Grenznähe

So soll Deutschlands größtes Funk­loch geschlossen werden

Die Mobil­funk-Netz­betreiber sollen ihre Basis­stationen in Grenz­nähe effi­zienter nutzen können, um Funk­löcher zu schließen. Erste Verbes­serungen sind bereits ab sofort vorge­sehen.
AAA
Teilen (13)

In Grenz­gebieten zum benach­barten Ausland ist die Mobil­funk-Versor­gung oft beson­ders schlecht. Das zeigt sich immer wieder auch in Tests der teltarif.de-Redak­tion. Oft muss man hier noch mit dem mobilen Internet-Zugang über UMTS auskommen, wie wir unter anderem an der Grenze zu Öster­reich und zu den Nieder­landen fest­gestellt haben. Mitten in Saar­brücken, direkt an der Grenze zu Frank­reich gelegen, funk­tioniert der LTE-Empfang inner­halb von Gebäuden zum Teil nicht, in Berus bei Saar­louis gibt es von den deut­schen Betrei­bern gar kein Netz. Dafür sind alle fran­zösi­schen Anbieter vertreten - teil­weise sogar mit 4G.

Nun soll sich die Situa­tion verbes­sern, wie das Bundes­minis­terium für Verkehr und digi­tale Infra­struktur mitteilte. Minister Andreas Scheuer erklärte: "Jeder muss immer und überall tele­fonieren und surfen können. Daran arbeiten wir mit aller Konse­quenz. Für viele Menschen in grenz­nahen Gebieten, die bislang Schwie­rigkeiten mit der Netz­abde­ckung hatten, haben wir jetzt eine Lösung gefunden: Gemeinsam mit der Bundes­netz­agentur und den Netz­betrei­bern sorgen wir ab sofort für Empfang in über 780 000 Haus­halten in Grenz­regionen."

Das Minis­terium erklärte weiter, dass die Mobil­funk-Netz­betreiber an der Grenze zwar zahl­reiche LTE-Stationen aufge­baut haben. Diese durften bislang aber aufgrund der bishe­rigen Ausle­gung der Vorschriften zur Auslands­koor­dina­tion nicht in vollem Umfang genutzt werden. Hinter­grund ist, dass die Signale der deut­schen Mobil­funk­netze nicht so weit in die Nach­barländer einstrahlen sollen.

LTE-Sender in Grenz­nähe sollen in vollem Umfang nutzbar sein

Mobilfunkempfang an der Grenze soll besser werdenMobilfunkempfang an der Grenze soll besser werden Ab sofort aber können die Netz­betreiber LTE-Stationen, die bislang nicht einge­schaltet werden konnten, in Betrieb nehmen. An Sende­masten, wo mit vermin­derter Leis­tung gear­beitet werden musste, darf künftig das volle Poten­zial genutzt werden, um die Funk­versor­gung zu verbes­sern.

Für die betrof­fenen Nutzer in Grenz­gebieten ist die Situa­tion schon lange ein Ärgernis. teltarif.de-Leser Frank L. aus Offen­burg sagt: "Die Fran­zosen senden mit voller Leis­tung nach Deutsch­land, sodass sich die Handys oft in Kehl schon in die Netze aus dem Nach­barland einbu­chen, zumal die deut­schen Netze nicht einmal bis zur Grenze reichen. Immerhin gibt es dadurch dank EU-Roaming keine Kosten­falle mehr."

Gemeinsam mit der Bundes­netz­agentur und den Mobil­funk­netz­betrei­bern hat das Bundes­verkehrs­minis­terium ein Konzept zur Weiter­entwick­lung des Grenz­koor­dinie­rungs­verfah­rens im bestehenden Rechts­rahmen entwi­ckelt. Ziel ist es dabei, dass die Mobil­funk­netz­betreiber kurz­fristig alle bisher durch Grenz­koor­dinie­rungs­fragen verur­sachten Versor­gungs­lücken zügig schließen können. Wie es weiter heißt, setzen die Netz­betreiber diese Maßnahmen nun Schritt für Schritt um. Verbes­serungen in der Mobil­funk­versor­gung in Grenz­nähe erwartet das Minis­terium demnach ab sofort. In einer weiteren Meldung haben wir bereits darüber berichtet, wie schwierig beispiels­weise für die Telekom bislang die Netz­planung an der Grenze zur Schweiz war.

Teilen (13)

Mehr zum Thema LTE