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Netze würden bei bezahlbaren echten Daten-Flatrates explodierenNetze würden bei bezahlbaren echten Daten-Flatrates explodieren Die mobile Internet-Nutzung gehört heutzutage zum Alltag. Dabei beklagen viele Nutzer, dass in ihren Tarifen nach dem Verbrauch eines bestimmten Daten-Kontingents entweder zusätzliche Kosten oder aber eine Drosselung der Übertragungsgeschwindigkeit drohen. Der Ruf nach echten Flatrates wird laut. Dieser Wunsch ist aus Verbrauchersicht auch durchaus verständlich. Aber sind echte Daten-Flatrates auch sinnvoll?

Vodafone: Regionale Engpässe durch GigaBoost-Aktion

Betrachten wir die Situation im Vodafone-Netz. Der Düsseldorfer Mobilfunk-Netzbetreiber hat vor zwei Wochen seine GigaBoost-Aktion gestartet, mit der die Kunden einmalig 100 GB zusätzliches Datenvolumen bekommen können. Mehr als eine Million Interessenten haben das Angebot bislang wahrgenommen und können so derzeit deutlich mehr Datenvolumen als im Regelfall nutzen - auch für Videostreaming in HD-Qualität.

Freuen sich die Nutzer zunächst über das Angebot, so relativiert sich die Begeisterung zumindest an einigen Orten recht schnell wieder. Im Vodafone-eigenen Kundenforum räumt der Netzbetreiber selbst ein, es komme "in einigen Gebieten der Region West aufgrund von hohem Verkehrsaufkommen zu Performance-Einschränkungen bei der mobilen Daten-Nutzung". Ähnliche Berichte gab es in den vergangenen Tagen auch aus anderen Teilen Deutschlands.

Probleme auch im Telefónica-Netz

Vergleichbare Probleme kennen auch Kunden aus dem Telefónica-Mobilfunknetz, wo o2 und verschiedene Discounter zum Teil recht großzügig Datenvolumen zu günstigen Preisen verteilen. Erschwerend kommt hinzu, dass das frühere LTE-Netz von E-Plus Mitte vergangenen Jahres abgeschaltet werden musste und das 4G-Netz von o2 erst sukzessive nachgerüstet werden muss, um das zusätzlich anfallende Aufkommen an Datenverkehr ohne Performance-Einbußen für die Kunden zu verarbeiten.

Die Deutsche Telekom geht deutlich sparsamer mit Übertragungsvolumen für den mobilen Internet-Zugang um. Anders als Telefónica verwehrt der Konzern den Discounter-Kunden nach wie vor den Zugang zum LTE-Netz und Tarife mit mehr als 10 GB Übertragungsvolumen im Monat gibt es nur jenseits der 100-Euro-Preisgrenze im Monat - oder eben für 4,95 Euro, dann aber nur für 24 Stunden Nutzungsdauer.

Engpässe vor allem an "Brennpunkten"

Die Erfahrungen bei Vodafone und Telefónica zeigen allerdings recht deutlich, dass die deutschen Mobilfunknetze derzeit keineswegs für sehr großen oder gar unbegrenzten Datenverkehr durch eine große Anzahl von Kunden gerüstet sind. Zumindest an Brennpunkten wie Bahnhöfen, Flughäfen oder Messehallen kommt es schon jetzt zu Performance-Engpässen. Diese Probleme würden sich noch verstärken, wenn die Kunden den Internet-Zugang noch intensiver nutzen würden, weil es der Vertrag nunmal ermöglicht.

Nun kann man natürlich die Forderung nach einem intensiven Netzausbau erheben. Das wird in der Tat auch gemacht, allerdings funktioniert das nicht immer so schnell, wie es aus Kundensicht sicher wünschenswert wäre. Das hat nicht nur technische Gründe, der Netzausbau muss natürlich auch finanziert werden. Das stellt die Betreiber vor immer größere Herausforderungen, zumal die Kosten für die Kunden in den vergangenen Jahren eher gesunken als gestiegen sind und die Gewinnmarge für die Betreiber somit kleiner wird.

Mobilfunknetze für echte Daten-Flats derzeit nicht geeignet

So wünschenswert bezahlbare echte Daten-Flatrates auch wären: Die Erfahrungen zeigen, dass solche Tarife die heutigen Mobilfunknetze vor Herausforderungen stellen würden, denen sie derzeit nicht gewachsen sind. Kapazitätsengpässe würden dafür sorgen, dass viele Kunden nur noch einen sehr langsamen bzw. je nach Standort kaum noch sinnvoll nutzbaren mobilen Internet-Zugang zur Verfügung hätten.

So ist es nachvollziehbar, dass die Netzbetreiber sehr zurückhaltend Tarife mit unbegrenztem mobilem Internet-Zugang anbieten. Solche Angebote gibt es durchaus. In einem Ratgeber zu echten Daten-Flatrates im Mobilfunk haben wir zusammengefasst, welche Verträge mit diesem Features Telekom, Vodafone und o2 derzeit vermarkten.

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