Wettbewerb

Microsoft und Google wollen auf gegenseitige Angriffe vor Regulierern verzichten

Microsoft und Google wollen sich auf Geschäft und Kunden konzentrieren, anstatt sich vor Regulierern auseinanderzusetzen. Dabei dominiert Google mit Android den Smartphone-Markt, während Microsofts Windows Phone fast bedeutungslos ist.
Von mit Material von dpa
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Die Erzrivalen Google und Microsoft wollen einander nicht mehr bei Regulierungsbehörden anschwärzen. Microsoft habe sich bereiterklärt, die Beschwerden gegen Google zurückzuziehen, sagte ein Sprecher dem Technologieblog Recode am Freitag. "Wir werden uns weiterhin darauf konzentrieren, aktiv um Geschäft und Kunden zu konkurrieren." Auch Google erklärte, man wolle, dass die Unternehmen nicht in rechtlichen Streitigkeiten, sondern mit ihren Produkten im Wettbewerb stünden.

Die Nachricht kam wenige Tage, nachdem die europäischen Kartellwächter Google den Missbrauch einer Markt-Dominanz beim Smartphone-System Android vorgeworfen haben. Microsoft hatte mit seinen Beschwerden einen Anstoß für die jahrelangen Wettbewerbsermittlungen der EU-Kommission gegen Google gegeben. Zunächst warf Brüssel dem Internet-Konzern vor einem Jahr die Benachteiligung von Konkurrenten und Verbrauchern bei der Shopping-Suche vor. In den Verfahren gab es inzwischen auch diverse andere Beschwerdeführer außer Microsoft.

Die Einigung sei seit einiger Zeit vorbereitet worden, erklärten die Unternehmen Recode. Bereits vor einiger Zeit war bekanntgeworden, dass Microsoft aus der Industriegruppe ICOMP ausgetreten war, die Google Wettbewerbsverstöße vorwirft. Der Windows-Konzern ließ auch seine Patentklagen gegen Google fallen, verlangt aber weiterhin Lizenzzahlungen von Herstellern von Google-Geräten.

Android erfolgreich - Windows 10 Mobile fast bedeutungslos

Microsoft und Google wollen nicht mehr vor Regulierern streitenMicrosoft und Google wollen nicht mehr vor Regulierern streiten Im Bereich der mobilen Betriebssysteme ist Google mit Android unangefochtener Marktführer, während das Windows Phone bzw. Windows 10 Mobile von Microsoft nahezu in die Bedeutungslosigkeit versinkt. So konnte der Konzern im vergangenen Geschäftsquartal nur 2,3 Millionen Lumia-Smartphones absetzen. Das ist ein Rückgang um 73 Prozent gegenüber dem gleichen Quartal des vergangenen Jahres.

Nach wie vor krankt das mobile Windows-System vor allem an der Verfügbarkeit von Apps. Pläne, ähnlich wie Blackberry eine Android Runtime zu integrieren, so dass auch Anwendungen genutzt werden können, die eigentlich für das Betriebssystem von Google programmiert wurden, hat Microsoft wieder fallengelassen.

Inzwischen gibt es Gerüchte, nach denen der Konzern die von Nokia übernommene Lumia-Modellreihe aufgeben will. Stattdessen sollen im kommenden Jahr Smartphones unter der Bezeichnung Surface auf den Markt kommen.

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