Windows Mobile

Startschuss für Windows Mobile 6.5 und Windows Marketplace

Microsoft stellt zusammen mit Partnern rund 30 Windows Phones vor
Von mit Material von dpa
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Mit einem neuen Smartphone-Betriebssystem und einem AppStore für Handy-Software will Microsoft seine Position im Mobilfunkmarkt gegen wachsende Konkurrenz ausbauen. Der Softwareriese präsentierte heute zusammen mit Partnern mehr als 30 verschiedene Windows Phones, die bis zum Jahresende in mehr als 20 Ländern vermarktet werden. "Windows Phones verbinden Arbeit und Spiel. Das ist ein Segment des Marktes, das bislang nicht gefüllt ist und in das ein Windows Phone perfekt hineinpasst", sagte Microsoft-Chef Steve Ballmer der Deutschen Presse-Agentur.

In Deutschland haben die Microsoft-Partner Acer, HTC, LG, Samsung, Sony Ericsson und Toshiba verschiedene Modelle von Windows Phones angekündigt, die mit dem neuen Betriebssystem Windows Mobile 6.5 laufen. Sie sollen bei allen Mobilfunk-Providern und teilweise auch im Einzelhandel ohne Handy-Vertrag erhältlich sein. Erstmals vorgestellt wurde die neue Version des mobilen Microsoft-Betriebssystems bereits auf dem Mobile World Congress (MWC) im Februar. Bereits seinerzeit wurde die Verfügbarkeit der ersten Handys mit der neuen Firmware zum Weihnachtsgeschäft angekündigt.

MyPhone und Marketplace parallel gestartet

Zusammen mit dem Betriebssystem führte Microsoft zwei neue Dienste ein, MyPhone und den Windows Marktplace for Mobile. Über den kostenfreien Dienst MyPhone kann der Anwender Fotos, Kontakte, SMS und andere Handy-Daten im Internet sichern und bei einem Verlust oder Austausch des Gerätes wieder herstellen. Außerdem kann man über diesen Service ein verloren gegangenes Windows Phone lokalisieren oder sperren lassen. Dafür verlangt Microsoft dann 5 Euro.

Über den Windows Marketplace for Mobile offeriert Microsoft ein Download-Portal für mobile Applikationen, um Apple mit dem iPhone und dem dazugehörigen AppStore Paroli bieten zu können. Zur Eröffnung des Marktplatzes in Deutschland waren allerdings einem Macwelt-Bericht zufolge lediglich 34 Anwendungen verfügbar - darunter zehn Spiele. Zum Vergleich: Im Android Market gibt es mittlerweile mehr als 10 000 Applikationen. Der AppStore für das Apple iPhone hält sogar mehr als 85 000 Programme für interessierte Nutzer bereit.

Die geringe Anzahl an Applikationen im Windows Marketplace verwundert, zumal es schon bisher zahlreiche Zusatz-Programme für Handys mit den mobilen Microsoft-Betriebssystem gab. Diese mussten Interessenten allerdings direkt beim jeweiligen Hersteller oder in Online-Shops kaufen, da eine zentrale Vermarktungsplattform nicht zur Verfügung stand. Auch in Zukunft soll der Marketplace im Gegensatz zum AppStore für das Apple iPhone nicht die einzige Bezugsquelle für Windows-Mobile-Software sein.

Microsoft hofft auf Privatkunden

Microsoft war mit seinem Angebot an Smartphones in der Vergangenheit vor allem bei größeren Unternehmen und Organisationen präsent. Diese Position soll nun auf das Marktsegment der privaten Anwender ausgedehnt werden. "Wir haben traditionell eine extrem starke Stellung im Business-Markt", sagte Ballmer der dpa. "Nun können wir unseren Anwendern mit dem neuen mobilen Internet Explorer, dem Service MyPhone oder dem Windows Marketplace for Mobile weitere Vorteile bieten." So hofft der Software-Riese, verstärkt auch private Anwender für seine Handys begeistern zu können. Auf dem Privatkunden-Markt spielte Windows Mobile bislang nur eine untergeordnete Rolle.

Experten sehen in Windows Mobile 6.5 ein Übergangssystem, das bereits im kommenden Jahr durch Windows Mobile 7 abgelöst wird. Dabei treten Microsoft und seine Partner gegen eine ganze Riege von Konkurrenten an. Neben dem Blackberry-Hersteller RIM und Apple mit dem iPhone macht vor allem Google mit seinem System Android dem Softwaregiganten Konkurrenz. Etliche Microsoft-Partner wie der taiwanesische Hersteller HTC haben parallel zu den Windows Phones auch Google-Handys im Programm oder zumindest angekündigt. Mit dem Smartphone-Marktführer Nokia, der mit seinem System Symbian zurzeit unter sinkenden Marktanteilen leidet, hatte sich Microsoft vor einigen Wochen in einer strategischen Allianz verbündet, die vor allem das Geschäftskundensegment betrifft.

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