Mobile SIM-Karte

Schweiz: BMW und Swisscom bringen 5G ins Auto

Auch in der Schweiz bietet der Auto­mobil­her­steller BMW jetzt sein voll­elek­tri­sches Modell "iX" mit 5G-Konnek­tivität an. Das Handy kann daheim bleiben.

Nicht nur in Deutsch­land, auch in der Schweiz wird 5G breit disku­tiert. Unter dem Titel "das erste 5G-Auto" stellen der Schweizer Netz­betreiber Swisscom und der Auto­mobil­her­steller BMW ein gemein­sames Projekt vor. Dazu bringt BMW sein elek­tri­sches Fahr­zeug iX mit, Swisscom bietet eine schweiz­weit nutz­bare 5G-Option für das Fahr­zeug.

Damit wird das Auto - ähnlich wie eine Smart­watch oder ein Tablet - zu einem weiteren vernetzten Gerät für die Kunden, wenn man so will: ein fahrendes Smart­phone.

eSIM fürs Auto als Vertrags­erwei­terung

Maximalen Empfang im elektrischen BMW iX mit Swisscom. Das Handy kann daheim bleiben Maximalen Empfang im elektrischen BMW iX mit Swisscom. Das Handy kann daheim bleiben
Foto: BMW / Swisscom
Ein bestehender Tarif blue Mobile ("M" für rund 49,90 Franken pro Monat) oder NATEL go (Geschäfts­kunden) kann mit der "Multi Device Option Cars & Mobi­lities" für 10 Schweizer Franken (ca. 10,12 Euro) pro Monat erwei­tert werden. Dadurch wird das Fahr­zeug über eine zusätz­liche eSIM mit dem bestehenden Mobil­funk­ver­trag von Swisscom verknüpft.

Die Vorteile liegen für den Kunden auf der Hand, teilt Swisscom mit: Die eSIM im Auto verbindet sich direkt über die Außen­antenne des Fahr­zeugs mit dem Swisscom-Mobil­funk­netz und ermög­licht so deut­lich besseren Empfang und Signal­qua­lität, als wenn das Handy irgendwo abge­schirmt im Auto liegt.

Das Fahr­zeug werde zum "fahrenden Mobile Device", ohne das Smart­phone mitnehmen zu müssen. Denn tele­fonieren, Nach­richten senden sowie im Internet surfen (bitte nicht während der Fahrt oder nur mit Hilfe des Mitfah­rers) sei eigen­ständig im Fahr­zeug möglich, auch wenn das Handy zuhause vergessen wurde.

"Follow me" im fremden Auto

Durch eine "Follow-me"-Funk­tion folgt die Konnek­tivität dem Kunden, er braucht nur eine BMW-ID, die der BMW-Kunde vorher einge­richtet hat. Damit ist diese auch beim Fahr­zeug­wechsel oder bei der Nutzung eines Miet­fahr­zeuges auto­matisch immer dabei, sofern es sich um ein BMW-ID-kompa­tibles Fahr­zeug handelt.

Im Auto ist ein 5G-WiFi-Hotspot inte­griert, damit können alle Mitfah­renden vom Netz der Swisscom profi­tieren, auch wenn sie selbst Kunde eines anderen Anbie­ters oder Roaming-Gäste mit fehlender Schweiz-Option sein sollten.

Einfach zu konfi­gurieren

Die Inbe­trieb­nahme erfolgt via BMW-App Android oder iOS und auto­mati­scher Instal­lation im Auto und soll "einfach und intuitiv" sein, betonen die Partner: "Wir freuen uns sehr, gemeinsam mit BMW das Swisscom Netz nun auch ins Auto zu bringen. Swisscom ist exklu­sive Part­nerin der BMW Group Swit­zer­land und lanciert (startet) als erstes ICT-Unter­nehmen der Schweiz eine solche Option", betont Dirk Wierz­bitzki, Leiter Privat­kunden und Vorstands­mit­glied bei Swisscom.

Paul de Cour­tois, Chef von BMW (Schweiz), ergänzt: "Wir sind auf dem Weg ins 5G-Zeit­alter. Mit der Personal eSIM trans­for­mieren wir das Auto­mobil quasi in ein weiteres digi­tales Endgerät im Ökosystem der Kunden."

Was kostet das Auto?

Günstig ist der Spaß aber nicht. Der Kauf­preis des voll elek­tri­schen BMW iX (i20) liegt in der Schweiz bei etwa 95.900 Schweizer Franken (bei Kauf in Deutsch­land ab 77.300 Euro) und ist je nach Konfi­gura­tion "nach oben offen" erwei­terbar.

Viele Nutzer kaufen das Auto aber nicht, sondern finan­zieren, mieten oder abon­nieren es oder nutzen es als Dienst­wagen.

Swisscom gewinnt regel­mäßig Netz­tests

Bei Vergleichs­tests verschie­dener Test­maga­zine aus Europa und welt­weit landet die Swisscom mit ihrem Netz­ausbau (von dem wir in Deutsch­land nur träumen können) regel­mäßig auf den vorderen Plätzen. So haben Bahn­fahrer in Schweizer Eisen­bahn­tunnel durch­gehend Netz, selbst ohne sepa­rates WLAN im Zug.

Übri­gens: Ein ähnli­ches Angebot hatten die Deut­sche Telekom und Voda­fone gemeinsam mit BMW-Deutsch­land vorge­stellt.

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