Rufnummernmitnahme

Übersicht: Rufnummernmitnahme

Wer seinen Mobil­funk-Anbieter wech­selt, kann in den meisten Fällen seine Handy-Rufnummer zum neuen Anbieter mitnehmen. Wir zeigen Ihnen, wie das Verfahren funk­tio­niert und was die Portie­rung bei den einzelnen Anbie­tern kostet.
Von Ralf Trautmann

Portierung: Die Handynummer zum neuen Anbieter mitnehmen Portierung: Die Handynummer zum neuen Anbieter mitnehmen
Bild: teltarif.de
Wer einen Vertrag mit einem Mobilfunk­anbieter abschließt, bekommt für sein Handy auto­matisch eine passende Rufnummer des Netz­betrei­bers zuge­teilt. Was aber tun, wenn zuvor bereits ein Vertrag bei einem anderen Anbieter bestand und die alte Handy-Nummer bei­behalten werden soll? Hier hilft die Rufnummern­portierung: Sie bezeichnet die Mitnahme der bishe­rigen Rufnummer bei einem Wechsel des Tele­kommuni­ka­tions­anbieters. Wir zeigen Ihnen, was Sie bei der Portie­rung beachten müssen.

Portie­rung bei Anbie­ter­wechsel vor Vertrags­ende

Sie wollen Ihren Mobilfunk­anbieter wech­seln, obwohl der alte Vertrag noch nicht abge­laufen ist, und trotzdem Ihre gewohnte Ruf­nummer behalten? Das ist möglich. Durch die TKG-Novelle im Jahr 2012 müssen die Mobil­funk­anbieter heut­zutage ihren Kunden die Mitnahme einer Ruf­nummer zu einem anderen Anbieter auch dann ermög­lichen, wenn ihr Vertrag noch länger läuft - die soge­nannte vorzei­tige Portie­rung. In diesem Fall erhält der Kunde für seinen alten Vertrag eine neue Rufnummer, kann aber in der Regel die alte SIM-Karte zunächst weiter nutzen. Für die Verwen­dung der portierten Rufnummer ist nach Abschluss der Portie­rung natür­lich die SIM-Karte des neuen Anbie­ters erfor­der­lich. Die Service­nummern des bishe­rigen Anbie­ters können dann nicht mehr verwendet werden.

Wenn Sie mehr über die Rufnum­mern­mit­nahme vor Vertrags­ende wissen wollen, berät Sie unser spezi­eller Ratgeber zu diesem Thema.

Auch Netz­vor­wahl bleibt bei Rufnum­mern­mit­nahme erhalten

Bei der Portie­rung bleibt nicht nur die eigent­liche Rufnummer, sondern auch die bishe­rige Netz­vor­wahl erhalten. Dies ist für den Besitzer der Rufnummer natür­lich erst einmal komfor­tabel, da die Rufnummer komplett gleich bleibt: also Anschluss­nummer inklu­sive Vorwahl.

Für Anrufer der Nummer hat das aller­dings nicht nur Vorteile: Sie müssen sich zwar keine neue Nummer merken, können aber auch nicht mehr anhand der Vorwahl erkennen, bei welchem Netz­betreiber sich die Rufnummer befindet.

Portierung: Die Handynummer zum neuen Anbieter mitnehmen Portierung: Die Handynummer zum neuen Anbieter mitnehmen
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Vor der Einfüh­rung der Rufnummern­portierung war es recht einfach zu erkennen, in welchem Netz ein Mobil­funk­kunde tele­foniert. So gehörte eine 0171 zu T-Mobile (heute die Mobil­funk-Sparte der Telekom), eine 0172 zu Voda­fone und eine 0178 ins E-Plus-Netz. Durch die Portie­rung ist es nun aber möglich, dass eine Rufnummer, die mit 0171 beginnt, nicht mehr im Telekom-Netz, sondern zum Beispiel im Voda­fone-Netz einge­bucht ist. Dies bringt unter Umständen uner­war­tete Mehr­kosten mit sich: Konnte ein Anrufer aufgrund seines Mobil­funk­ver­trags bisher Telekom-Anschlüsse beson­ders günstig errei­chen, kann der Anruf nun teurer werden, da statt­dessen ins Voda­fone-Netz tele­foniert wird.

