Netztest

Mobiles Internet im Netz der Deutschen Telekom im Test

Wie in den Vorjahren haben wir die deutschen Mobilfunknetze getestet. Wir berichten zum Auftakt unserer Serie über die Erfahrungen mit dem mobilen Internet-Zugang mit dem Apple iPhone 6S Plus und dem OnePlus 2 über EDGE, UMTS und LTE im Telekom-Netz

In kleineren Städten baut die Telekom nach der "Erstversorgung" mit LTE 800 inzwischen auch das Netz auf 1800 MHz aus, um für weitere Kapazitäten zu sorgen. Wir hatten während unseres Tests zwar keine echten Performance-Engpässe beobachtet. Es gibt aber Leserhinweise darauf, dass auch das LTE-Netz der Telekom lokal inzwischen Überlastungserscheinungen aufweist. Das äußert sich oft dadurch, dass die Downstream-Übertragungswerte geringer sind als die Performance im Upstream. In einigen Fällen werden den Berichten zufolge nicht einmal die Datenraten langsamer ADSL-Anschlüsse erreicht.

Chat und Mail funktionieren auch über EDGE Chat und Mail funktionieren auch über EDGE
Foto: teltarif.de
Im mittelhessischen Butzbach kamen wir im Test auf bis zu 45,32 MBit/s im Downstream und bis zu 18,61 MBit/s im Upstream. Dabei lagen die Ansprechzeiten bei 25 bis 28 ms. Im niedersächsischen Uelzen wurde dieses Ergebnis noch getoppt: Hier haben wir 31,20 bis 56,37 MBit/s im Downstream gemessen. Im Upstream lag der Spitzenwert bei 19,04 MBit/s. Allerdings schwankte die Performance bei Uploads, so dass wir im schlechtesten Fall nur 7,01 MBit/s gemessen haben. Keinen guten Eindruck hinterließen in Uelzen die Pingzeiten, die bei 48 bis 50 ms lagen.

Rund 20 bis 40 MBit/s auf dem Land

Selbst in ländlichen Regionen hatten wir im Test zweistellige MBit/s im Downstream gemessen. In Geiselwind in Unterfranken, direkt an der Autobahn A3 gelegen, erreichten wir bis zu 42,07 MBit/s bei Downloads und 19,19 MBit/s bei Uploads. Die Pingzeiten lagen bei rund 32 ms. In Konnersreuth in der Oberpfalz, wo die Telekom als einziger Netzbetreiber innerhalb von Gebäuden mit LTE verfügbar war, kamen wir im Test immerhin auf 16,93 bis 19,07 MBit/s im Downstream. Der Upstream war mit 1,36 bis 2,14 MBit/s dagegen vergleichsweise schwach. Die Ansprechzeiten lagen bei 37 ms.

Als Besonderheit haben wir auch den Internet-Zugang im Heidepark Soltau untersucht - immerhin Deutschlands drittgrößter Freizeitpark. Hier kamen wir auf 47,71 bis 52,36 MBit/s bei Downloads sowie 12,60 bis 13,81 MBit/s bei Uploads. Die Pingzeiten lagen bei 37 ms. Das ist ein nicht ganz so guter Wert.

EDGE und UMTS spielen nur noch untergeordnete Rolle

SIM-Karte mit LTE-max-Verfügbarkeit SIM-Karte mit LTE-max-Verfügbarkeit
Foto: teltarif.de
Der Internet-Zugang über EDGE und UMTS spielte im Telekom-Netztest in diesem Jahr keine Rolle, da wir an allen Messpunkten 4G-Internet zur Verfügung hatten. Dennoch haben wir zumindest stichprobenartig getestet, inwieweit Kunden zumindest eine Basisversorgung zur Verfügung haben, wenn am Aufenthaltsort nur das GSM-Netz und somit EDGE zur Verfügung steht. Bei den Stichproben haben wir im Durchschnitt 150 kBit/s im Downstream und 100 kBit/s im Upstream gemessen. Die Pingzeiten lagen zwischen 130 und 140 ms. Für Messaging und E-Mail ist das durchaus ausreichend, das Surfen im Internet macht über das 2G-Netz freilich keinen Spaß.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Telekom-Netz auch in diesem Jahr gut für die mobile Internet-Nutzung geeignet ist. Mit MagentaMobil Start und Data Start gibt es zudem mittlerweile auch Prepaid-Produkte, bei denen ganz offiziell der LTE-Zugang zur Verfügung steht. Das Nachsehen haben Discounter-Kunden, denen der LTE-Zugriff noch immer verweigert wird. Zwar ist auch das UMTS-Netz der Telekom gut ausgebaut. Allerdings ist die Performance nicht mit der über LTE vergleichbar. Zudem werden praktisch keine neuen Regionen mehr mit 3G erschlossen. Wer UMTS am Aufenthaltsort nicht zur Verfügung hat, muss demnach mit dem sehr langsamen Internet-Zugang über EDGE vorlieb nehmen und das ist im Jahr 2016 nun wirklich nicht mehr zeitgemäß.

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