Windows 10 Mobile

Nadella: Wir machen irgendwann neue Smartphones

Gestern stellte Microsoft nicht nur das Surface Notebook vor, sondern auch Windows 10 S als Konkurrent für Googles Chrome OS. Spannend wird es hingegen bei dem, was am Rande erzählt wurde.
Von Stefan Kirchner
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Surface Phone mit Windows 10Satya Nadella spricht ein wenig über die Zukunft von Windows 10 für Smartphones Satya Nadella will das Abenteuer Smartphone nicht komplett aufgeben und sagt gewissermaßen, dass Windows 10 Mobile entgegen des öffentlichen Eindrucks nicht eingestellt wird. Dies hat der Microsoft-CEO in einem Podcast-Interview mit MarketPlace.org verraten. Konkret zu den Plänen wollte sich Nadella zwar nicht äußern, aber immerhin hat er gewissermaßen einen Neustart angekündigt. Vielmehr schwebt dem Microsoft-Chef ein durchschlagendes Gerät vor, so wie damals mit dem ersten Surface Pro.

Genauer gesagt sprach Nadella davon, dass Microsoft mehr Smartphones machen würde, sie aber nicht so aussehen wie man sie derzeit kennt. Angesichts der eingestellten Produktion eigener Windows-Phone-Geräte und der gestrichenen Gerätekategorie im offiziellen Online-Shop von Microsoft keine große Kunst. Bis es jedoch soweit ist, dass Microsoft mit eigenen Geräten in das Smartphone-Geschäft zurückkehrt, werden OEM-Partner diese Rolle übernehmen. Als prominentes Beispiel nennt Nadella HP, dessen Elite X3 Smartphone für Geschäftskunden gedacht ist.

Kein Wunder, dass die Continuum-Funktion an dieser Stelle hervor gehoben wird. Immerhin hat Microsoft damit den ersten tatsächlich einigermaßen brauchbaren Weg gefunden, dass eigene (Windows-)Smartphone zum Desktop-Ersatz aufzuwerten.

Hinweis auf das Surface Phone?

Bei all diesen vagen Andeutungen lässt sich einiges hinein interpretieren in die Aussage von Satya Nadella. Die naheliegende Wahrscheinlichkeit ist das Surface Phone, welches seit Monaten immer mal wieder kurz auftaucht. Zumindest wäre der Vergleich zur Surface-Reihe der 2-in-1-Geräte hergestellt. Auch bei diesen hatte man Microsoft damals mit dem ersten Modell nicht gerade viel zugetraut und heute gelten die Surface-Modelle als Vorzeigeprodukt.

Ein klares Bekenntnis zu Windows 10 Mobile klingt zumindest anders, sodass die Zukunft der mobilen Windows-Plattform nach wie vor als völlig offen zu betrachten ist. Inoffiziell ist Windows 10 Mobile in seiner jetzigen Form für zahlreiche Nutzer bereits gestorben. Ob ein vollwertiges Windows 10 for ARM da Abhilfe schaffen kann bleibt zweifelhaft.

Immerhin wäre ein simples Upgrade von Windows 10 Mobile auf Windows 10 trotz des prinzipiell gleichen Kernel ein schwieriges Unterfangen. Vielmehr dürfte ein harter Schnitt wie damals bei dem Wechsel von Windows Phone 7 auf Windows Phone 8 wahrscheinlicher sein.

Studenten und Schüler sind das neue Ziel

Aktuell konzentriert sich Microsoft ohnehin auf eine neue Zielgruppe: Schüler, Studenten und Lehrkräfte wenn man so will. Mit dem gestern vorgestellten Windows 10 S hat der Redmonder Konzern ein beschnittenes Windows-Betriebssystem mit etlichen Einschränkungen speziell für den Bildungsbereich vorgestellt. In den USA hat in dieser Branche zuletzt Google mit seinem Chrome OS und damit ausgestatteten Chromebooks für Furore gesorgt.

Allerdings ist dafür das Surface Laptop weniger gut geeignet, bei dem es sich quasi um das Surface Book als klassisches Notebook handelt. Dies zeigt sich nicht nur im fest verbauten sowie nicht abnehmbaren Display, sondern auch bei den Preisen, die ab 1149 Euro in Deutschland beginnen.

Im Bezug auf den Bildungsbereich spielt auch das zuletzt veröffentlichte Windows 10 Creators Update eine größere Rolle mit Blick auf mobile Geräte. Immerhin ist die Version für Windows-10-Mobile-Geräte deutlich später freigegeben worden und auch das nur noch für eine Handvoll Modelle. Insofern wird es wirklich Zeit, dass Microsoft endlich mal klar Stellung bezieht zur Zukunft von Windows auf dem Smartphone, wie auch immer sie ausfallen mag.

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