Konzept

Motorola-Konzept von 2011 aufgetaucht

Jeder Hersteller arbeitet an den verschiedensten Geräten und manchmal werden diese nie Realität. In einigen Fällen heißt es "leider", wie im Fall eines Motorola-Konzeptes von 2011.
Von Stefan Kirchner
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Motorola-Konzept eines Gamer-SmartphonesMotorola-Konzept eines Gamer-Smartphones 2011 war Motorola mit den Milestone-Modellen noch einer der erfolgreichen Hersteller für Android-Smartphones. Damals hatte sich die Smartphone-Sparte selbstständig gemacht als Motorola Mobility und arbeitete an den verschiedensten Konzepten. Eines davon zielte direkt auf mobile Spieler ab und kann in gewisser Weise als Konkurrent für das Sony-Ericsson Xperia Play betrachtet werden.

Designer Ye Xu hat in Zusammenarbeit mit Sung Kyun Bai, dem Chef-Designer des Motorola Atrix 2, das folgende Konzept entwickelt und auf der Designer-Plattform behance veröffentlicht. Es lässt sich bereits die spätere Handschrift aus der Droid-RAZR-Serie erkennen, die sich durch ein kantiges Design und dem "Kamerabuckel" über die gesamte Gerätebreite auszeichnet. Ob das Gehäuse auch schon aus Kevlar bestanden hätte, ist nicht überliefert. Auf den Konzeptentwürfen sieht es mehr nach einem Metallgehäuse mit matter Oberfläche aus.

Warum Motorola die Entwicklung des Gerätes gestoppt hat, ist nicht bekannt. Vielleicht hat der mäßige Erfolg des Xperia Play von Sony-Ericsson den Optimismus der Verantwortlichen bei Motorola erheblich gedämpft, sodass sie lieber vorzeitig die Reißleine gezogen haben, bevor es ebenfalls zu einem Flop geworden wäre. Wenn, dann könnten lediglich die führenden Manager des damaligen Motorola Mobility darüber Auskunft geben. Rick Osterloh als eines der bekanntesten Gesichter des damaligen Unternehmens wird es wohl kaum sein: Er verließ Motorola bereits 2010.

Innovatives Design vor seiner Zeit

Auffallend sind insbesondere die seitlichen Tasten, die so angeordnet sind, dass sie sich nahezu perfekt als programmierbare Schultertasten eignen würden. Es wäre durchaus denkbar, dass Motorola eine solche Funktion für das Betriebssystem vorgesehen hat.

Motorola-Konzept eines Gamer-Smartphones von 2011
Motorola-Konzept eines Gamer-Smartphones von 2011
Spannend ist, dass auf der Rückseite schon damals Stereo-Lautsprecher verbaut sind. Damit würde während des Spielens ordentlicher Sound aus dem Motorola-Smartphone kommen. Zwischen den Lautsprechern ist die Kamera mit LED-Blitzlicht platziert. Durch den angedeuteten Buckel für Kamera und Lautsprecher hat das Konzept eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Motorola RAZR, wobei die Farbgebung sogar ein bisschen an die späteren Vibe-Modelle von Lenovo erinnert.
Motorola-Konzept eines Gamer-Smartphones von 2011
Stereo-Lautsprecher auf der auffälligen Rückseite
Irritierend ist nur das Logo "3D" links neben der ausklappbaren zusätzlichen Frontkamera. Vermutlich deutet dies nur auf einen 3D-Stereo-Sound hin und nicht auf eine 3D-Kamera, wie sie in den Modellen LG Optimus 3D oder HTC Evo 3D verbaut wurde. Zumindest lässt sich keine zweite Kamera-Linse erkennen.

Damals aktuelle Technik

Da das Konzept des Gerätes bereits um 2011 herum entstand, lässt sich heute nicht mehr viel zur technischen Ausstattung sagen. Allerdings waren die OMAP-Prozessoren zur damaligen Zeit nicht gerade Leistungswunder, sodass ein NVIDIA-Chip am wahrscheinlichsten gewesen wäre. Aufgrund der damaligen Geräte wie Droid RAZR, den Xoom-Tablets oder dem MotoACTV, wären die Zwei-Kern-Chips OMAP44xx von Texas Instruments oder ein Tegra 2 von NVIDIA in der näheren Auswahl. Ein NVIDIA Tegra 3 wäre alleine schon wegen der späten Markteinführung Ende 2012 nicht in der engeren Auswahl gewesen.

Da erst 2012 mit dem Samsung Galaxy S3 LTE die ersten Android-Smartphones mit 2 GB RAM erschienen, darf man von 1 GB RAM für das Motorola Gamer-Smartphone ausgehen. Für das Display wäre ein IPS-Panel mit 540 mal 960 Pixel wahrscheinlich, zusammen mit einer 8 Megapixel auflösenden Kamera auf der Rückseite. Als Betriebssystem war Android 2.3 Gingerbread aktuell. Das Mitte Oktober 2011 vorgestellte Android 4.0 Ice Cream Sandwich hätte es hingegen wohl kaum werden können.

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