Internetauktion

Schweiz: Startschuss für 5G-Auktion

Die Schweiz versteigert 5G-Frequenzen via Internet. Teilnehmen kann theoretisch jeder, der die Voraussetzungen erfüllt.
AAA
Teilen (12)

Nicht nur in Deutschland, sondern auch in der Schweiz steht die Frequenzvergabe für den Mobilfunk der Zukunft (5G) bevor.

ComCom hat Ausschreibung eröffnet

In der Schweiz sollen Frequenzen für 5G Mobilfunk im Januar 2019 versteigert werden.In der Schweiz sollen Frequenzen für 5G Mobilfunk im Januar 2019 versteigert werden. Dazu hat die Eidgenössische Kommunikationskommission (kurz ComCom) heute die "Ausschreibung für die Vergabe neuer Mobilfunkfrequenzen" eröffnet, die als "von großer Bedeutung für die Einführung der nächsten Mobilfunktechnologie 5G in der Schweiz" angesehen werden. Die neuen Mobilfunkfrequenzen werden im Rahmen einer Auktion vergeben, die voraussichtlich im Januar 2019 stattfindet wird. ComCom hat das Bundesamt für Kommunikation (BAKOM, Schweizer Gegenstück zur BNetzA) mit der Durchführung der Ausschreibung betraut.

Teilnahme für interessierte Unternehmen

Bei der Auktion können alle interessierten Firmen neben den bereits aktiven Netzbetreibern Frequenzen für den 5G-Rollout ersteigern. Sie werden für 15 Jahre vergeben, um den Mobilfunkbetreibern langfristige Planungssicherheit zu geben.

Im Rahmen einer "öffentlichen Konsultation" hatte sich großes Interesse für Frequenzen in den Bereichen 700 MHz, 1400 MHz, 2600 MHz und 3,5 GHz ergeben. Das 1400 MHz Band steht in Deutschland übrigens nicht zur Verfügung. Mit den ausgeschriebenen Frequenzen soll "die frühzeitige Einführung der viel leistungsfähigeren Mobilfunktechnologie 5G" ermöglicht und die Digitalisierung der Schweiz gefördert werden. Die bisher anderweitig genutzten Frequenzen dürften zunächst zur Qualitätsverbesserung in den bestehenden LTE-Netzen eingesetzt werden, bis die notwendige Technik und passende Endgeräte für 5G zur Verfügung stehen.

Vergabe per Auktion

Um "möglichst transparent und fair" zu bleiben, erfolgt die Frequenzvergabe im Rahmen einer sogenannten Clock-Auktion (CA). Dabei kann gleichzeitig für alle Frequenzkategorien geboten werden. Bereits aktive Netzbetreiber und alle weiteren interessierten Firmen können zu gleichen Bedingungen teilnehmen. Weder die Anzahl der Genehmigungen ("Konzessionen") noch die Frequenzausstattung werden dabei vorgegeben.

Einzige Einschränkung: In die Versteigerungsregeln wurden Bietbeschränkungen ("spectrum caps") aufgenommen. Das soll sicherstellen, dass die drei bisherigen aktiven Netzbetreiber (Salt, Sunrise und Swisscom) auch Frequenzen im 700 MHz und 3,5 GHz Band erwerben können. Insgesamt erhalten alle Marktteilnehmer die Möglichkeit, eine für sie passende Frequenzausstattung zu erwerben.

Mitbieten im Internet

Im Gegensatz zu Deutschland, wo Vertreter der Auktionsteilnehmer bisher in einem abgeschirmten Gebäude der Bundesnetzagentur in getrennten Räumen vor Ort bieten mussten, wird in der Schweiz via Internet versteigert, mittels einem "sicheren" elektronischen Auktionssystem der englischen Firma DotEcon Ltd.

Die Frequenzen werden technologieneutral vergeben und können auch mit LTE-Advanced (LTE-A) oder – sobald verfügbar – 5G genutzt werden. Dank frühzeitiger Frequenzvergabe und einer Nutzungsdauer bis Ende 2033 sollten die Lizenzinhaber ("Konzessionärinnen") in der Lage sein, langfristig zu planen.

Da Frequenzen ein knappes, öffentliches Gut sind, werden Gebühren fällig. Die Mindestpreise für die Frequenzblöcke werden "gemäß den gesetzlichen Vorgaben" so festgelegt, dass ein "angemessener Auktionserlös" sichergestellt ist. Bei den besonders attraktiven FDD-Frequenzen im 700 MHz Band hat die ComCom den Mindestpreis pro Block – im Vergleich zum vom Bundesrat vorgegebenen Minimum – doppelt so hoch angesetzt. Es sei jedoch nicht das Ziel der ComCom, einen möglichst hohen Auktionserlös zu erzielen, im Vordergrund stehe eine gute Frequenzausstattung der Netzbetreiber und gute Versorgung des Landes mit qualitativ hochstehenden Telecom-Dienstleistungen.

Bewerbungen

Sowohl die bestehenden "Mobilfunkkonzessionärinnen" (also Salt, Sunrise und Swisscom) wie auch mögliche neue Betreiber, die an der Auktion teilnehmen wollen, können bis am 5. Oktober 2018 ihre Bewerbungsunterlagen beim BAKOM einreichen. Neben Angaben zum Frequenzbedarf, muß eine Bankgarantie in der Höhe der aufsummierten Mindestgebote für die beantragten Frequenzen vorgelegt werden. Werden die gesetzlichen Voraussetzungen und die Verpflichtungen der Ausschreibung erfüllt, wird der Bewerber zugelassen. Die Auktion soll im Januar 2019 stattfinden, unmittelbar danach sollen die Konzessionen erteilt werden.

Um mögliche (geheime) Absprachen zwischen den Bietern zu vermeiden, werden Namen oder die Anzahl der Bewerber vor Ende der Auktion nicht bekannt gegeben.

Teilen (12)

Mehr zum Thema Frequenzen