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Fenster putzen: Microsoft darf für Streetside fotografieren

Erste Kameraautos fahren ab 23. Mai durch Nürnberg, Fürth und Erlangen

Ab 23. Mai fahren Streetview-Kameraautos durch Nürnberg, Fürth und Erlangen Ab 23. Mai: Streetview-Kameraautos fahren durch Nürnberg, Fürth und Erlangen
Screenshot: teltarif.de
Das Microsoft mit "Streetside" einen Konkurrenten zu Googles "Street View" plant ist seit längerem bekannt. Der Konzern aus Redmond darf nun damit anfangen, für den geplanten Kartendienst deutsche Häuser abzulichten, noch bevor er sich mit den amtlichen Datenschützern über die Verwendung und Nutzung der Fotos verständigt hat. Der Leiter der Datenschutzaufsicht in Bayern, Thomas Kranig, sagte der Nachrichtenagentur dapd: "Wir haben Microsoft zugesagt, dass sie die Daten erst einmal erfassen dürfen" - auch wenn die Nutzung, wie bereits erwähnt, noch nicht geregelt ist.

Ab 23. Mai fahren Streetview-Kameraautos durch Nürnberg, Fürth und Erlangen Ab 23. Mai: Streetview-Kameraautos fahren durch Nürnberg, Fürth und Erlangen
Screenshot: teltarif.de
"Wir haben intensive Gespräche geführt, die in mir die Hoffnung gestärkt haben, dass wir zu einer gütlichen Einigung kommen", sagte Kranig, der deshalb für das Thema zuständig ist, da die deutsche Microsoft-Niederlassung in Unterschleißheim bei München sitzt.

Gegenüber der dapd bestätigte der Technologie-Riese dass er seine Autos, die mit 360-Grad-Kameras bestückt sind, zunächst am Montag, den 23. Mai, durch Nürnberg, Fürth und Erlangen zu schicken. Insgesamt will der Konzern 60 deutsche Städte erfassen. Noch im Sommer sollen erste Straßenkarten über die Suchmaschine Bing aufgerufen werden können - mit Rundumsicht.

Fortsetzung der Gespräche geplant

Die Gespräche mit der Microsoft-Geschäftsleitung Deutschland sollen demnächst fortgesetzt werden, sagte Kranig. Er bleibe bei seiner Haltung, dass Microsoft denjenigen, die hinter den Fassaden wohnten, die Möglichkeit einräumen müsse, der Veröffentlichung zu widersprechen - und zwar bevor die Fotos ins Netz gestellt werden. Andernfalls müsse er den Start des deutschen Ablegers von Microsoft "Streetside" per amtlicher Verfügung verhindern. "Ich bin aber weiterhin guter Dinge, dass wir uns einig werden", sagte Kranig.

Auch Konkurrent Google hatte Nutzern zuvor ein Widerspruchs-Recht eingeräumt. Damit konnten die Nutzer verhindern, dass ihr Eigentum später bei StreetView erschien. Erst nach Ablauf der Widerspruchsfrist ging der Dienst online.

Microsoft sieht das anders und verweist auf einen Kodex des Branchenverbandes Bitkom. In diesem Kodex hatten sich viele Unternehmen darauf geeinigt, Nutzern erst nach der Publikation der Daten zu ermöglichen, diejenigen zu löschen, die sie persönlich betreffen.

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