Markenrecht

Prozess verloren: Microsoft muss Namen von SkyDrive ändern

Cloud-Dienst wird perspektivisch anderen Marken-Namen erhalten
Von Marc Kessler mit Material von dpa
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Microsoft wird nach einem verlo­renen Prozess den Namen seines Online-Speicher­dienstes SkyDrive ändern. Der TV-Konzern BSkyB war mit einer Marken­rechtsklage in Groß­britan­nien erfolgreich.

Name bleibt vorerst erhalten - neue Marke in Planung

MicrosoftMicrosoft muss den Namen
seines Cloud-Dienstes SkyDrive ändern
Eine heute bekannt­gege­bene Einigung der Unter­nehmen sieht vor, dass Microsoft auf eine Berufung verzichten wird und im Gegenzug eine Zeit lang den bisherigen Namen weiternutzen kann. Es gehe um einen sinnvollen Zeitraum für den Übergang zu einer neuen Marke, hieß es.

Es ist bereits das zweite Mal in wenigen Jahren, dass Microsoft einen Namen wegen Markenrechts-Problemen ändern muss. Zuvor traf es die aus Windows 8 bekannte Benutzer­oberfläche mit ihrem markanten Kachel-Design. Sie wurde von Microsoft ursprünglich "Metro" genannt, dann wurde der Name aber fallengelassen. Dem Vernehmen war der deutsche Handels­konzern Metro gegen den Namen vorgegangen.

Aus Sicherheitsgründen besser anderen Cloud-Anbieter wählen

Ohnehin sollten sich deutsche Nutzer überlegen, ob sie ihre Daten einem Cloud-Anbieter im Ausland - und hier im speziellen in den USA - anvertrauen. Denn bei US-Diensten wie Microsoft SkyDrive besteht das Problem, dass Sicher­heits­behörden sich jederzeit Zugriff auf die dort gespei­cherten Daten verschaffen können.

Einem Bericht des "Guardian" zufolge arbeitete Microsoft eng mit dem US-Geheimdienst NSA und der US-Bundespolizei FBI zusammen. Der US-Geheim­dienst habe die Möglichkeit zum Zugriff auf eigentlich verschlüsselte E-Mails bekommen, ebenso wie zu Daten beim Online-Speicherdienst SkyDrive. Die US-Geheim­dienste bekamen dem Bericht zufolge auch die Möglichkeit, über Skype geführte Video­telefonate mitzuschneiden - und sollen davon auch regen Gebrauch gemacht haben.

Bundes­innen­minister Hans-Peter Friedrich (CSU) hat deutschen Nutzern bereits geraten, amerikanische Dienste zu meiden. Computer­experten raten dazu, die eigene Kommunikation zu verschlüsseln und für das Speichern von Daten Cloud-Anbieter mit Sitz außerhalb der USA zu nutzen.

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