Ausprobiert

Microsoft Lumia 535: Günstiges Selfie-Phone im Test

Der Hersteller Microsoft eröffnet seine eigene Lumia-Reihe mit einem Einsteiger-Smartphone im unteren Preissegment. Wir haben das Microsoft Lumia 535 im Alltag getestet und überprüft, ob die Lumia-Reihe von dem Hersteller­wechsel profitiert oder eher gelitten hat.
Von Paulina Heinze
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Das Microsoft Lumia 535 wird mit der aktuellen Betriebs­system-Version Windows Phone 8.1 mitsamt Lumia Denim ausge­liefert, die im Vergleich zur Vorgänger­version einige neue Features mit sich bringt. Um die bekannt gewordenen Probleme der Touchscreen-Funktionalität zu beheben, lieferte Microsoft bereits ein Update für die Single-SIM-Variante des Lumia 535.

Microsoft Lumia 535Cortana trägt neuen Termin im Kalender ein So findet etwa der nun deutsch­sprachige Sprach­assistent Cortana in der Alpha-Version auf unserem Gerät Platz. Die Aktivierung kann entweder über die Such-Taste oder Live-Kachel erfolgen. Bei der Art der Kommunikation passt sich Cortana dem Nutzer an: Wird der Sprach­assistent angesprochen, antwortet Cortana auch verbal, bei der Eingabe über die Tastatur reagiert Cortana ebenfalls textlich und lautlos. Unsere Befehle und Anweisungen wurden von Cortana weitest­gehend richtig verstanden: Wir haben neue Termine eintragen und wieder verschieben lassen, Programme starten lassen, Notizen diktiert oder eine Weckzeit ausgemacht. Bei Fragen werden uns die Ergebnisse aus der Bing-Suche angezeigt. Für eine Alpha-Version zeigt sich die deutsche Cortana schon von einer guten Seite. Weiterhin kann der Nutzer Ruhezeiten und Durchstellungs­regeln festlegen. Während der Ruhezeiten kümmert sich Cortana um eingehende Anrufe und SMS und deaktiviert andere Benach­richtigungen.

Microsoft Lumia 535Anlegen von Ordnern und App-Ecke Mit der neuen OS-Version gelangt auch die App-Ecke auf das Lumia, mit der eine benutzer­definierte Startseite mit ausgewählten Anwendungen erstellt werden kann. So kann der Handy-Besitzer selbst entscheiden, welche Funktionen freigeschaltet sind, wenn das Gerät aus der Hand gegeben wird. Auf dem Start­bildschirm können nun einzelne Live Tiles in Ordnern strukturiert werden, die nach Belieben benannt werden können. Im Action Center kann ein Schnell­zugriff für bis zu vier Anwendungen individuell gewählt werden. Das Update 1 bringt nun auch individuelle Snooze-Zeiten innerhalb der Wecker-App mit.

Neben nützlichen Anwendungen wie Adobe Reader und den hersteller­eigenen Apps HERE Drive+ und Maps sowie dem Office-Paket ist unser Testgerät mit ziemlich vielen Fremdanwendungen versehen. Für vorinstallierte Apps wie maxdome, n-tv, Skype oder Xing ist nicht jeder Nutzer dankbar. Das Deinstallieren unerwünschter Apps ist jedoch ganz einfach möglich. Von dem insgesamt 8 GB großen internen Speicher sind bei unserem Testmodell nur noch rund 3,2 GB zur beliebigen Verwendung frei. Neben der Erweiterung per Speicher­karte stehen Lumia-Nutzern noch 15 GB Online­speicher via OneDrive zur Verfügung.

Snapdragon-200-Prozessor und wechselbarer Akku

Microsoft Lumia 535Austauschbarer Akku und microSD-Karten-Slot Beim Lumia 535 setzt Microsoft weiterhin auf einen Prozessor aus dem Hause Qualcomm. Höchst­leistungen dürfen vom Snap­dragon 200 (MSM8212), dessen vier Rechenkerne mit je 1,2 GHz getaktet sind, nicht erwartet werden. Alltags­aufgaben und einfache 3D-Spiele können mit dem Smartphone weitestgehend reibungslos ausgeführt werden. Während unseres Testbetriebs konnten wir vereinzelte Verzögerungen bei aufwändigeren Spielen feststellen.

