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Apple Pay: Wird auch die Girocard der Sparkassen nutzbar?

Viele Banken sind bei Apple-Pay dabei. Nur die Sparkassen nicht. Sie hätten gerne die Girocard integriert.

Der Sparkassen-Verband gab eine eigene App in Auftrag, welche die Girocard und von der Sparkasse ausgegeben Kreditkarten aufnimmt. „Bereits seit Juli 2018 können Sparkassen-Kunden mit ihren Android-Smartphones im Einzelhandel bezahlen“, teilte der Deutsche Sparkassen- und Giroverband mit. Die Technik von Google (Android) erlaube es Nutzern, sowohl Kreditkarten als auch Sparkassen-Cards (Girocards) zu digitalisieren und auch über NFC für die Zahlung zu nutzen.

Sparkassen sagen nur halbe Wahrheit

Nicht alle Sparkassen Kunden können die spezielle App für Girocards und Kreditkarten schon nutzen. Nicht alle Sparkassen Kunden können die spezielle App für Girocards und Kreditkarten schon nutzen.
Foto: Picture Alliance / dpa
Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Da jede regionale Sparkasse ein eigenständiges Institut ist, kann diese entscheiden, ob sie solche Angebote an ihre Kunden weiter gibt oder nicht. Somit gibt es aktuell eine große Menge an Sparkassen, welche diese App für Ihre Kunden noch gar nicht anbieten. Einige haben es wohl für 2019 geplant.

Girocards bei Apple Pay nicht nutzbar

Mit Apple Pay können Girocards aktuell nicht genutzt werden. Nach Ansicht der Sparkassen schadet sich Apple damit letztlich selbst. „Um die Weiterentwicklung mobiler Zahlungslösungen hierzulande nicht zu bremsen, sollte Apple den Industriestandard NFC an seinen Endgeräten zu angemessenen Konditionen nicht nur für die eigene Lösung, sondern auch für Dritte öffnen“, forderte der Verband. Dass Apple das einfach so freigibt, wird von Experten bezweifelt.

Hierzu würden laut Sparkassenverband aktuell Gespräche mit dem US-Konzern geführt. Das Ziel sei, Smartphone-Zahlungen „ohne technische Hürden und Restriktionen, damit Kunden problemlos die für sie passende Lösung auswählen können“. Apple habe angekündigt, die Unterstützung von Girocards bei Apple Pay prüfen zu wollen.

Denkbar wäre, dass eine Anpassung des Girocard-Systems entwickelt wird, damit diese Karten zu Apple Pay passen. Denkbar wäre, das zunächst nur die von Sparkassen ausgegebenen Kreditkarten bei Apple Pay eingeklinkt werden (die Deutsche Bank macht es vor) und später noch die Debit-Karten des Maestro- und/oder V-Pay-Systems nutzbar sind. Denkbar wäre schließlich eine virtuelle Debit-Karte, wie es die Deutsche Bank anbietet.

Die Zeit spielt Apple in die Karten

Die Zeit spielt für Apple. Vielleicht sind bald deutlich mehr Kunden auf international kompatible Karten wie Maestro, Mastercard, V-Pay oder VISA umgestiegen. Selbst die bislang wenig akzeptierte Kreditkarte von American-Express, die es beispielsweise vom Bonuspunkte-Programm "Payback" kostenlos gibt, wird durch gesenkte Entgelte immer öfter nutzbar. All das könnte die Integration der komplizierten Girocard vielleicht überflüssig machen.

Aber selbst wenn sich Sparkassenverband und Apple am Ende einig werden, hinge es wieder von den örtlichen Sparkasse ab, ob und wann sie mit dabei sein wollen. Bei den Raiffeisen und Volksbanken ist es ähnlich. Diese Banken sind eigenständig und nur lose über ihren Verband organisiert.

Werden die Kunden ihre Bank wechseln?

Interessant ist aktuell die Frage, wie viele Sparkassen- oder Volksbank-/Raiffeisen-Kunden wegen fehlender Unterstützung von Apple Pay (oder Google Pay) ihre Bankverbindung wechseln oder sich für Apple Pay eine passende Zweitbank zulegen werden, weil sie nicht länger warten wollen.

So oder so: Schnelle Lösungen sind nicht zu erwarten.

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