Rückkehr

Microsofts Windows Blue: Start-Button wird "neu" erfunden

Desktop-Ansicht statt Kachel-Design wieder auswählbar
Von Marleen Frontzeck-Hornke / mit Material von dpa
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Microsoft holt den Start-Button in der neuen Version seines Betriebssystems Windows 8.1 auf die Oberfläche zurück. Das aus früheren Versionen bekannte Start-Feld erscheine künftig auf dem Bildschirm, sobald man die Maus in die untere linke Ecke bewegt, teilte Microsoft in einem Blog-Eintrag mit. Zugleich können Nutzer auch alternativ wieder die Desktop-Ansicht statt des neuen Kachel-Designs als Startbildschirm wählen. Damit reagiert Microsoft auf vielfache Kritik verunsicherter Nutzer.

Mit Windows 8 hat Microsoft mit vielen Traditionen in der Geschichte des Betriebssystems gebrochen und es fit für eine mobile Zukunft gemacht. Heutige PCs seien für eine Welt entworfen, in der die Menschen ihre mobilen Geräte über ein Touch-Display bedienten, schreibt Microsoft-Manager Antoine Leblond. Für diese Welt sei Windows 8 konzipiert. "Wir haben aber erkannt, dass es heute noch viele Geräte ohne Touch-Display gibt - vor allem im kommerziellen Bereich." Nutzern, die mit Maus und Tastatur unterwegs sind, solle damit nun die Navigation auf dem neuen System erleichtert werden.

Mehr Hintergünde mit Windows 8.1Mehr Hintergründe mit Windows 8.1 Tatsächlich war der Start des neuen Systems zunächst hinter den Erwartungen mancher Marktbeobachter zurückgeblieben. Erste Geräte mit Touch-Funktionalität der großen Hersteller ließen auf sich warten. Erst auf ihnen aber kann Windows 8 seine Stärken ausspielen. Vor allem Unternehmenskunden waren verunsichert. Mit Surface RT und Pro, den ersten Tablets aus Eigenproduktion des Softwareherstellers, will Microsoft die Attraktivität von Windows 8 unterstreichen. Ab Freitag ist das neue Surface Pro mit Intel-Prozessor in Deutschland im Handel. In einem ersten Hands-On konnten wir das Microsoft Surface Pro bereits einmal näher unter die Lupe nehmen.

Windows 8 mit dem Codenamen "Blue"

Leblond kündigte in seinem Blogeintrag auch weitere Details der neuen Version von Windows 8 mit dem Codenamen "Blue" an. So werde Windows 8.1 mit dem Internet Explorer 11 ausgestattet sein, der derzeit als einziger Browser speziell für die Navigation mit dem Finger gestaltet sei. Dateien sollen direkt in der SkyDrive-Cloud abgelegt werden können, so dass sie jederzeit auf verschiedenen Geräten verfügbar sind. Auch die Suche über Bing und die Darstellung der Suchergebnisse wurde optimiert.

Microsoft sei nur wenig mehr als sieben Monate mit Windows 8 auf dem neu eingeschlagenen Weg in die mobile Zukunft der Computernutzung, sagte Leblond. Es gebe inzwischen neue Geräte, ein starkes Wachstum beim App-Angebot und wesentliche Erweiterungen des Betriebssystems. Microsoft habe bereits Hunderte von Updates für Windows 8 und die verfügbaren Apps herausgebracht. "Wir sind gerade erst gestartet, und die potenzielle Zukunft vor uns ist gewaltig."

Eine erste Vorschau-Version von Windows 8.1 will Microsoft am 26. Juni auf der hauseigenen Entwicklerkonferenz Build in San Francisco veröffentlichen. In den Handel soll "Windows Blue" im August kommen. Für Nutzer von Windows 8 wird das Update kostenlos sein.

Alter Wein in neuen Schläuchen?

Mit diesen Worten preist Microsoft in seiner Pressemitteilung die vermeintlich neuen Funktionen an: "Diese Weiterentwicklung von Windows 8 wird eine neue Generation von PCs und Tablets hervorbringen. Sowohl Business-Anwender als auch Privatnutzer erhalten durch das Update neue Möglichkeiten sowohl für den Arbeitsalltag als auch für private Anwendungen."

Die Wahrheit sieht aber wohl eher so aus, dass Microsoft auf die langanhaltenden Bitten vieler langjähriger Windows-Nutzer hört und gerade für die Desktop-PC- und Notebook-Nutzer mit Maus und Tastatur den Start-Menü-Button als sinnvolle Bedienmöglichkeit wieder einführt.

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