Smartphone-Konto

o2 Banking: Smartphone-Konto im Praxistest

Bereits seit einiger Zeit gehen Telefónica und die Fidor Bank bei o2 Banking getrennte Wege. Das Smart­phone-Konto wird mitt­ler­weile in Koope­ration mit comdi­rect reali­siert. Doch für wen ist es wirk­lich inter­essant? Wir haben den Praxis­test gemacht.
Von Björn König

Bild: Telefónica Deutschland o2 Money in Kooperation mit der comdirect.
Bild: Telefónica Deutschland
Wer ein Smart­phone-Konto eröffnen will, hat die Qual der Wahl. Mitt­ler­weile tummeln sich viele Anbieter auf dem Markt, und man muss vor der Auswahl schon genau auf kleine Details und das eigene Nutzungs­profil achten. Kunden von Telefónica bekommen seit einiger Zeit sogar ein eigenes Konto­modell mit dem Namen o2 Banking ange­boten. Dies wurde zunächst in Koope­ration mit der Münchener Fidor Bank reali­siert, mitt­ler­weile ist man jedoch auf die Commerz­bank-Marke comdi­rect umge­schwenkt. Wir haben das Konto selbst einmal eröffnet und im Detail ange­schaut. Was ist daran beson­ders attraktiv - und für wen lohnt es sich konkret?

Konto­aus­stat­tung

Bild: Telefónica Deutschland o2 Money in Kooperation mit der comdirect.
Bild: Telefónica Deutschland
Man muss bedenken, dass die Zahl der wirk­lich kosten­losen Giro­konten immer weiter sinkt. Nahezu alle größeren Banken, Spar­kassen und Genos­sen­schafts­banken haben mitt­ler­weile Konto­füh­rungs­gebühren einge­führt oder setzen einen Mindest­geld­ein­gang für die kosten­freie Konto­füh­rung voraus. Leider scheint auch o2 Banking diesem Trend zu folgen. Laut Fußnote auf der Home­page wird für die kosten­lose Konto­füh­rung ein Geld­ein­gang von 700 Euro pro Monat oder alter­nativ drei Zahlungen per Google Pay/Apple Pay bzw. eine Wert­papier­trans­aktion voraus­gesetzt. Eben­falls gratis ist das Konto für Kunden unter 28 Jahren, andern­falls werden 4,90 Euro pro Monat berechnet.

Immerhin kann sich der abge­rufene Dispo­zins­satz mit 6,5 Prozent per anno durchaus sehen lassen. Ein weiterer Plus­punkt ist der Zugang zu Bargeld. Mit o2 Banking kann man beispiels­weise die Einzah­lungs­auto­maten in den Commerz­bank-Filialen dreimal pro Jahr kosten­frei mitbe­nutzen. Wer öfter Bargeld einzahlt, ist aber womög­lich trotz Konto­füh­rungs­gebühr bei der Commerz­bank selbst besser beraten. In diesem Fall sind Einzah­lungen unbe­grenzt oft gratis.

App-Funk­tionen

Die Benut­zer­freund­lich­keit der o2 Banking-App hinter­ließ bei uns einen eher gemischten Eindruck. Das lag zunächst einmal an der Notwen­dig­keit, zwei verschie­dene Apps zu instal­lieren. Nämlich einer­seits die o2 Banking-App selbst und darüber hinaus die comdi­rect PhotoTAN-App. In modernen Smart­phone-Konten wie beispiels­weise "Vivid Money" sind die Sicher­heits­funk­tionen bereits in der Banking-App selbst inte­griert, man muss also keine zweite Anwen­dung instal­lieren.

Auch erschloss sich in unserem Test nicht ganz der Sinn einer sepa­raten o2 Banking-App, denn im Grund­satz ist diese mit der Anwen­dung von comdi­rect iden­tisch, Unter­schiede gibt es ledig­lich im Design. o2 Banking-Kunden können sich umge­kehrt außerdem eben­falls per comdi­rect-App in ihr Konto einloggen. Einziger wirk­licher Unter­schied ist die Möglich­keit zur Budget­pla­nung mit "o2 Money", für das man sich zusätz­lich regis­trieren muss. Hier werden dann beispiels­weise Ausgaben kate­gori­siert und man erhält eine bessere Über­sicht zu den eigenen Trans­aktionen. o2-Kunden können über die App einen Bonus­zins in Höhe von 1 Prozent erhalten, sofern das bei o2 hinter­legte Konto über­tragen und der Kunden­status bestä­tigt wird. Einen weiteren Prozent­punkt Bonus bekommt man für die Nutzung von o2 Banking als Gehalts­konto.

Für wen lohnt sich das Konto?

Prin­zipiell sind die Kondi­tionen von o2 Banking in Koope­ration mit comdi­rect nun schlechter als zuvor bei der Fidor Bank, gleich­zeitig wurde aber die Kont­aus­stat­tung mit der jetzt vorhan­denen Giro­card und Bargeld­ein­zah­lungs­mög­lich­keiten bei der Commerz­bank verbes­sert. Wer keinen Mobil­funk­ver­trag bei o2 hat, profi­tiert vom Konto abseits der Stan­dard­kon­ditionen eher nicht. Immerhin werden aber Zahl­ver­fahren wie Apple oder Google Pay unter­stützt. Gestört hat uns vor allem der zusätz­liche Zwang, die PhotoTAN-App zu instal­lieren.

Insge­samt würden wir o2 Banking insbe­son­dere aufgrund der neu einge­führten Bedin­gungen für die kosten­freie Konto­füh­rung eher nicht empfehlen. Sofern man bereits über einen aktiven o2-Vertrag verfügt, kann sich der Bonus­zins even­tuell lohnen. Wer aller­dings bei einem anderen Mobil­funk­anbieter ist, dürfte nach unserer Einschät­zung keine wesent­lichen zusätz­lichen Vorteile erhalten bzw. unter Umständen sogar für das Konto zahlen. Inter­essante Alter­nativen mit wirk­lich bedin­gungslos kosten­freier Konto­füh­rung wären hier aus unserer Sicht beispiels­weise das bereits genannte Vivid Money, DKB, die Santander-Tochter Open­bank, N26 oder das kosten­lose Smart­phone-Konto von "Tomorrow".

Eine erste Einschät­zung zu o2 Banking von comdi­rect lesen Sie in einem weiteren Artikel.

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