Lumia X

Nokia-X-Serie soll als Billig-Lumia-Reihe fortgesetzt werden

Microsoft stampft die Nokia-X-Serie ein - zugunsten günstigerer Lumia-Modelle mit Windows Phone. Dieser Schritt ist logisch - aber bringt er den ersehnten Durchbruch?
Von Marie-Anne Winter
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Wie bereits berichtet, setzt Microsoft bei seiner Umstrukturierung vor allem bei der Nokia-Sparte die Axt an. Auch das erfolgreich gestartete Android-Modell Nokia X soll nicht weiter produziert werden, obwohl kürzlich mit dem Nokia X2 sogar noch ein Folgemodell angekündigt wurde.

Damit zieht der Konzern den Schlussstrich unter Nokias Versuch, einen Fuß in die Tür zur Android-Welt zu bekommen. Dieser Schritt ist nur logisch, denn Microsoft ist nun einmal der Windows-Konzern, und wenn die Redmonter mit ihrem bislang eher mäßig erfolgreichen mobilen Betriebssystem Windows Phone aus dem Quark kommen wollen, ist das letzte, was sie dabei brauchen können, Konkurrenz aus dem eigenen Haus.

Insofern überrascht nicht, dass Microsoft auch die S40-Feature-Phones und die als Einstieg ins Smartphone-Segment positionierten Asha-Geräte aufgibt, wie The Boy Genius Report India erfahren haben will. Diese Modelle sind ein Überbleibsel aus den glorreichen Symbian-Zeiten, in denen Nokia mit zahlreichen attraktiven Modellen unangefochtener Weltmarktführer war. Obwohl Nokia dem in die Jahre gekommenen Betriebssystem mit Symbian Belle noch ein durchaus zeitgemäßes Update verpasst hatte, gab der Hersteller die Weiterentwicklung im vergangenen Jahr zugunsten von Windows Phone auf. Das war, wie sich nun herausgestellt hat, der Anfang vom Ende von Nokia als eigenständigem Hersteller.

Nokia X soll Lumia werden

Microsoft tritt Android in die Tonne: Aus für Nokia XMicrosoft tritt Android in die Tonne: Aus für Nokia X Entsprechend heißt es in einem Rundschreiben von Stephen Elop [Link entfernt] an die Microsoft-Mitarbeiter, es gelte nun, sich insbesondere auf den Markt für Windows Phone zu konzentrieren. Kurzfristig werde Microsoft die Windows-Phone-Verkaufszahlen ankurbeln, indem mit der Lumia-Reihe vor allem günstigere Smartphone-Segmente bedient würden, die den am schnellsten wachsenden Bereich im Markt bilden. Zusätzlich zu dem bereits geplanten Modell-Angebot sollen schnell weitere Low-Cost-Lumia-Geräte ausgeliefert werden können, indem ausgewählte künftige Nokia-X-Designs und -Produkte auf Windows-Phone-Geräte übertragen werden.

In seiner E-Mail kündigt Elop weitere organisatorische Veränderungen an. Als Folge der Ausrichtung auf Windows Phone legt Microsoft die früheren Nokia-Sparten Smart Devices und Mobiltelefone zum Geschäftsbereich Phones zusammen. Das Phones-Team ist sowohl für den Erfolg der Lumia-Produkte als auch für den Übergang bestimmter künftiger Nokia-X-Produkte zu Lumia und den laufenden Geschäftsbetrieb verantwortlich. Den neuen Geschäftsbereich übernimmt künftig Jo Harlow.

Die technischen Abteilungen für die Smartphone-Konstruktion für zukünftige High-End-Lumia-Produkte sollen im finnischen Salo und für günstigere Geräte in Tampere konzentriert werden. Dafür sollen entsprechende Stellen in Peking und San Diego abgebaut werden, wobei die beiden Standorte weiterhin Nebenrollen spielen sollen. Die Standorte Espoo und Lund sind künftig auf die Entwicklung von Anwendungssoftware spezialisiert.

Auf dem Weg zum Weltmarkt

Ob das der Befreiungsschlag wird, mit dem Windows Phone sich endlich als ernstzunehmende dritte Plattform nach Android und iOS auf dem Weltmarkt durchsetzen kann? Möglich ist es durchaus - denn aus dem durchschlagenden Erfolg von Android ist vor allem zu lernen, dass günstige Geräte, die alle gängigen Smartphone-Funktionen beherrschen, rasante Verbreitung finden - vor allem wenn sie billiger sind als bisherige Modelle mit vergleichbaren Eigenschaften. Wenn Microsoft jetzt auch noch hinkriegt, das große Android-Problem mit den Hersteller-spezifischen Versionen und entsprechenden Update-Problemen in der Form gar nicht erst entstehen zu lassen, stehen die Chancen für künftige Lumia-Generationen gar nicht schlecht.

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