Bei Unsi­cher­heiten bezüg­lich der Netz­zuge­hörig­keit können Kunden daher die Option der Anbieter nutzen, über Kurz­wahlen, per SMS oder auf anderen Wegen das zuge­ord­nete Netz jeder Mobil­funk-Rufnummer zu erfragen. Die folgende Tabelle zeigt Ihnen die verschie­denen Vorgehens­weisen bei den Netz­betrei­bern, inklu­sive anfal­lender Kosten - die Service-Provider bieten unter Umstän­den abwei­chende Möglich­keiten zur Abfrage. Zudem gibt es mitt­ler­weile auch einzelne Apps, mit denen die Netz­abfrage gestartet werden kann.

Über­sicht der Netz-Abfrage-Möglich­keiten bei den Netz­betrei­bern

Anbieter kosten­lose Kurz­wahl SMS Sons­tiges
Telekom 4387 SMS mit Rufnummer an Kurz­wahl 4387
- Kosten: 19 Cent
Abfrage per Internet im Telekom-WAP-Portal
- Kosten: WAP-Zugang
Voda­fone 12313 nicht möglich nicht möglich
o2 nicht möglich SMS mit "NETZ Rufnummer"
an Kurz­wahl 4636
- Kosten: wie SMS
nicht möglich

Nach der Portie­rung: Die Mailbox und mögliche Probleme

Portierung: Die Handynummer zum neuen Anbieter mitnehmen Portierung: Die Handynummer zum neuen Anbieter mitnehmen Portierung: Die Handynummer zum neuen Anbieter mitnehmen
Auch bei der Portie­rung bleibt die Rufnummer der Mailbox unver­ändert, gespei­cherte Infor­mationen können aller­dings nicht zum neuen Anbieter trans­feriert werden. Somit bedarf es einer erneuten Einrich­tung des Anruf­beantworters. Alte Meldungen sowie der Ansa­getext werden gelöscht. Bei einer Abfrage über Kurz­wahl ist jedoch zu beachten, dass hier die Nummer des neuen Anbie­ters verwendet werden muss. Die jewei­lige Kurz­wahl können Sie der nach­fol­genden Tabelle entnehmen.

Anbieter Kurz­wahl
Telekom 3311
Voda­fone 5500
o2 333
Nach der Portie­rung kann das bisher verwen­dete Handy in der Regel problemlos weiter genutzt werden, Aus­nahme bilden hier ledig­lich sehr alte Handy-Modelle, die nur eine Netz­fre­quenz (900 oder 1800 MHz) unter­stützen. Zu beachten ist zudem das Problem einer mög­lichen SIM-Lock-Sperre bei Prepaid-Handys.

Lebens­langes Nutzungs­recht

Der Service der Portie­rung geht zurück auf den 1. November 2002. Seitdem sind die Mobil­funk­anbieter dazu verpflichtet, ihren Kunden die Rufnummern­mitnahme zu bieten. Im Mobil­funk-Sektor wird das Verfahren als Mobile Number Porta­bility (MNP) bezeichnet.

Damals hatte die Vorgän­ger­insti­tution der heutigen Bundes­netz­agentur, die Regulierungs­behörde für Tele­kom­muni­kation und Post (RegTP), jedem Mobil­funk-Kunden ein lebens­langes Nutzungs­recht auf seine Rufnummer zuge­spro­chen. Somit "gehört" eine Handy-Nummer nicht dem jewei­ligen Anbieter, sondern dem Kunden. Die Richt­linien der Anbieter für die Rufnummern­mitnahme sind also kein freund­liches Entgegen­kommen der Provider, sondern basieren auf gesetz­lichen Vorgaben.