Quartalszahlen

Microsoft: Gewinnrückgang und Umsatzstagnation unter neuem Chef

Microsoft befindet sich mitten in der Neuaufstellung. Die erste Quartalsbilanz, die der frisch gekürte Chef Satya Nadella präsentieren kann, fällt vor diesem Hintergrund gemischt aus. Es gibt jedoch jede Menge Lichtblicke.
Von dpa / Jennifer Buchholz
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In seinem ersten Quartal an der Spitze von Microsoft muss sich der neue Konzernchef Satya Nadella mit einem geschrumpften Gewinn zufriedengeben. Im dritten Geschäftsquartal (Januar bis März) verdiente der Windows-Hersteller unterm Strich knapp 5,7 Milliarden Dollar und damit sieben Prozent weniger als im Vor­jahres­zeitraum. Der Umsatz stagnierte nahezu bei 20,4 Milliarden Dollar.

Internetdienste sollen über die Rechenzentren von Microsoft laufen

Konzernchef Satya Nadella stellt die neuen Quartalszahlen vorKonzernchef Satya Nadella stellt die neuen Quartalszahlen vor Nadella selbst zeigte sich zufrieden mit dem Abschneiden. "Wir machen gute Fortschritte bei unseren Angeboten für Ver­braucher wie Bing und Office 365 Home. Und unsere Firmen­kunden nehmen unsere Cloud-Lösungen an", erklärte er am Firmensitz in Redmond. Microsoft werde davon auch lang­fristig profitieren.

Mit den Geschäfts­zahlen übertraf das Unternehmen die Erwartungen der Analysten. Die Aktie stieg nachbörslich um annähernd drei Prozent. Dass die Zahlen auf den ersten Blick schwächer aus­gefallen waren, lag auch an ungünstigen Buchungs­effekten.

Nadella hat die Devise "mobile-first, cloud-first" ausgegeben. Daten und Anwendungen sollen über das Netz von jedem Gerät aus erreichbar sein - auch von solchen, die von der Konkurrenz stammen. Ihm ist vor allem wichtig, dass die im Hintergrund ablaufenden Internet­dienste über die riesigen Rechenzentren von Microsoft laufen.

Die Strategie scheint aufzugehen: Das sogenannte Cloud-Geschäft mit der Plattform Azure wuchs um 150 Prozent. Auch die Cloud-Bürosoftware Office 365 verkaufte sich blendend. "Wir gewinnen Markt­anteile hinzu", erklärte der fürs Tages­geschäft zuständige Manager Kevin Turner. Nadella hatte als symbol­trächtigen Schritt jüngst das Office-Paket auch für Apples iPad verfügbar gemacht.

Cloud- und Smartphone-Geschäft als zweites Standbein

Nadella will Microsoft mit dem Cloud-Geschäft unabhängiger vom geschrumpften PC-Geschäft und dem Betriebssystem Windows machen. Zuletzt mehrten sich allerdings die Anzeichen, dass die Talsohle hier erreicht sein könnte. Microsoft selbst berichtete von gestiegen Verkäufen besonders im Firmenkunden-Geschäft. Viele Unternehmen müssen ihre alten XP-Computer austauschen, da der reguläre Service für das alte Betriebssystem abgelaufen ist. Überraschenderweise stieg jedoch ebenfalls der Windows-Absatz im Privatkunden-Geschäft.

Heute soll der Zukauf von Nokias Handygeschäft abgeschlossen werden, mit dem Microsoft seinen Vorstoß auf Smartphones voranbringen will. Die alte Microsoft-Führung hatte es nicht geschafft, die Vorherrschaft von Apples iPhone und von Smartphones mit Googles Betriebssystem Android zu brechen. Noch immer fristet das eigene System Windows Phone ein Nischendasein, wenngleich die Marktanteile steigen.

Es ist das erste Mal, dass der Nadella die Quartalszahlen präsentierte. Der Firmenveteran steht seit Anfang Februar an der Spitze des Software-Konzerns. Er löste Steve Ballmer ab. Ihm steht beratend der Mitgründer und langjährige Chef Bill Gates zur Seite.

Mehr zu der Übernahme von Nokia durch Microsoft haben wir in einer gesonderten Meldung für Sie zusammengefasst.

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