Der austauschbare Akku im Lumia 535 besitzt eine Kapazität von 1 905 mAh. Dies reichte in unserem Test gerade so für einen ganzen Nutzungstag aus. Das einstündige Abspielen eines Videos über WLAN und bei einer voller Display­helligkeit hat bei uns rund 21 Prozent Akkulebensdauer verbraucht. Die geschätzte Angabe der verbleibenden Zeit ist hingegen von 10 Tagen und 11 Stunden auf 5 Tage und 4 Stunden gesunken. An Sensoren bringt das Lumia 535 einen Umgebungslicht-, Beschleunigungs- und Näherungs­sensor mit.

Mobiles Surfen und Sprachqualität

Microsoft Lumia 535Surfen mit Internet Explorer 11 Das Lumia 535 ermöglicht Übertragungs­geschwindigkeiten von bis zu 42,2 MBit/s im Downstream sowie 5,76 MBit/s. Eine LTE-Unterstützung liefert das Gerät nicht. Für das mobile Surfen im Internet ist der Internet Explorer 11 vorinstalliert. Der Wechsel vom WLAN- in den UMTS-Empfang und umge­kehrt meistert das Gerät tadellos. Bei der Nutzung der Telefonie­funktion wird unser Gesprächs­partner ausreichend laut und verständlich wiedergegeben. Das Lumia 535 besitzt nur ein Mikrofon mit einem Lärmfilter. Der Klang über den Mono-Lautsprecher auf der Rückseite des Smartphones zeigt sich von einer bescheidenen Seite. Für diese Preisklasse geht das jedoch völlig in Ordnung.

5-Megapixel-Kamera auf der Front- und Rückseite

Microsoft Lumia 5355-Megapixel-Kamera auf der Front- und Rückseite Sowohl die Front- als auch die Rückkamera des Lumia 535 lösen mit maximal 5 Mega­pixel auf. Die Hauptkamera profitiert zudem von einem LED-Blitz und Autofokus. Unseren Testaufnahmen mit der Linse auf der Rück­seite des Handys fehlt es bei guten Licht­verhältnissen etwas an Farb­intensität. Ein Vergleich mit den Kamera­aufnahmen mit dem Vorgänger­modell Lumia 530 zeigen sogar kräftigere Farben (Testbild mit Lumia 530). Bei schlechten Licht­verhältnissen ohne Blitz weisen unsere Aufnahmen einen Grün-Stich auf, dennoch sind die einzelnen Farben noch alle gut zu erkennen. Der Nutzer kann Helligkeit, Verschlusszeit, ISO-Wert, Fokus und Weißabgleich manuell anpassen. Für diese Preisklasse ermöglicht die Kamera die Aufnahme von durchaus brauchbaren Schnapp­schüssen. Videos können mit einer Auflösung von höchstens 848 mal 480 Pixel aufgenommen und abgespielt werden. Zwar fehlt wie bereits beim Lumia 530 eine physische Kamerataste am Gehäuserand, im Action Center kann aber eine Schnelltaste zur Kamera­anwendung hinterlegt werden.


Die Frontkamera überzeugt hier schon eher, zumal diese ebenfalls Fotos mit einer 5-Megapixel-Auflösung liefert. Neben einem Fix-Fokus ist die Linse mit einem Weitwinkel-Objektiv ausgerüstet, das Gruppen-Aufnahmen mit der Frontkamera ermöglichen soll. Mit der vorinstallierten Lumia-Selfie-App können Filter über die Aufnahmen gelegt werden oder mit Hilfe eines akustischen Signals Selbstporträts mit der Rückkamera aufgenommen werden.

Fazit: Einsteiger-Smartphone für Selfie-Freunde

Die Einzelnoten im Handy-Test:
  • Technische Ausstattung: 2
  • Bedienung, Handling, Software: 2
  • Hardware, Verarbeitung, Material: 2,5
  • Basis-Feature des Handys: 2,5
  • Einschätzung des Redakteurs: 2
  • Gesamtnote: 2,2
Mit dem Lumia 535 bringt Microsoft ein Einsteiger-Smartphone in der unteren Preisklasse auf den Markt, das mit einem aktuellen Betriebssystem punkten kann. Viel Ausdauer und Leistung darf von diesem Modell zwar nicht erwartet werden, dennoch ist das erste Lumia-Gerät aus dem Hause Microsoft ein zuverlässiger Begleiter und meistert alltägliche Aufgaben solide. Vor allem die Front­kamera mit ihrem Weitwinkel-Objektiv dürfte Selfie-Enthusiasten erfreuen.
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