Meinung

teltarif-Umfrage zu mobilem Internet: Telekom und E-Plus gewinnen

Urteil zum Preis-/Leistungsverhältnis dreht Qualitätsurteil komplett
Von Paulina Gesikowski /

Die Wahl des Endgeräts zum mobilen Surfen hat bei unseren Teilnehmern deutlich Einfluss auf die Qualitätsbewertung. So sind Nutzer, die mit dem Smartphone unterwegs surfen, mit dem Netz viel zufriedener als Nutzer mit Netbook, Notebook oder Tablet-PC. Quer über alle Netze beurteilen Smartphone-Surfer die Qualität mit 3,00. Nutzer, die auf größeren Displays mobil im Internet surfen, urteilen mit der Note 3,41. Details, wie welches Netz bei welcher Nutzungsart abgeschlossen hat, sind im unten eingebundenen Diagramm ersichtlich. Diagramm: Beurteilung der Netzqualtität abhängig vom Endgerät Zum Vergrößern bitte auf das Bild klicken.
Bild: teltarif.de

Dieses Ergebnis ist durchaus verständlich, da die Befragten auf dem Smartphone im Idealfall die mobile Version einer Webseite aufrufen sowie Apps nutzen, welche weniger Bandbreite benötigen als die "normalen" Webseiten beim Abruf vom Net- oder Notebook.

Regional unauffällig

Häufig spricht man in Statistiken von einem Nord-Süd- oder West-Ost-Gefälle. Diese Phänomene konnten wir bei der Auswertung nicht feststellen. Beim Qualitätsurteil rangiert beispielsweise Sachsen an Platz zwei des Ranking, wohingegen Mecklenburg-Vorpommern das Schlusslicht bildet. Ebenso liegen die großen Bundesländer Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen (unscheinbar) in der Mitte der Qualitätsbeurteilung.

Mobile Nutzung schlechter bewertet als stationäre Nutzung

Die Orte, an denen mobil im Internet gesurft wird, können vielfältig sein - ob unterwegs im Straßenverkehr oder stationär im Gebäude oder im Freien. Wie wirkt sich jedoch der Aufenthaltsort auf die Netzqualität aus? Die Nutzer beurteilen in allen Netzen den Internetzugang per Mobilfunk bei der stationären Nutzung durchwegs besser als beim Surfen unterwegs in Auto, Bus und Bahn. In beiden Fällen gewinnt die Deutsche Telekom die Gunst der Befragten: bei der stationären Nutzung liegt die Bewertung bei 2,54, in Bewegung bei 2,74. Es folgt Vodafone mit der Note 2,90 bzw. 3,10. Die Anbieter E-Plus und o2 mit Noten zwischen 3,25 und 3,48.

Besonders bei längeren Strecken, die mit Bus oder Bahn zurückgelegt werden, bietet sich das Umsteigen von Handy auf ein Endgerät mit größerem Bildschirm an. Mit mangelnder Netzqualität wird dies allerdings schnell zum Missvergnügen. Erst im vergangenen Monat haben wir einen Netztest der mobilen Internetzugänge im ICE durchgeführt. Der dort durchwachsene Eindruck der Mobilfunknetze wurde auch von den - zugegebenermaßen wenigen - Teilnehmern unserer Umfrage bestätigt. Diese bewerten die Surf-Qualität im Zug in allen vier Netzen im Schnitt mit der Schulnote 4 (ausreichend).

Drei "Hausaufgaben" für die Mobilfunk-Industrie

1 900 Teilnehmer der teltarif-Umfrage zur mobilen Internetnutzung können nicht irren: Das mobile Internet ist zunehmend eine Erfolgsstory, auch weil der mobile Internetzugang endlich bezahlbar und einfach geworden ist und die Qualität alles in allem passt. Blickt man mehr ins Detail, fallen drei Hausaufgaben für die Mobilfunkbranche auf:

  1. Mobiles Internet gewinnt mit zunehmender Displaygröße immer mehr Freunde und Nutzer. Größere Displays bedeuten aber auch mehr Inhalte, größere Dateien, Bilder und Videos, die immer mehr Bandbreite bei der Datenübertragung beanspruchen. Zusammen mit mehr Nutzern steigt der Bandbreitenbedarf in den Mobilfunknetzen rasant. Für Netzbetreiber und Handyhersteller ist es daher jetzt an der Zeit, bereits die Übertragungstechnologien von morgen, HSPA+ und LTE, im Massenmarkt auszurollen!
  2. Mobiles Internet steht für den Internetzugang unterwegs. Auffällig am Votum der Befragten ist freilich, dass die Qualität des Internetzugangs bei mobiler Nutzung durchwegs schlechter ist als bei stationärer Nutzung. Netzwerkausrüster und Netzbetreiber müssen gemeinsam eine höhere Stabilität für Nutzer schaffen, die sich beim Surfen in Bewegung befinden!
  3. Die Mehrheit der Befragten nutzt das mobile Internet direkt auf dem Smartphone. Sicherlich ist das Smartphone immer schnell zur Hand, jedoch limitiert auch die aktuelle Tarifelandschaft in Deutschland das Surf-Vergnügen. Viele Flatrates für das mobile Internet im Preissegment bis 10 Euro monatlich sind auf die Internetnutzung auf dem Handy limitiert, eine Nutzung mit Netbook oder Tablet ist vertraglich verboten oder weitaus teurer. Dieses Ergebnis ist eine Aufforderung an Netzbetreiber und Wiederverkäufer gleichermaßen nach dem Internet auf dem Smartphone die ganze mobile Internetnutzung bezahlbar und fair zu machen!
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