Abgestraft

Verlierer: Diese mobilen Trends interessieren die Nutzer nicht

Mit großem Aufwand propagiert: Nicht alle Techniken setzen sich durch
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Manch eine mobile Technik wird mit großem Marketing-Aufwand eingeführt, doch auch nach Jahren nutzt sie kaum jemand. Eine Branchenexpertin stellt nun sechs Techniken vor, die bis heute nur stiefmütterlich genutzt werden.

Technische Entwicklungen, auch im Bereich der Mobilfunktechnik und des Mobile Computings, werden nicht immer nach den Wünschen der Nutzer realisiert. Oft steht dahinter lediglich eine Geschäftsidee, die einem renommierten Unternehmen oder auch einem Startup Millionen bescheren soll. Ausschlaggebend ist aber oft nicht die eigentliche Produktidee oder der Business-Plan, sondern schlicht und ergreifend, ob die Technik bei den Nutzern Anklang findet oder nicht.

Die sechs Verlierer in der Übersicht

Mobile Payment gehört mit zu den größten Flops der letzten JahreMobile Payment gehört mit zu den größten Flops der letzten Jahre 1. Flächendeckende Mobilfunknetz-Versorgung: Der Ausbau der Mobilfunknetze schreitet nach Ansicht von Dr. Bettina Horster, Direktorin Mobile im Verband der deutschen Internetwirtschaft (eco) nicht im erhofften Maße voran. Es gebe nach wie vor zu viele "funkfreie Gebiete", die Qualität mobiler Telefonate sei häufig unzureichend und der LTE-Ausbau kaum spürbar. Die Expertin spricht hier also nicht über eine "ungenutzte Technik" sondern wohl eher über ein Versäumnis.

2. Bring Your Own Device (BYOD): In den vergangenen Jahren wurde vermehrt propagiert, dass Angestellte aus Bequemlichkeitsgründen private Mobilgeräte vermehrt geschäftlich nutzen können sollen. BYOD habe sich binnen kürzester Zeit aber "vom Mega-Trend zum Mega-Flop" entwickelt. Die IT-Abteilungen in vielen Firmen hätten dem Anschluss "irgendwelcher Geräte" der Beschäftigten ans interne Firmennetz aus Sicherheitsgründen "rigoros einen Riegel vorgeschoben". Offenbar habe es sich als günstiger erwiesen, den Mitarbeitern firmeneigene Notebooks in die Hand zu drücken statt ein erhöhtes Sicherheitsrisiko durch private Geräte in Kauf zu nehmen.

3. RFID und NFC: Die beiden Nahfunktechniken seien seinerzeit als "Hoffnungsträger für eine vielfältige Palette neuer mobiler Anwendungsgebiete" gestartet. Bis jetzt habe keine dieser Techniken die von der Industrie formulierten Erwartungen auch nur "im Ansatz" erfüllt.

4. QR-Codes: Die mit dem Smartphone scanbaren Codes schienen "der Renner schlechthin" als "Brücke zwischen der analogen und digitalen Welt". Inzwischen seien QR-Labels zwar an vielen Stellen aufgedruckt, beispielsweise auf Pralinenschachteln oder Visitenkarten. Doch die Nutzer würden die Technik nur in einem verschwindend geringen Maße nutzen. Dr. Horster erwartet, dass QR-Codes "rasch wieder aus der Mode" kommen.

5. Mobile Payment: Das Bezahlen per Handy sollte laut zahlreicher Marktstudien, die eher das Wunschdenken der Industrie widerspiegelten, eigentlich schon 2005 den Markt im Sturm erobert haben. Bis heute hätten sich diese Prognosen "als Makulatur erwiesen" - keines der unzähligen Systeme konnte einen nennenswerten Marktanteil erringen.

6. Einfach-Handys für die Dritte Welt: Als "Auslaufmodell mit Ansage" tituliert Dr. Horster Einfach-Handys ohne Smartphone-Features. Die gut gemeinte Idee namhafter Hersteller, einfache und billige Handys in großen Stückzahlen in Entwicklungsländer zu verfrachten, sei "nicht aufgegangen". Auch dort wünscht sich die Bevölkerung wohl lieber Smartphones, was bei den fallenden Preisen bei vielen Herstellern als durchaus realistisch erscheint.

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