Einkaufsgemeinschaft

Regionale Anbieter wollen Mobilfunkmarkt aufmischen

Einkaufsgemeinschaft zahlreicher Lokalcarrier soll Preise senken
Von Thorsten Neuhetzki

Lokale Telefongesellschaften wollen beim Mobilfunk auftrumpfen Lokale Telefongesellschaften wollen beim Mobilfunk auftrumpfen
Foto: dpa
Auf dem Mobilfunk­markt könnte es bald wieder Bewegung geben. Dieses Mal dürften jedoch nicht die Big-Player oder die Prepaid-Discounter den Stein ins Rollen bringen, sondern sehr wahrscheinlich kleine lokale Telefon­gesellschaften. Sie haben sich einem Bericht der Financial Times Deutschland (FTD [Link entfernt] ) zufolge zusammen­getan und eine Ein­kaufs­genossen­schaft gebildet. Diese Genossen­schaft ermöglicht es den Anbietern, bessere Einkaufs­konditionen zu bekommen und entsprechend günstigere Preise für ihre Kunden zu machen. Schon kommende Woche soll es dem Bericht nach losgehen.

Lokale Telefongesellschaften wollen beim Mobilfunk auftrumpfen Lokale Telefongesellschaften wollen beim Mobilfunk auftrumpfen
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Als Partner konnte die neue Genossenschaft den Mobilfunknetzanbieter o2 gewinnen. Er liefert dem Bericht zufolge unbedruckte SIM-Karte an einen Dienstleister, der von der Genossenschaft beauftragt wurde. Dieser wickelt dann alles Weitere ab und könnte auch die Rechnungslegung übernehmen. Mitglieder der Genossenschaft sind unter anderem die Stadtwerke Schwedt, htp aus Hannover und SWU Telenet aus Ulm. Insgesamt sollen es mehr als 20 Anbieter aus dem Branchenverband Breko sein, die sich zusammen­geschlossen haben.

Bislang vermarkteten einige der lokalen Gesellschaften schon Mobilfunkangebote der Netzbetreiber. Allerdings war die Marge für die Anbieter sehr gering. Mit den eigenen Tarifen hoffen sie nun, nicht nur neue Kunden für sich zu gewinnen, sondern sich auch höhere Gewinne zu erwirtschaften. Wie weit das in einem als gesättigt geltenden Markt gelingen wird, muss sich zeigen.

Letztlich könnten die Anbieter aber mit ihrer lokalen Trumpfkarte punkten. Viele Kunden vertrauen lokalen Anbietern deutlich mehr als den großen anonymen Anbietern - auch wenn die lokalen teilweise etwas billiger sind. Somit könnte das Vorhaben gelingen, den Kunden neben Festnetz und Internet auch noch Mobilfunkanschlüsse aus der lokalen Hand anzubieten.

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