Smartwatch

Moto 360 im Dauertest: Außen hui, Innen naja

In unserem Langzeittest muss die Moto 360 beweisen, dass sie im Alltag eine echte Hilfe ist. Dabei zeigt sich zum Beispiel, dass das runde Display zwar schick aussieht, aber in einigen Fällen ein Problem für die Lesbarkeit von Informationen ist. Wie lange der Akku der Uhr durchhält, erfahren Sie in unserem Testbericht.
Von Hans-Georg Kluge

Die heißerwartete Smartwatch Moto 360 musste sich im teltarif.de-Test im Alltag bewähren. Über mehrere Tage war uns die Smartwatch ein ständiger Begleiter. In unserem Testbericht erfahren Sie, ob uns die Moto 360 nachhaltig beeindrucken konnte.

Motorola Moto 360

Zur Erinnerung: Im Test der LG G Watch monierten wir beispielsweise den technischen Look der Smartwatch. Auch mit den Apps und Anwendungen waren wir nicht allzu glücklich. Außerdem ließ sich die G Watch nicht ohne die Ladestation anschalten.

Zeigt die Moto 360, dass Android-Wear-Smartwatches doch überzeugen können?

Design, Haptik und Gehäuse der Moto 360

Der runde Stahlrahmen dominiert das Design der Moto 360 und setzt die Smartwatch hübsch in Szene. Das Displayglas ist seitlich schräg abgeschliffen. Die äußeren Pixel sind deswegen zweifach zu sehen - ein manchmal etwas störender Effekt. Robust ist die Smartwatch allerdings. Eine durchsichtige Plastikabdeckung bedeckt die Rückseite, was ein angenehmes Tragegefühl ergibt.

Die Moto 360 im teltarif.de-Test Die Moto 360 im teltarif.de-Test
Bild: teltarif.de
Für schmalere Handgelenke ist die Moto 360 wegen ihrer Größe eher nicht geeignet. Außerdem ist sie ziemlich hoch - knapp einen Zentimeter trägt sie auf. Das verursachte bei Hemden einige Probleme, wir hätten sie uns deswegen etwas flacher gewünscht.

Armband: Austauschbar, mitgeliefertes ist nicht hochwertig

Wir konnten die Moto 360 zur IFA auf der Deutschland-Premiere bereits unter die Lupe nehmen. Bei dieser Veranstaltung zeigte Motorola die Smartwatch mit unter­schied­lichen Armbändern, die uns zum Teil deutlich besser gefielen als das mitgelieferte Armband unseres Testexemplars. Das Armband unseres Testgeräts war recht steif und knirschte. Nach einigen Tagen im Gebrauch zeigten sich Benutzungsspuren: Einzelne Schichten des Materials lösten sich voneinander und warfen Blasen. Das graue Armband des Demogeräts zur IFA war deutlich geschmeidiger und fühlte sich eher nach Rauhleder an.

Das Armband der Moto 360 wirkt nicht sehr hochwertig. Das Armband der Moto 360 wirkt nicht sehr hochwertig.
Bild: teltarif.de
Allerdings scheint es sich um den gleichen Hersteller zu handeln (Horween Leather) - möglicherweise wandeln sich die Materialeigenschaften während des Gebrauchs etwas. Denkbar ist hingegen auch, dass zur IFA-Vorführung ein hochwertigeres Armband präsentiert wurde. Immerhin kann der Besitzer das Armband gegen ein gefälligeres austauschen.

Display: Rund ist nicht immer besser

Die Moto 360 ist die zweite Android-Wear-Smartwatch mit rundem Display. Im Vergleich mit der LG G Watch R punktet Motorolas Uhr mit dem schöneren und edleren Design. Die G Watch R hingegen zeigt ein vollständig rundes Bild an. Bei Motorolas Smartwatch ist am unteren Displayrand ein kleiner Bereich abgeschnitten.

teltarif.de auf der Moto 360: Das runde Display lädt nicht zum langen Lesen ein. teltarif.de auf der Moto 360: Das runde Display lädt nicht zum langen Lesen ein.
Bild: teltarif.de
Smartwatches mit Android Wear setzen üblicherweise auf einfache LCD-Displays - so auch die Moto 360. Nachteilig ist dies in puncto Hintergrund­beleuchtung, die stets ein Akkufresser ist. Deswegen regelt Motorola die Helligkeit runter. Aufgrund des spiegelnden Displayglases lassen sich Informationen im Standby-Modus nur schlecht ablesen - das betrifft vor allem die Uhrzeit. Hier wäre ein AMOLED-Display möglicherweise vorteilhaft gewesen.

Was wäre eine Uhr, die die Zeit nicht anzeigt? Richtig: Keine Uhr. Die Moto 360 zeigt auf ihrem Display die Uhrzeit an - allerdings ist es oft abgedunkelt oder gar ausgeschaltet, um den Akku zu schonen. Schüttelten wir ein wenig das Handgelenk, so schaltete sich die Beleuchtung der Uhr an und wir konnten die Uhrzeit ablesen.

Android Wear: Viele Funktionen, aber immer noch Spielerei

Das Smartwatch-OS Android Wear von Google sieht auf allen aktuellen Uhren der Hersteller praktisch identisch aus. Einzig das Design der Uhranzeige ist unter­schied­lich. Insofern leidet auch die Moto 360 unter den bekannten Problemen. Android Wear konzentriert sich nach wie vor auf die Verwaltung von Benachrichtigungen. Einige Apps bieten zusätzliche, spezielle Funktionen.

Eine Kalender-Benachrichtigung auf der Moto 360. Eine Kalender-Benachrichtigung auf der Moto 360.
Bild: teltarif.de
Apps lassen sich über den Play Store auf dem verbundenen Smart­phone installieren. Es gibt inzwischen eine ganze Reihe zusätzlicher Apps, die der Smartwatch neue Funktionen beibringen. Um eine App auf der Moto 360 zu starten, mussten wir nun nach unten wischen und im dann erscheinenden Menü ganz nach unten scrollen und dann im Unterpunkt "Starten" die App auswählen - umständlich. An der Menü-Struktur ist zu sehen, dass Google die Oberfläche vor allem für Apps optimiert hat, die der Interaktion mit Benachrichtigungen dienen. Hilfreich ist der Wear Mini Launcher, der über eine Wischgeste vom rechten Rand her zu öffnen ist. Über diesen Launcher konnten wir alle installierten Anwendungen auf der Smartwatch starten.

Wir installierten beispielsweise einen Browser fürs Handgelenk. Der stellte für mobile Geräte optimierte Webseiten anstandslos dar - hier zeigte sich aber auch der Nachteil des runden Displays. Denn an den Ecken ist naturgemäß keine Anzeige möglich. Die volle Breite des Bildschirms ist nur in der Mitte nutzbar. Mit mehreren Apps war die Smartwatch dann ganz praktisch - Spiele, Browser, Kalender, Taschenrechner und vieles mehr sind verfügbar. Den ganz großen Mehrwert brachten die Apps aber letztlich nicht.

Auf der zweiten Seite unseres Tests erfahren Sie, wie sich der Akku schlägt und welche Erfahrungen wir in der Praxis mit der Moto 360 machten.

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