Schlauer Bildschirm

Motorola-Patent beschreibt Handy mit selbstheilendem Display

Motorola Mobility LCC hat in einem Patent eine Methode beschrieben, wie sich ein Smartphone-Display selbst wiederherstellen kann. Der Bildschirm besteht aus Formgedächtnispolymer.
Von Andre Reinhardt
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Dass Motorola sich um das empfindlichste Bauteil eines Smartphones – den Bildschirm – sorgt, und entsprechende Lösungen ausarbeitet, veranschaulicht ein jüngst veröffentlichtes Patent. In diesem Dokument wird ein Display beschrieben, das sich selbst heilt. Dafür soll ein Material namens Formgedächtnispolymer (FGP), im Englischen shape-memory polymer (SMP) genannt, sorgen. Dieser spezielle Kunststoff ist dazu in der Lage, Verformungen auszubessern, sobald es erhitzt wird. Dadurch könnten Kratzer in der Anzeige repariert werden.

Plant Motorola ein Smartphone mit selbstreparierendem Bildschirm?

Eine Skizze eines Smartphones mit FGP-DisplayEine Skizze eines Smartphones mit FGP-Display Am 4. Februar 2016 reichte Motorola Mobility LLC ein Patent bei der US-amerikanischen Patentbehörde USPTO ein, das sich um eine „Methode und Gerät für das Erkennen von Schäden an der Faszie und der Reparatur derselben“ dreht. Vor rund einer Woche wurde dieses Dokument veröffentlicht und kürzlich von der Technik-Webseite The Verge entdeckt. Bei der aufgeführten Faszie (Bindegewebe) handelt es sich um den Kunststoff Form­gedächtnis­polymer. Auf dem Deckblatt des Patents US 2017/0228094 A1 wird ein elektronisches Gerät beschrieben, das mit einem Bildschirm bestehend aus diesem Material ausgestattet ist. Ein oder mehrere thermische Elemente können in den Screen oder daneben integriert werden. Diese Sensoren entdecken dann etwaige Schäden und leiten die Informationen an einen oder mehrere Prozessoren weiter. Ein solcher Chip soll daraufhin dem Material an der verformten Stelle Hitze zuführen. Das FGP würde schließlich zumindest einen Teil der Verformung umkehren.

Woher kommt die Hitze für diesen Prozess?

Smartphones produzieren selbst eine nicht unerhebliche Menge an Abwärme, diese könnte direkt zur Reparatur von einem auf dem Formgedächtnispolymer basierenden Display genutzt werden. Auch die Körperwärme des Anwenders oder ein Anschließen an das Stromnetz sind für eine Ausbesserung der Schäden denkbar. Motorola malt sich sogar eine App in den Dokumenten aus, die dem Mobilgerät mitteilen soll, wo es mit der Ausbesserung der Kratzer beginnen muss.

Selbstheilende Smartphones gab es bereits

Zwar wurde bislang noch kein Handy mit FGP-Display veröffentlicht, der südkoreanische Hersteller LG versuchte sich allerdings in der Vergangenheit bereits mehrmals an der Selbstheilung von Smartphones. Sowohl das LG G Flex wie auch das LG G Flex 2 verfügen über eine Rückseite mit spezieller Nanobeschichtung, die zumindest feine Kratzer zum Teil beheben kann.

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