Globalstar

Satellitentelefon: Globalstar - mit Regionalprovidern

Globalstar bietet Satelliten-Telefonie in Europa, Amerika, Australien und vielen Teilen Asiens an. Eine Besonder­heit sind die Roaming-Ab­kommen mit zahl­reichen Mobil­funk-Anbietern, so dass Nutzer keine direkten Kunden von Global­star sein müssen, um über die Satel­liten von Globalstar tele­fonieren zu können.
Von Lars Hessling
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Der Satelliten-Telefonie-Anbieter Globalstar wurde 1998 gegründet und ging ur­sprüng­lich mit knapp 50 Satelliten in niedrigen Umlauf­bahnen ins Rennen. Nachdem an zahl­reichen Satelliten Defekte ent­deckt wurden, verfolgt das ameri­kanische Unter­nehmen nunmehr die Absicht, eine neue Satelliten-Konstel­lation mit lediglich 32 Satelliten auf­zubauen.

Globalstar bietet seine Dienste nur in bestimmten Regionen an, denn die Satelliten des Unter­nehmens kommunizieren nicht direkt untereinander, sondern vermittelt über Boden­stationen. Deshalb muss sich ein Satellit gleichzeitig sowohl in Sicht­weite des genutzten Gerätes als auch einer Boden­station befinden, damit eine stabile Verbindung gewährleistet werden kann. Gebiete, in denen sich keine solche Basisstation befindet, deckt das System nicht ab. Dazu gehören beispiels­weise der größte Teil Afrikas sowie Indien, Teile Ozeaniens und die Polar­regionen.

Ein Vorteil von Globalstar besteht darin, dass Kunden von Telekom und Vodafone in vielen Ländern Satelliten-Roaming über das Netz von Global­star nutzen können, indem sie ihre SIM-Karte in ein kompa­tibles Dual-Mode-Telefon für GSM- und Satelliten-Telefonie ein­setzen. Ein Vertrag oder eine Prepaid­karte von Global­star sind in diesem Fall nicht not­wendig. Allerdings ist Satelliten-Roaming kein preisgünstiges Vergnügen: Gesprächs­kosten von 2 bis 4 Euro pro Minute sind in vielen Regionen üblich.

Technische Probleme im All

Netzabdeckungskarte Globalstar Netzabdeckungskarte von Globalstar Im Jahr 2007 stellte Global­star fest, dass die Leistung der Ver­stärker in den Satel­liten stark gesunken war. Verursacht wurde dies höchst­wahr­schein­lich durch die kosmische Strahlung - auf der Höhe der Umlauf­bahn von etwa 1400 km ist diese durch das Magnet­feld der Erde (Van-Allen-Gürtel) besonders stark. Global­star schickte noch im selben Jahr acht Reserve­satelliten ins All, seitdem werden Sprach­dienste wieder etwas zuverlässiger geliefert. Zusätz­lich hat der Anbieter auf seiner Home­page ein Tool veröffent­licht, das den optimalen Zeitpunkt sowie die maximal mögliche Dauer eines Telefonats berechnet.

Die Zukunft von Globalstar

Global­star ist nach wie vor mit dem Aufbau seines Satelliten-Netzwerks der zweiten Generation beschäftigt. Doch selbst mit der Einführung neuer Satelliten ist keine Änderung des Systems vorgesehen, das (wie bereits beschrieben) auf der Vermittlung über Boden­stationen basiert, die sich in Sicht­weite befinden müssen. Das Unter­nehmen plant somit auch für die zweite Generation keine Kommuni­kation über mehrere Satelliten hinweg. Statt­dessen will der Anbieter die Anzahl der Boden­stationen erhöhen und so für eine bessere Netz­abdeckung sorgen. Im Vergleich mit anderen Satel­liten-Telefonie-Anbietern ist die ein­geschränkte Netz­abdeckung ein Nachteil. In einigen Regionen mit guter Netz­abdeckung kann sich die Nutzung des Global­star-­Satelliten­netzes aufgrund der niedrigeren Kosten hingegen lohnen.

Neben technischen Defekten plagen Globalstar auch seit Jahren finanzielle Probleme. Zeitweise war das Unter­nehmen nicht in der Lage, die Zinsen für von ihm ausgegebene Unter­nehmens­anleihen zu zahlen. Da die Aussichten auf ein profitables Geschäft mit Satelliten-Telefonie für Globalstar nicht besonders rosig erscheinen, hat das Unter­nehmen im Jahr 2012 einen Antrag bei der US-amerikanischen Re­gu­lie­rungs­behörde FCC gestellt, um sein lizenziertes Frequenz­spektrum auch für terres­trische Zwecke wie den Betrieb in WLAN-Hot­spots ver­wenden zu können.

Auf der folgenden Seite geben wir Ihnen detaillierte Informationen über den Satelliten-Betreiber Iridium, die Kondi­tionen von Global­star und den anderen Satelliten­netzen haben wir für Sie auf einer Übersichts­seite zusammen­gestellt.

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