National Roaming

National Roaming: Flexibler Netzwechsel im Inland

Das National Roaming von o2 und E-Plus ist in aller Munde. Doch was genau bedeutet National Roaming? Welche Vorteile bietet es? Welche Probleme birgt es? Entstehen zusätz­liche Kosten für Mobil­funk-Nutzer? Antworten auf diese und weitere Fragen finden Sie in unserem Ratgeber.
Von Melanie Spies

o2 E-Plus Zusammenschaltung der Netze von o2 und E-Plus
Foto: dpa
Die meisten Handy­nutzer kennen es aus dem Urlaub: "Roaming" bezeichnet das (oft teure) Surfen und Tele­fonieren über auslän­dische Netze. National Roaming hingegen findet inner­halb Deutsch­lands statt und kostet den Kunden nichts. Viel­mehr soll eine bessere Netz­qualität gewähr­leistet werden. Norma­ler­weise öffnen Netz­betreiber ihre Infra­struktur jedoch nur in Ausnahme­fällen für andere Betreiber. Ein aktu­elles Beispiel ist die momen­tane Zusam­men­legung der Netze von o2 und E-Plus.

Mit National Roaming buchen sich Mobil­funk­geräte auto­matisch in das beste am jewei­ligen Standort verfüg­bare Netz ein. Wenn beispiels­weise im Heim­netz nur eine GSM (2G)-Versor­gung verfügbar ist, das Partner-Netz jedoch über eine UMTS (3G)-Versor­gung verfügt, so wählt sich das Handy auto­matisch ins bessere UMTS-Netz ein. So haben Kunden auch dort 3G-Empfang wo dies ohne National Roaming nicht möglich wäre.

Zusam­men­schal­tung von o2 und E-Plus

Mit der Fusion von o2 und E-Plus im Jahr 2014 konnte die Telefónica Germany ihren Markt­anteil in Deutsch­land erheb­lich ausbauen. Lang­fristig sollen nun auch die beiden getrennten Mobil­funk­netze von o2 und E-Plus zu einem einzigen großen Netz zusammen­gelegt werden. Über National Roaming haben Kunden mit einer SIM-Karte aus dem E-Plus-Netz die Möglich­keit, das UMTS-Netz von o2 zu nutzen und umge­kehrt. Dies gilt für alle Nutzer des o2- und E-Plus-Netzes, also auch für Kunden von 1&1, Fonic, BASE, blau, simyo, ALDI talk oder der Dril­lisch AG (your­fone, smart­mobil, WinSIM, u. a.).

Bundes­weites National Roaming bereits über UMTS und GSM

o2 E-Plus Zusammenschaltung der Netze von o2 und E-Plus
Foto: dpa
Bereits seit dem Früh­jahr 2015 ist National Roaming bundes­weit über UMTS verfügbar. Kunden von o2 können also in ganz Deutsch­land das 3G-Netz von E-Plus mitbe­nutzen. Umge­kehrt können E-Plus-Nutzer auch das UMTS-Netz von o2 verwenden. Dabei ging es der Telefónica vor allem um eine größere Flächen­deckung für mobiles Breit­band-Internet. Durch die Kombi­nation der beiden Netze soll eine größt­mögliche Flächen­abdeckung via UMTS gewähr­leistet werden. Während o2 vor allem Städte und Ballungs­räume engma­schig erfasst, hat E-Plus sein UMTS-Netz deut­lich weiter in die Fläche ausge­baut. So können möglichst viele Kunden im länd­lichen wie im städ­tischen Raum von National Roaming profi­tieren.

Das GSM-Netz hingegen spielt für mobile Daten­dienste keine Rolle und wurde daher beim Ausbau von National Roaming zunächst vernach­läs­sigt. Mitt­ler­weile jedoch können E-Plus-Kunden in ganz Deutsch­land das GSM-Netz von o2 mitnutzen und umge­kehrt. Durch die gemein­same Nutzung der GSM-Netze wird eine bessere Qualität bei der Tele­fonie ange­strebt.

Auswei­tung auf LTE: E-Plus hat sein 4G-Netz einge­stellt

Seit dem 1. Juli 2016 surfen und tele­fonieren die Nutzer beider Telefónica-Netze in einem gemein­samen LTE-Netz. Kunden mit einer SIM-Karte aus dem E-Plus-Netz wurden also für das deut­lich groß­flächiger ausge­baute LTE-Netz von o2 frei­geschaltet. Im Gegenzug wurde das bishe­rige 4G-Netz von E-Plus abge­schaltet. Auf lange Sicht soll die Zusammen­legung zu einer besseren Netz­abde­ckung von o2 führen. In der Praxis bedeutet dies, dass das o2-Netz plötz­lich doppelt so viele Kunden auf­nehmen muss wie bisher. Zumin­dest vorüber­gehend führte die Frei­gabe des o2-Netzes daher zu erheb­lichen Über­lastungen und Perfor­mance-Pro­blemen beim LTE-Empfang.

Es bleibt span­nend: teltarif.de hält sie über die Entwick­lung des National Roaming bei o2 und E-Plus auf dem Laufenden.