Netzarchitektur

Die Netzarchitektur eines Mobilfunknetzes

Ein Mobilfunknetz besteht aus weit mehr Technik als nur den Sendemasten. Wir erklären Ihnen den Aufbau eines Mobilfunknetzes.
Von Thorsten Neuhetzki /
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Ab nun muss in klassischen 2G/3G-Netzen unterschieden werden, ob es sich bei der Verbindung um eine klassische Sprach- oder aber eine Daten­verbindung handelt, da die Daten einen anderen Verlauf nehmen als die Sprach­leitungen. Im Fall von o2 gibt es einen weiteren Unterschied: Der Münchener Netz­betreiber hat sein Netz vor geraumer Zeit auf All-IP umgestellt. Das bedeutet, dass auf Netzebene ausschließlich IP-Daten verschickt werden, die eine in einigen Punkten andere Netzarchitektur voraussetzen.

Die Netzwerk-Überwachung von o2 in MünchenDie Netzwerk-Überwachung von o2 in München Klassischer Weise gehen Telefonate vom BSC bzw. RNC weiter in das Mobile Switching Center (MSC), dieses ist die Vermittlungsstelle im Mobilfunk­netz. Die MSC verwaltet die Anrufe, kümmert sich um die Berechtigungen und routet die Telefonate. Allerdings: Nicht alle Aufgaben übernimmt das MSC auch selbst. Es werden weitere Netzelemente wie das HLR (Home Location Register) oder der VLR (Visitor Location Register) benötigt. Mehr zur Bedeutung des HLR können Sie in einem weiteren Ratgeber nachlesen. Das MSC vermittelt die Gespräche netzintern zu anderen MSC oder aber übergibt sie an Gateway-MSC (GMSC), die die Schnitt­stellen zu anderen Mobilfunk­netzen oder Festnetzanschlüssen im In- und Ausland haben. An dieser Stelle verlassen die Telefonate dann die Netze des jeweiligen Mobilfunkanbieters.

o2 setzt im Core-Netz Media Gateways und MSC-Server ein. Dabei sind die Media Gateways für die Weiterleitung der Nutzinformationen (im wesentlichen Sprache) des Teilnehmers zuständig, während die Signalisierung und die Kontrolle des Rufaufbaus durch den MSC-Server durchgeführt wird. Aufgrund dieser neuen Architektur kann die komplette Signalisierung (SIGTRAN) über IP verwendet werden, so das es sich um ein IP-basiertes Core-Netz handelt.

Micro- und Picozellen werden über diese BTS versorgtZahlreiche unterschiedliche Bauformen kleiner BTS. Sie sind für die Indoor-Versorgung oder die Anbindung von Micro- bzw. Picozellen geeignet. Eine Datenverbindung wird in beiden Netzarchitekturen über einen SGSN (Serving GPRS Support Node) aufgebaut. Er hat im Datenverkehr grundlegend die gleichen Aufgaben wie das MSC, kümmert sich also indirekt um die Autori­sierung des Kunden, routet Daten­pakete vom Kunden weiter und stellt ankommende Daten­pakete an den Kunden zu. Ein SGSN hat keine direkte Anbindung ans Internet. Daten, die das Mobilfunk­netz verlassen sollen, müssen über ein GGSN (eine entsprechende Gateway-Variante) an das Internet übergeben werden.

Alle Ratgeber zum Aufbau eines Mobilfunknetzes

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