Guthabengültigkeit

Prepaid-Guthaben darf nicht verfallen

Wer Guthaben für seine Prepaid-Karte gekauft hat, kann nach Vertragsende einen Anspruch auf Rückzahlung geltend machen. Anders verhält es sich unter Umständen bei Startguthaben und anderem Bonus-Guthaben.
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Prepaid-Guthaben darf nicht verfallenPrepaid-Guthaben darf nicht verfallen Vom Kunden bezahltes Prepaid-Gut­haben verfällt nicht. Das hat der Bundes­gerichts­hof im Jahr 2011 in einem Grund­satz­verfahren des Bundes­ver­bands der Ver­brau­cher­zentra­len und Ver­brau­cher­ver­bände (vzbv) gegen E-Plus ent­schie­den. Zuvor hatten die Verbraucher­zentralen bereits im Jahr 2006 ähn­lich lautende Ur­teile gegen o2 und Vodafone er­wirkt, die jedoch keine un­mit­tel­bare Wir­kung auf die Gültig­keit ent­sprechen­der Klau­seln in den AGB der anderen Prepaid-Anbieter hatten.

Wichtig: Die Ent­scheidung des BGH bezieht sich jedoch nur auf Guthaben, das der Kunde zuvor auf sein Prepaid-Konto ein­gezahlt hat, etwa durch den Kauf eines Vouchers oder durch eine Über­weisung vom Giro­konto. Hier sehen die Gerichte eine un­angemes­sene Benach­teiligung des Kunden, wenn der Prepaid-Anbieter das vom Kunden ein­gezahlte Geld ohne Gegen­leistung einbehalten würde.

Prepaid-Karte oft nicht unbegrenzt nutzbar - Aktivitätszeitraum beachten

Seitdem die Recht­sprechung klar­gestellt hat, dass Prepaid-Anbieter die Gültig­keits­dauer für Prepaid-Gut­haben nicht be­grenzen dürfen, haben einige Provider so­genannte Ak­tivitäts­zeit­räume in ihren Ge­schäfts­bedingungen definiert: Nach einer gewissen Zeit ohne Gut­haben-Auf­ladung oder Ak­tivitäten, die Gut­haben ver­brauchen, wird die SIM-Karte de­akti­viert.

Einige An­bieter schließen die Re-Aktivierung prinzipiell aus und kündigen dem Prepaid-Kunden auch bald nach der Deaktivierung. Verpasst der Prepaid-Nutzer den Ablauf des Aktivitäts­zeit­raums, dann kann es passieren, dass der Provider seine Handy­nummer bereits wieder an einen anderen Kunden ver­geben hat.

Wer seine Prepaid-Karte nur selten nutzt oder gar als Reserve für Not­fälle in der Schub­lade auf­bewahrt, sollte daher darauf achten, von Zeit zu Zeit einen aus­gehenden Anruf zu tätigen beziehungsweise neues Gut­haben auf­zuladen. Auf welche Zeitspanne die Aktivitäts­zeit­räume bei den verschiedenen Prepaid-Anbietern festgelegt sind, können Sie in den Tarif-Tabellen für Prepaid-Tarife bei den Netzbetreibern und für die Tarife der Prepaid-Discounter nachschlagen.

Guthaben kann trotzdem verloren gehen - durch Verjährung

Prepaid-Anbieter müssen zwar das Gut­haben nach Vertrags­ende auf Anfrage zurück­zahlen, aber der Anspruch auf Rück­erstattung gilt nicht un­be­grenzt. Der Mobil­funk-Anbieter kann nach einigen Jahren mit Verweis auf die üblichen Ver­jährungs­fristen des BGB die Rück­zahlung verweigern. Hat der Prepaid-Kunde mindestens einmal Gut­haben eingezahlt, so beginnt die Frist drei Jahre nach Ablauf des Kalender­jahres, in dem das Gut­haben ein­gezahlt worden ist. Konkret heißt das: Wer im Januar 2014 Gut­haben für seine Prepaid-Karte kauft, hat min­des­tens bis zum 31.12.2017 Zeit für die Rück­forderung.

Rückzahlung muss kostenlos sein

Die Art und Weise der Rück­zahlung haben die Gerichte übrigens eben­falls fest­gelegt. So darf der Prepaid-Anbieter keine Gebühr für die Er­stat­tung des Gut­habens verlangen. Dies hat das Schleswig-Hol­steinische Ober­landes­gericht im Jahr 2012 in einem Urteil gegen Klarmobil entschieden (Az.: 2 U 2/11). Da der Prepaid-Nutzer nach Vertrags­ende ohnehin Anspruch auf die Rück­zahlung seines Gut­habens hat, darf der Prepaid-Anbieter diesen Vorgang nicht als eine "Leistung" ab­rechnen, welche der Kunde gegen eine Zahlung erwerben müsste.

Guthaben aus Start-Paket und Aktionen nicht betroffen

Ganz anders kann der Fall jedoch bei Gut­haben liegen, das der Anbieter dem Prepaid-Kunden quasi "geschenkt" hat - zum Beispiel als Start­guthaben oder als Belohnung für Freundschafts­werbung oder die Teilnahme an einer Aktion. Hierbei kann der Provider durchaus die Gültig­keit des Bonus-Guthabens be­schränken und einen An­spruch auf Aus­zahlung aus­schließen.

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