeitung allerdings einen Signalverlust geben - im schlimmsten Falle ist dann überhaupt nichts zu sehen.

Der neueste HDMI-Standard mit 3D-Unterstützung und anderen neuen Funktionen trägt die Kennung 1.4. Wer die neuesten Features nutzen will, sollte unbedingt auf kompatible Strippen achten. Damit wird die Verbindung auch zuverlässiger, wie Holger Biermann von der Zeitschrift Stereoplay erklärt: "Bei HDMI haben sich Geräte früher manchmal nicht gefunden. Seit Version 1.4 gibt es das Problem nicht mehr."

Analog oder digital?

Auch bei anderen Kabeln stellt sich die Grundsatzfrage: Analog oder digital? "Bei analogen Signalen hat das Kabel erhebliche Auswirkungen auf die Qualität, vor allem bei Videosignalen", erklärt Timo Dammes. Der Grund: Bildsignale haben eine viel höhere Frequenz als beispielsweise Tonsignale und müssen deshalb besser abgeschirmt werden. Zu den analogen Videokabeln zählen unter anderem sogenannte Composite-Verbindungen wie Scart-Kabel, die teils auch heute noch als Verbindung zwischen TV und Zuspielern genutzt werden. Viele Geräte unterstützen auch Komponenten-Kabel, erkennbar an "YPbPr"-Anschlüssen mit Farbcodierung.

Gute analoge Kabel erkennt man zum Beispiel an ihrer Dicke oder am Material der Kontakte, erklärt Dammes. "Manche Kabelanschlüsse sind etwa mit Gold überzogen, wodurch der elektrische Widerstand sinkt." So dringt mehr vom Signal durch, was unter anderem für weniger Bildfehler und klarere Farben sorgt. Ähnliche Effekte gibt es bei Audiokabeln, sagt Holger Biermann: "Bei Lautsprecherkabeln gibt es einen auch für Laien hörbaren Unterschied zwischen teuren und günstigen Modellen."

Auf der nächsten Seite erfahren Sie, worauf Sie bei Audio- und Computerkabeln achten sollten.

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