Mobiles Internet

Breitbandversorgung und Daten-Roaming im Fokus

Die staatliche Regulierung des mobilen Internets
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Das Wort Regulierung löst im Bereich von Telekommunikation und Internet unterschiedliche Emotionen aus: Verbraucher empfinden die Regulierung meist als Schutz vor überhöhten Preisen, undurchsichtigen Vertragsklauseln oder schlichter Bauernfängerei bei Telekommunikationsverträgen. Unter Netzbetreibern, Providern und Investoren wird die Regulierung des Marktes eher argwöhnisch beäugt und teilweise als innovationshemmend beschimpft. In welchen Bereichen der Verbraucher bereits gut geschützt ist und wo noch Nachholbedarf besteht - darüber informiert teltarif.de in diesem Beitrag mit besonderer Betonung der Regulierung des mobilen Internets.

Breitband-Internet über LTE: Zuerst im ländlichen Bereich

Regulierung des mobilen InternetsRegulierung des mobilen Internets Bei der Einführung mobiler Internetdienste über GSM und UMTS sah der Regulierer keine Notwendigkeit, den Netzbetreibern eine Versorgung ländlicher Gebiete von Anfang an zwingend vorzuschreiben. Mit der teuren Vergabe der UMTS-Lizenzen war lediglich die Verpflichtung verbunden, innerhalb eines festgelegten Zeitraums einer bestimmten Prozentzahl der Bevölkerung die Nutzung von UMTS zu ermöglichen. Die Netzbetreiber hatten darum aus rein wirtschaftlichen Gründen damit begonnen, zuerst die Ballungsgebiete mit UMTS zu versorgen, weil hier zu erwarten war, dass die Investitionen schneller mit einer höheren Nutzeranzahl refinanziert werden als in ländlichen Gebieten. Dies hatte zur Folge, dass es weiterhin eine nicht unbeträchtliche Anzahl von Bürgern gab, die weder über DSL noch über ein Mobilfunknetz breitbandig im Internet surfen konnten.

Bei der Einführung des Mobilfunk-Standards LTE legte der Gesetzgeber fest, dass zuerst die "weißen Flecken" auf der Breitband-Karte zu versorgen seien. Dies war in der Regulierung des Telekommunikationsmarktes eines der ersten Beispiele, bei dem die Bedürfnisse einer Bevölkerungsminderheit höher bewertet wurden als die Gewinnabsicht der Netzbetreiber. Trotzdem leitet sich daraus in Deutschland nach wie vor kein Anspruch oder gar ein Grundrecht auf einen breitbandigen Internet-Abschluss ab, wie die Bundesnetzagentur auf ihrer Internetpräsenz mitteilt. Mittlerweile gehen die Netzbetreiber aber auch dazu über, LTE in den Ballungsgebieten aufzubauen.

Mobiles Internet: Verbraucher weiterhin verunsichert bei beschränkten Flatrates

Von einer klaren und transparenten Kostenstruktur sind die Tarife der meisten Provider noch weit entfernt. Insbesondere die inflationäre Verwendung der Begriffe "Flat" beziehungsweise Flatrate ist vielen Nutzern ein Dorn im Auge. Geprägt vom DSL-Markt verbinden die meisten Anwender mit dem Begriff "Flat" nach wie vor einen Internet-Tarif, bei dem weder Zeit noch Datenvolumen begrenzt sind - sozusagen ein Garant für Sorglosigkeit. Eine solche Flatrate kann im Bereich des mobilen Internets aufgrund der Abrechnungsmodelle mit den Netzbetreibern momentan kein Provider anbieten, was die Firmen allerdings nicht davon abhält, weiterhin eindeutige Volumentarife als "Flat" anzupreisen. Obwohl die Angaben zur Begrenzung des Datenvolumens beziehungsweise zur Drosselung der Surfgeschwindigkeit mittlerweile bei vielen Anbietern vom Kleingedruckten in die offiziellen Tariftabellen gewandert sind, wäre eine klare und rechtliche bindende Definition des Begriffs "Flatrate" für viele Verbraucher eine nicht zu unterschätzende Verständnishilfe. Ob dies durch einen Regulierungsbeschluss oder eine höchstrichterliche Entscheidung geschieht, dürfte für den Endanwender eine eher untergeordnete Rolle spielen.

Auf der folgenden Seite lesen Sie, warum es bislang keine Preisobergrenze für Datendienste im Inland gibt und wie die EU das Daten-Roaming im Ausland ins Visier nimmt.

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