Behutsam

Mozilla will Werbung in Firefox doch testen

Mozilla kündigt an, mit Tests zur Einbindung von Werbung zu beginnen. Ursprünglich hatte die Meldung für einiges Aufsehen gesorgt. Wer betroffen ist, wo und für wie lange die Werbung künftig angezeigt werden wird, lesen Sie in diesem Artikel.

Das neue Design von Firefox Neues Firefox-Design
Screenshot: teltarif.de
Mitte Februar kündigte Mozilla an, Erstnutzern Werbung im Browser anzuzeigen. Diese sollte verschwinden, sobald Firefox genug Informationen über den Nutzer gesammelt hat und ihm in der Übersicht Seiten anzeigen kann, die er oft besucht. Der Aufschrei war entsprechend groß. Letztlich ist Mozilla ja eine Non-Profit-Organisation. In unserem ursprünglichen Artikel erklärten wir, warum das Unternehmen nach neuen Einnahme-Quellen suchen muss. Der Firefox-Vizepräsident Johnathan Nightingale hat nun in einem neuen Blog-Eintrag weitere Details zu den Plänen veröffentlicht.

Das neue Design von Firefox Neues Firefox-Design
Screenshot: teltarif.de
Er kündigte an, dass Mozilla nicht vorhabe, den Nutzer an den Meistbietenden zu verkaufen. Experimente mit gesponserten Anzeigen werde es aber geben. Diese sollen zunächst auf den Pre-Release-Kanälen eingeführt werden, über die die Organisation Alpha- beziehungsweise Beta-Versionen des Browsers anbietet. Mozilla will dabei möglichst plattformübergreifend arbeiten.

Nutzer-Feedback soll vor endgültiger Entscheidung berücksichtigt werden

Nightingale weist in dem Blog-Eintrag erneut darauf hin, dass die Werbung in einem neuen Browser-Tab nur solange angezeigt wird, wie der Browser noch keine Vorschläge für den Nutzer gesammelt hat. Wie damals angekündigt, sollen in den Tabs aber nicht nur Werbung angezeigt werden, sondern auch nützliche Seiten aus dem Mozilla-Universum. Neben der genauen Abstimmung präsentierter Seiten will das Team auch mit dem Layout herumprobieren.

Wer jetzt befürchtet, dass der eigene Browser bald von Werbung betroffen ist, für den gibt es aber gute Nachrichten. Solange keine Pre-Release-Version genutzt wird, ist der eigene Browser nicht betroffen. Mozilla will zunächst in kleinerem Kreis testen und herausfinden, was die Nutzer gut finden und was sie deaktivieren. Nightingale betont, dass man an der Werbung, die während des Tests angezeigt werden wird, noch nichts verdienen würde. Das sei erst der nächste Schritt. Zunächst wollen man die Gemeinschaft nach Abschluss der Tests darüber informieren, was man gelernt habe. Dabei soll auch mögliche Kritik der Nutzer in Betracht gezogen werden.

Was genau heißt eigentliche Werbung?

Nachdem der originale Eintrag zu der geplanten Einführung in der Gemeinschaft nicht sonderlich gut aufgenommen wurde - viele Kommentatoren hatten sich über die komplizierte Umschreibung der Maßnahmen beschwert - veröffentlichte Mozilla einen neuen Eintrag, in dem auch näher beschrieben wurde, welche Werbung künftig angezeigt werden würde.

Beispielsweise würden Geodaten und IP-Adressen genutzt werden, um relevante Werbung anzeigen zu können, der Nutzer würde aber nicht verfolgt werden. Die Werbung würde zudem deutlich gekennzeichnet. Wie oben bereits angedeutet, soll die Werbung auch nach einiger Zeit verschwinden. Sie soll nach und nach durch relevante Internetseiten ersetzt werden. Welche das sind, bestimmt der so genannte "Frecency"-Algorithmus. Gefüllt werden die Kacheln mit Seiten, die der Nutzer vor Kurzem besucht hat und häufig frequentiert. Dazu braucht der Algorithmus nach Mozilla-Informationen etwa 30 Tage.

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