Auswahl

Multi-SIM-Angebote der Netzbetreiber

Mehrere Handys ohne lästigen Kartenwechsel nutzen

Multi-SIM bei E-Plus und BASE

Kunden von E-Plus und BASE können nur zwei Karten pro Rufnummer betreiben – nicht drei wie bei den großen Konkurrenten. Mit 15 Euro für die Zusatzkarte sind die einmaligen Gebühren äußerst günstig, dafür langt E-Plus bei der Monatsgebühr zu: 3 Euro kassiert der Netzbetreiber für seinen Service als kleines Extra.

E-Plus und BASE unterteilen in eine Haupt- und eine Zusatzkarte. Mit der Codeabfrage *130# und Senden lässt sich abfragen, welche Karte gerade welche Funktion hat, mit *131# und Senden wird die Hauptkarte bestimmt. Im Gegensatz zum Vodafone-Angebot können bei E-Plus beide Karten immer aktiv sein. Ist die Hauptkarte nicht eingeschaltet oder wird nicht abgehoben, werden Anrufe automatisch auf die Zusatzkarte umgeleitet. Der Anrufer bekommt davon nichts mit. Für den Empfang von SMS ist immer die Hauptkarte zuständig, versendet werden können sie aber von beiden SIMs.

Einige spezielle Dienste wie BlackBerry-Mails, Zusatz-Rufnummer für Fax oder Daten sowie Private Line sind nur mit der Hauptkarte nutzbar. Probleme kann es im Ausland geben: Da die SIM-Karten nicht gleich sind, sondern eigentlich unterschiedliche Rufnummern haben, gibt es Schwierigkeiten beim Abruf der Mailboxnachrichten mit der Zusatzkarte. Hierzu muss die Mailbox mit der vollständigen Rufnummer im internationalen Format angewählt werden, die Kurzwahl 9911 funktioniert nicht.

Multi-SIM bei o2

Beim kleinsten deutschen Netzbetreiber o2 gibt es überraschenderweise das spannendste Multi-SIM-Angebot. Für 25 Euro pro zusätzlicher Karte können o2-Kunden bis zu drei SIM-Karten pro Handynummer nutzen, Geschäftskunden erhalten sogar bis zu fünf SIMs. Kleiner Nachteil: Starten Sie ins Multi-SIM-Zeitalter, muss auch die bisherige Hauptkarte ausgetauscht werden. Dies erledigt o2 aber kostenlos.

o2-Multicard Die Multicard von o2
Bild: o2
Die o2-Multi-SIM lässt sich äußerst professionell programmieren. Dies kann entweder über Steuercodes wie bei anderen Netzbetreibern erledigt werden oder auch im passwortgeschützten Bereich "MeinO2" auf der Webseite von o2. Zu jeder SIM besteht die Möglichkeit, Prioritäten zu vergeben. Somit klingelt zum Beispiel immer nur das Haupthandy, auch wenn andere Geräte eingeschaltet sind. SMS werden entweder immer auf das Handy übertragen, das mit der höchsten Priorität versehen und zugleich eingeschaltet ist. Alternative: Über eine Codeeingabe kann das SMS-Handy auch manuell festgelegt werden.

Parallele Telefonate auf mehreren SIM-Karten sind allerdings nicht möglich. Dafür lassen sich Datendienste überall nutzen, ein eventuell gebuchtes Inklusivvolumen gilt dann für alle Karten zugleich. Ebenso können Sie Telefonieren und zur gleichen Zeit mit einem anderen Gerät im Internet surfen. Kleines Manko bei o2: Haben Sie automatische Prioritäten vergeben und schalten das Handy mit der höchsten Priorität aus, um nun das Handy Nummer 2 zu nutzen, kann für einige Minuten ein "Funkloch" entstehen. In dieser Zeit wandern eingehende Anrufe auf die Mailbox, bis das Netz mitbekommt, dass Handy Nummer 1 nun deaktiviert ist.

Stolperfallen und Tipps zum Thema Multi-SIM

Einzig o2 ermöglicht, die SIM-Karten auch über eine übersichtliche Oberfläche auf der Internetseite zu konfigurieren. Bei den anderen Netzbetreibern sind Sie auf Steuercodes angewiesen. Die gibt es zwar auch bei o2 fürs schnelle Umschalten, wenn gerade kein Computer in der Nähe ist – gebraucht wird dies aber selten. Daher unser Tipp: Führen Sie die wichtigsten Codes immer mit sich, zum Beispiel in der Geldbörse. Denn nichts ist ärgerlicher, als den passenden Code nicht parat zu haben und unterwegs nicht umschalten zu können, etwa wenn beim Haupthandy der Akku streikt.

Nicht alle Multi-SIMs lassen sich auch wirklich parallel nutzen – die Netzbetreiber unterscheiden sich teilweise sehr deutlich. Ärgerlich ist zum Beispiel, wenn nur ein abgehendes Gespräch möglich ist oder sich der SMS-Versand und -Empfang nicht frei konfigurieren lässt.

Multi-SIM-Angebote gibt es bisher nur bei den vier großen Netzbetreibern sowie bei den Service-Providern. Mobilfunk-Discounter bieten ihren Kunden diesen Service nicht, hier gibt es nur eine Karte pro Anschluss.

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