Mobiles Internet

LTE oder UMTS? Manchmal kann weniger auch mehr sein!

Wir zeigen auf, dass ein UMTS-basierter Internet-Zugang manchmal besser als ein LTE-Zugang sein kann. Zudem haben wir Tests mit dem Huawei E5776, einem mobilen Hotspot, durchgeführt.
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Die deutschen Mobilfunk-Netzbetreiber setzen mittlerweile mit GSM, UMTS und LTE gleich drei verschiedene Netztechnologien ein. GSM stellt vor allem in ländlichen Regionen noch immer die - bis heute nicht ganz flächendeckende - Grundversorgung dar. Mit UMTS und vor allem LTE sind aber deutlich höhere Übertragungs­geschwindig­keiten beim mobilen Internet-Zugang möglich.

Smartphones, Surfsticks und mobile Hotspots suchen in der Regel automatisch die jeweils höchstwertige Technologie am Aufenthaltsort des Kunden aus. Das funktioniert allerdings nicht immer einwandfrei. Wer kennt nicht das Problem, dass das Handy auf der Autobahn zuweilen im nur schwach anliegenden UMTS-Netz eingebucht ist, so dass die telefonische Erreichbarkeit nicht immer gewährleistet ist, während das GSM-Netz des gleichen Anbieters mit gutem Signal zu empfangen wäre?

UMTS kann schneller als LTE sein

Huawei E5776Huawei E5776 Beim mobilen Internet-Zugang kann weniger ebenfalls mehr sein. Der Autor dieses Artikels hat es beispielsweise schon mehrfach erlebt, dass ein Smartphone im nur schwach einfallenden LTE-Netz eingebucht war, so dass der Internet-Zugang nur mit geringen Datenraten möglich war. Manuelles Umbuchen auf UMTS sorgte für eine deutlich bessere Performance.

Es gibt allerdings keine Regel, nach der Nutzer hier vorgehen könnten. Sehr oft kommt es nämlich auch vor, dass ein schwaches LTE-Signal besseren Datendurchsatz bietet als ein am gleichen Ort sehr gut empfangbares UMTS-Netz des gleichen Providers. Das kann verschiedene Ursachen - beispielsweise auch Überlastungen bei einer der beiden Netztechnologien - haben.

Darauf, dass ein Smartphone, ein Surfstick oder ein mobiler Hotspot automatisch die jeweils bestmögliche Zugangstechnologie auswählt, kann man sich als Nutzer nicht verlassen, so dass es sich Zweifel lohnen könnte, manuell zwischen LTE und UMTS auszuwählen. Bei LTE kommen zudem noch unterschiedliche Frequenzbereiche hinzu. LTE 800 bietet höhere Reichweiten als 4G auf 1800 oder 2600 MHz. Dafür kommen hier bei den deutschen Netzbetreibern nur 10 MHz breite Träger zum Einsatz, auf den höheren Frequenzen werden bis zu 20 MHz genutzt, so dass sich höhere maximale Datenübertragungsraten erzielen lassen.

Test mit Huawei E5776

Oft wählen mobile Datengeräte - auch bedingt durch die Konfiguration im jeweiligen Mobilfunknetz - automatisch die höhere Frequenz aus, auch wenn diese anders als LTE auf 800 MHz am gleichen Standort nur schwach zu empfangen ist. Diesen Effekt haben wir mehrfach mit dem Mobile Hotspot Huawei E5776 im Vodafone-Netz in Berlin erlebt. Die Folge war, dass Datenübertragungen nur mit sehr schlechter Performance möglich waren.

Hin und wieder schaltete der Router dann doch auf 800 MHz um, wo das 4G-Netz der Düsseldorfer Telefongesellschaft sehr stark empfangen werden konnte. So ließen sich dann Datenraten zwischen 20 und 30 MBit/s erreichen. Allerdings ist es nicht möglich, das LTE-Frequenzband manuell auszuwählen, so dass man speziell bei einem älteren Surfstick oder Mobile Hotspot mit diesem Problem leben muss.

Bei neueren 4G-Modems, die LTE Cat. 6 unterstützen, sollte sich dieser Effekt dadurch minimieren, dass zumindest in den Netzen der Deutschen Telekom und von Vodafone Carrier Aggregation zum Einsatz kommt. So lassen sich automatisch die LTE-Träger auf 800 und 2600 MHz bündeln und es stehen im Vodafone-Netz theoretisch bis zu 225 MBit/s im Downstream zur Verfügung.

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