Mobil-Dienste

Die Mobil-Angebote von ARD und ZDF fürs Handy

So gelingt die mobile Nutzung der Rundfunk-Angebote per Handy
Von Sebastian Friedrich
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Bereits seit 2007 werden für "neuartige Rundfunkgeräte" Gebühren fällig. Darunter fallen laut Gebühreneinzugszentrale (GEZ) neben Computern auch UMTS- oder WLAN-fähige Handys und Mobiltelefone mit integriertem Radioempfänger oder DVB-T-Empfangsteil. Wer weder über ein Radio noch ein TV-Gerät oder Autoradio verfügt, dafür aber einen PC oder ein Internet-fähiges Handy besitzt, wird mit momentan 5,76 Euro von der GEZ zur Kasse gebeten. Das stößt bei einigen Bürgern auf Unverständnis, wie die regen Diskussionen in Internet-Foren wie etwa gez-meine-meinung.de zeigen. Dabei fragen sich viele User, aus welchem Grund auch für moderne Smartphones eine Abgabe fällig wird. Wir zeigen im kurzen Überblick, wie Nutzer mobilen Zugang per Handy zu den Angeboten der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten erhalten.

Optimierte Webseiten

Handy-TVMobile-TV-Player Zusammengefasst teilt sich das Angebot der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten in für kleine Displays optimierte Webseiten und in Apps für Apples iPhone, die vereinzelt angeboten werden. Zusätzlich finden immer mehr Programmangebote auch den Weg auf Social-Media-Plattformen wie etwa Facebook, die sich ebenfalls problemlos über das Handy abrufen lassen. Besonders aktiv wurde beispielsweise während der Olympischen Winterspiele in Vancouver dieser neue Kommunikationskanal genutzt. Wer über ein Handy mit DVB-T-Empfänger verfügt oder ein im Handy integriertes Radio hat, kann zusätzlich über die klassischen ausgestrahlten Angebote von ARD und ZDF verfügen.

Mit der Portalseite mobil.ard.de lässt sich bereits seit längerem auf das Online-Angebot der ARD zurückgreifen. Von hier aus finden User auch zu den Angeboten etwa von der Tagesschau oder der Sportschau, wobei neben Text und Bild teilweise Videos zum mobilen Konsum angeboten werden. Wer sich über Videotext mit aktuellen Nachrichten auf dem laufenden halten möchte, findet unter www.ard-text.de/mobil das Videotextangebot der ARD. Die fehlenden Multimediainhalte wie Fotos oder Videos sparen lange Wartezeiten und verbrauchen nur wenig Datenvolumen. Das ZDF bietet unter m.zdf.de neben Nachrichten und Programmhinweisen auch den mobilen Zugriff auf die ZDF Mediathek. Die Videos liegen dabei im 3GP-Format vor und lassen sich somit problemlos mit einer UMTS-Verbindung laden.

iPhone-Apps

Mit der Tagesschau-App für das iPhone sorgte die ARD Ende vergangenen Jahres für Schlagzeilen. Viele Verlage sahen in dieser App eine marktverzerrende Rolle der öffentlich-rechtlichen Sender gegenüber privatwirtschaftlich organisierten Verlagen. Mittlerweile ist die Tagesschau-App zwar noch nicht im iTunes-App-Store verfügbar, dafür aber viele andere Apps öffentlich-rechtlicher Sender, die sich, abseits der Frage, ob sich durch Rundfunkgebühren finanzierte Sender überhaupt in diesem Markt präsentieren sollten, tatsächlich sehen lassen können. So bietet beispielsweise der MDR mit der App "Sputnik 2" die Möglichkeit, das Radioprogramm auf dem iPhone zu empfangen oder Videos abzurufen. Anfang des Jahres wurde über die Applikation auch ein Video-Livestream eines Konzertes angeboten. LG HB620TLG HB620T

Ähnliche Apps bieten mittlerweile viele Radiostationen der ARD, die ihr Programm auf dem iPhone über UMTS verfügbar machen. Dazu gehören unter anderem die Apps "MDR Jump", "SWR-Radio" oder "BR-Radio". Neben den redaktionellen Inhalten bieten manche Applikationen auch eine Weckfunktion oder Straßenkarten mit Stauwarnungen. Alle Apps werden kostenlos zur Verfügung gestellt. Übrigens: Apps für andere Smartphone-Betriebssysteme lassen bislang auf sich warten. Weder für Android noch Symbian gibt es Applikationen der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten.

TV via DVB-T, DVB-H und UMTS

Das TV-Programm der öffentlich-rechtlichen Sender lässt sich unterwegs auch auf dem Handy empfangen. Mobiltelefone wie das LG HB620T ermöglichen durch einen integrierten Empfänger für das digital terrestrische Signal den TV-Empfang in mit DVB-T versorgten Gebieten. Das speziell für mobilen TV-Empfang entwickelte DVB-H konnte sich trotz mehrfacher Startversuche in Deutschland bislang nicht durchsetzen. Mobile TV über UMTS bieten beispielsweise T-Mobile oder Vodafone an, wobei sich nur im Angebot von Vodafone Inhalte eines öffentlich-rechtlichen Senders (BR, "Rundschau") finden.

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