Netztest

Zusammenfassung: Mobiles Internet in den Handy-Netzen im Test

In den vergangenen Wochen haben wir wieder die deutschen Mobilfunknetze getestet. Lesen Sie heute eine Zusammenfassung unserer Ergebnisse. Dabei kam es uns auf den LTE-Ausbau und auf die Performance beim mobilen Internet-surfen an.

Bereits 2013 war im E-Plus-Netz ein Aufwärtstrend erkennbar, nachdem der Düsseldorfer Mobilfunk-Netzbetreiber in den Jahren zuvor jeweils ein sehr schlechtes Bild hinterließ. Seit März steht in immer mehr Regionen auch das LTE-Netz zur Verfügung, wobei das Unternehmen hier nur einen 10-MHz-Frequenzblock auf 1 800 MHz einsetzt. Immerhin mehr als 65 MBit/s im Downstream haben wir hier in Berlin gemessen.

Datenblätter

E-Plus bietet noch bis Jahresende Highspeed für Jedermann E-Plus bietet noch bis Jahresende Highspeed für Jedermann
Foto: E-Plus, teltarif.de
Auch im UMTS-Netz hinterließ E-Plus in diesem Jahr einen guten Eindruck. Das dürfte für die meisten Kunden derzeit noch von weit größerer Bedeutung als LTE sein, zumal das 3G-Netz von E-Plus auch in vielen ländlichen Regionen verfügbar ist. In der Regel erreichten wir Übertragungsraten zwischen 10 und 20 MBit/s im Downstream.

Negativ fiel uns im E-Plus-Netz auf, dass die Basisstationen offenbar in deutlich größeren Abständen zueinander stehen als in den beiden D-Netzen. Das sorgt zwar dafür, dass beispielsweise das UMTS-Netz auch auf dem Land oft zur Verfügung steht. Bei der Versorgung innerhalb geschlossener Räume kommt es dagegen zu Einschränkungen, weil die Feldstärke häufiger als im Telekom- oder Vodafone-Netz nicht ausreicht, um auch in die Häuser zu dringen.

o2-Netzausbau nicht mehr zeitgemäß

Das o2-Netz hatte vor zwei Jahren mit massiven Kapazitätsengpässen zu kämpfen. Diese hatte der Münchner Mobilfunk-Netzbetreiber im vergangenen Jahr wieder im Griff und auch in diesem Jahr war die Performance über UMTS und LTE nicht schlecht. Spitzenwerte erreichten wir nicht und die Übertragungsgeschwindigkeiten gingen gegenüber dem vergangenen Jahr eher zurück.

Besonders negativ ist indes der Breitband-Netzausbau aufgefallen, der hinter den Mitbewerbern zurückbleibt. So ist das UMTS-Netz von o2 zwar in Städten dichter ausgebaut aus das 3G-Netz von E-Plus. Das sorgt für besseren Empfangspegel. Dafür müssen die Kunden auch im Jahr 2014 noch in sehr vielen ländlichen Bereichen mit GSM vorlieb nehmen, wo die Internet-Performance via GPRS und EDGE - ähnlich wie bei Vodafone und E-Plus - weit hinter den Werten im Netz der Deutschen Telekom zurückbleibt.

Während o2 das UMTS-Netz offenbar nicht weiter ausbaut, forciert das Unternehmen die LTE-Verbreitung. In Städten wie Berlin und Frankfurt am Main hat sich vielerorts der Empfang deutlich verbessert und entlang der Autobahn A4 konnten wir in Thüringen erleben, dass o2 auch in ländlichen Regionen 4G weiter ausbaut. Der Nachteil des gegenüber den Mitbewerbern schlechteren 3G-Ausbaus könnte der Betreiber demnach in wenigen Jahren durch ein immer dichteres und in immer mehr Regionen verfügbares 4G-Netz ausgleichen.

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