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Horrende Handy-Rechnungen: Kunden können mit Kulanz rechnen

Mobile Datennutzung als Kostenfalle, so reagieren die Mobilfunkbetreiber
Von Björn Brodersen
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Mobile Datendienste werden immer beliebter, das liegt nicht zuletzt an den über die vergangenen Jahre deutlich gesunkenen Nutzungspreise und gestiegenen Datenübertragungsraten in den Mobilfunknetzen. Immer wieder aber gibt es Fälle, in denen Mobilfunkkunden unerwartet hohe Rechnungen durch die mobile Nutzung von Internetdiensten per Handy, Laptop oder Netbook entstanden sind. Das liegt einerseits an den größeren Bandbreiten: Je schneller die Daten per UMTS bzw. HSDPA zum Handy fließen, desto größer das übertragene Datenvolumen und die dadurch entstehenden Kosten, wenn der Nutzer keine Flatrate gebucht hat. Das größte Kostenrisiko ist aber in vielen Fällen der Nutzer selbst: Wer sich mit den mobilen Datendiensten nicht auskennt, kann sie auch nicht verantwortungsvoll nutzen.

Zu den häufigsten Ursachen für explodierende Handy-Rechnungen durch Nutzung von mobilen Datendiensten gehören beispielsweise die Unkenntnis darüber, dass für bestimmte Handy-Dienste wie etwa die Fußgängernavigation oder Musik-Downloads Daten über das Mobilfunknetz übertragen werden, oder die intensive mobile Datenübertragung im Ausland mit einem nur hierzulande anwendbaren Flatrate-Tarif. Einer dieser beiden Gründe führte jüngst auch bei einem Fernfahrer zu einer Mobilfunkrechnung von mehr als 46 000 Euro (wir berichteten): Er hatte seine mobile Daten-Flatrate eines deutschen Mobilfunkanbieters im Ausland genutzt und rund 13 Stunden lang Daten auf sein Laptop heruntergeladen. Dass eine solche Flatrate nur die Nutzung innerhalb Deutschlands vorgesehen ist, war dem Kunden nach eigener Aussage nicht bewusst gewesen. Dass die Kosten durch die Nutzung im Ausland so hoch ausfielen, liegt an den sogenannten Daten-Roaming-Aufschlägen.

Theoretisch kann ein solches Missgeschick auch anderen, besser informierten Mobilfunkkunden geschehen, es muss nur ein unbeabsichtigt und unbemerkt ein Daten-Download im Ausland oder in Grenznähe in einem ausländischen Mobilfunk starten. Auch der falsche Internetzugangspunkt (APN) kann einen gewaltigen Preisunterschied ergeben. Wir haben jetzt die Mobilfunkbetreiber T-Mobile, Vodafone, E-Plus und o2 gefragt, ob sie die Kostenexplosion im Fall des Fernfahrers bemerkt und darauf reagiert hätten.

So hätten die Mobilfunkbetreiber nach eigener Aussage reagiert

Während der Münchener Netzbetreiber o2 unsere schon länger zurückliegende Anfrage bislang unbeantwortet ließ, stellten die anderen drei Unternehmen T-Mobile, Vodafone und E-Plus allesamt betroffenen Kunden eine Kulanzregelung in Aussicht. "Aktuell senden wir dem Kunden eine Information über Datennutzung im Ausland bei einem Verbrauch von 20 Euro am Tag", heißt es beispielsweise bei T-Mobile. "Kunden, die entgegen ihres sonstigen Surfverhaltens einen Verbrauch von mehr als 300 Euro auf ihrer Rechnung aufweisen, können gegebenenfalls mit einer Gutschrift rechnen." Eine automatische Kostenhöchstgrenze bietet T-Mobile für die mobile Datennutzung im Ausland nicht an. Ab Mai oder Juni soll der Kunde nicht nur eine allgemeine Informationen erhalten, wenn er in höherem Maße mobile Datendienste im Ausland nutzt, sondern auch den angefallenen Rechnungsbetrag angezeigt bekommen.

Auch Vodafone beobachtet nach eigener Aussage die Umsatzentwicklung der einzelnen Kunden. "In Ausreißerfällen, bei denen von unbeabsichtigter Nutzung auszugehen ist, werden die Kunden von unserem Vodafone-Service-Team unmittelbar kontaktiert und über die angefallenen Kosten informiert. Die Kunden erhalten eine ausführliche Beratung und werden auf Wunsch im Tarif optimiert", erklärt Vodafone auf unsere Anfrage. "Dabei steht im Vordergrund, dass eine individuelle Lösung für den Kunden gefunden wird. Die angefallenen Kosten werden im Regelfall anteilig gutgeschrieben."

Auf der folgenden Seite lesen Sie: So sehen die speziellen Auslands-Darife der Netzbetreiber aus.

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