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GPRS und EDGE im Test: Erfahrungen mit Internet im GSM-Netz

Wir sind der Frage nachgegangen, wofür sich ein EDGE-basierter Internet-Zugang nutzen lässt und wofür die Performance bei fehlender UMTS- oder LTE-Versorgung nicht ausreicht. Dabei haben wir die vier deutschen Mobifunknetze getrennt betrachtet.
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Wer kennt nicht das Problem, dass ausgerechnet dann, wenn man gerade ein Foto auf Facebook hochladen, den eigenen Standort Freunden per WhatsApp mitteilen oder den günstigsten Benzin-Preis in der Umgebung abfragen möchte, nur GPRS oder EDGE zur Verfügung steht? In vielen ländlichen Regionen ist auch im Jahr 2015 das GSM-Netz noch das Maß aller Dinge - oder UMTS bzw. LTE steht nur in einem Mobilfunknetz zur Verfügung, von dem man keine SIM-Karte besitzt.

Aber auch in Städten kann es vorkommen, dass man plötzlich ohne mobiles Breitband-Internet auskommen muss. Das ist gar nicht so selten, wenn man sich innerhalb geschlossener Räume - etwa in Einkaufszentren - aufhält. Das GSM-Netz ist deutlich dichter ausgebaut als UMTS und LTE, was unter anderem damit zusammenhängt, dass die 2G-Technik bereits seit mehr als 20 Jahren im Einsatz ist, so dass die Netze im Laufe der Zeit entsprechend dicht geknüpft werden konnten.

Internet im 2G-Mobilfunknetz im TestInternet im 2G-Mobilfunknetz im Test Dazu kommt, dass die für UMTS genutzten Frequenzen im Bereich von 2100 MHz deutlich schlechtere physikalische Ausbreitungsbedingungen haben als die für GSM überwiegend im Einsatz befindlichen Frequenzen um 900 MHz. Auch die LTE-Sender auf 1800 und 2600 MHz decken kleinere Versorgungsbereiche als LTE auf 800 MHz oder eben GSM im Bereich von 900 MHz ab.

Maximal-Geschwindigkeiten im kBit/s-Bereich

Über LTE bieten die deutschen Mobilfunk-Netzbetreiber mittlerweile Datenübertragungsraten von 50 bis 300 MBit/s an, auf UMTS werden bis zu 42,2 MBit/s erreicht. Steht hingegen nur EDGE zur Verfügung, so sind theoretisch bis zu 260 kBit/s im Mobilfunknetz der Deutschen Telekom möglich. Die anderen Netzbetreiber bieten EDGE mit bis zu 236 kBit/s an. Über GPRS ohne EDGE-Erweiterung sind bis zu 53,6 kBit/s möglich.

Als einziger deutscher Mobilfunk-Netzbetreiber hat die Deutsche Telekom EDGE flächendeckend in ihrem GSM-Netz eingeführt. Bei Vodafone, o2 und E-Plus gibt es dagegen nach wie vor Gebiete, in denen die Kunden nur GPRS zur Verfügung haben, wenn sie im GSM-Netz eingebucht sind.

Für EDGE-Verhältnisse gute Performance im Telekom-NetzFür EDGE-Verhältnisse gute Performance im Telekom-Netz Wir wollten wissen, was sich an Datendiensten noch nutzen lässt, wenn anstelle von UMTS oder LTE am Aufenthaltsort nur das GSM-Netz zur Verfügung steht. So waren wir mit SIM-Karten aus allen vier deutschen Mobilfunknetzen mit dem Apple iPhone 6 und dem Nokia Lumia 1020 unterwegs, um auszuprobieren, wie schnell man surfen kann, ob E-Mails verschickt und empfangen werden können und wie zuverlässig sich Apps nutzen lassen.

Die Tests haben wir einerseits im Spessart und im Vogelsberg durchgeführt, wo es noch immer Orte ohne UMTS- und LTE-Empfang gibt. In Mainz und Wiesbaden haben wir zudem Tests bei schlechtem 3G- bzw. 4G-Indoor-Empfang durchgeführt. Zum Teil haben wir beim Netzwahlschalter des Smartphones auch ausgewählt, dass ausschließlich GSM genutzt werden soll, um zu simulieren, wie die Internet-Versorgung aussehen würde, wenn UMTS oder LTE - etwa innerhalb von Häusern - nicht verfügbar wäre.

Auf Seite 2 lesen Sie, welche Erfahrungen wir mit den Internet-Verbindungen im GSM-Netz bei der Deutschen Telekom und bei Vodafone gemacht haben.

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