SMS

Hintergrund: So funktioniert das SMS-Versenden

Lesen Sie, was passiert, wenn Sie eine SMS verschi­cken oder aber eine solche Kurz­nach­richt empfangen.
Von Thorsten Neuhetzki /

Die älteste Form der Nachrichtenübermittlung per Text im Mobilfunk ist die SMS. Sie funktioniert auch anbieterübergreifend. Die älteste Form der Nachrichtenübermittlung per Text im Mobilfunk ist die SMS. Sie funktioniert auch anbieterübergreifend.
Foto: teltarif.de
Bekannt­lich lässt sich mit einem Handy nicht nur tele­fonieren. SMS-Nach­richten - diese Abkür­zung steht für Short Message Service - erfreuen sich bei vielen Nutzern immer noch großer Beliebt­heit. Und das nicht nur zu Silvester. Dabei ist die SMS eigent­lich ein Abfall­produkt des Mobil­funk­stan­dards, das sich lange Zeit zu einem alltäg­lichen Kommu­nika­tions­mittel entwi­ckelt hat. Mit dem Aufkommen der OTT (Over The Top) Messenger - das bekann­teste Beispiel ist WhatsApp - ist die Menge der verschickten SMS-Nach­richten stark zurück­gegangen.

Die älteste Form der Nachrichtenübermittlung per Text im Mobilfunk ist die SMS. Sie funktioniert auch anbieterübergreifend. Die älteste Form der Nachrichtenübermittlung per Text im Mobilfunk ist die SMS. Sie funktioniert auch anbieterübergreifend.
Foto: teltarif.de
SMS werden heute gerne zur Authen­tifi­zierung verwendet, beispiels­weise bei einem Login oder Bank­über­weisung mit SMS-TAN oder einer andern Aktion, wo man sicher gehen möchte, dass der rich­tige Nutzer gemeint und berech­tigt ist.

Doch so selbst­verständlich die SMS war oder noch ist, so komplex ist dennoch der Ablauf im Mobil­funk­netz, damit eine SMS vom Absender zum Empfänger kommt.

Vom Handy zur Basis­station

Eine SMS nimmt, vom Handy abge­schickt, zunächst einmal die gleiche Strecke wie ein Tele­fonat. Über die von der Tele­fonie bekannten Netz­elemente wie Sende­mast und Base Station Controller (BSC) wird eine SMS an das SMS-Center des eigenen Netz­betrei­bers geleitet. Das SMS-Center des eigenen Netz­betrei­bers ist auch dann für den Kunden zuständig, wenn dieser sich im Ausland aufhält. Unterm Strich ist nur der Weg über die auslän­dischen Netze bis zum SMS-Center länger.

Beim SMS-Center handelt es sich um so etwas wie eine Vermitt­lungs­stelle für die SMS. Es fordert beim HLR die Infor­mation an, wohin genau die SMS geschickt werden soll und leitet diese schließ­lich dann an das Mobile Swit­ching Center weiter, das den Empfänger aktuell bedient.

Von dieser Vermitt­lungs­stelle aus erfolgt dann ein Ausruf des gesuchten Handys über mehrere Sende­masten, den soge­nannten LAC-Bereich. Dieses Vorgehen ist im Hinter­grund-Artikel zu Tele­fonieren im Mobil­funk ausführ­licher erklärt. Wie bei einem ankom­menden Anruf wird das Handy des Kunden inner­halb des LAC-Berei­ches ausge­rufen. Das Handy meldet sich zurück, authen­tifi­ziert sich und bekommt die SMS zuge­stellt. Ist der Kunde nicht erreichbar, spei­chert das SMS-Center die SMS ab. Da sich das Home Loca­tion Register (HLR) gemerkt hat, dass noch eine nicht zuge­stellte SMS vorliegt, wird das SMS-Center benach­rich­tigt, sobald der Kunde wieder im Netz verfügbar ist. Die Zustel­lung wird dann erneut versucht.

Die Abrech­nung: Unter­schiede zwischen Prepaid und Post­paid

Bei Prepaid-Karten wird im Moment des SMS-Versandes die Rech­nungs­infor­mation erstellt. Dabei stellt die Vermitt­lungs­stelle im HLR fest, dass der Kunde auf Prepaid-Basis tele­foniert. In den entspre­chenden Abrechnungs­systemen wird dann das Gutha­benkonto über­prüft und berechnet, wie viel das Gespräch bzw. die SMS kosten wird. Bei einer SMS ist dieses recht einfach, da sie eine abge­schlos­sene Nach­richt ist. Somit benö­tigt die Vermitt­lungs­stelle bzw. das SMS-Center nur die Infor­mation "darf gesendet werden" oder nicht. Bei Vertrags­kunden wird im Rech­nungs­system ein Eintrag hinter­legt, dass und wohin die SMS versendet wurde. Im Rech­nungs­lauf wird dieser Eintrag dann ausge­lesen.

Sollte der Kunde eine SMS-Flat­rate haben, werden die entstan­denen Daten­sätze verworfen.

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