Hinter den Kulissen

Besuch im Microsoft Cloud Control Center

Microsoft und T-Systems arbeiten bei der Microsoft Cloud Deutschland zusammen. teltarif.de konnte einen Blick hinter die Kulissen werfen.
Aus Berlin berichtet Daniel Rottinger
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Im Rahmen einer Pressekonferenz hat Microsoft den Start von Office 365 Deutschland bekanntgegeben und die genaue Funktionsweise der Microsoft Cloud Deutschland erläutert. Dabei konnten wir uns zusammen mit anderen Journalisten bei einem Vorort-Besuch einen Eindruck vom Microsoft Cloud Control Center in Berlin machen.

Microsoft-Zugang zur Cloud nur über T-SystemsMicrosoft-Zugang zur Cloud nur über T-Systems Aufgrund von hoher Nachfrage hatte Microsoft laut eigener Aussage Ende November 2015 eine in Deutschland gehostete Cloud-Lösung angekündigt. Etwa ein Jahr später ging die Deutschland Cloud des IT-Konzerns am 21. September 2016 an den Start. Zum Launch war allerdings nur Micrsofts Azure verfügbar, erst gestern ist mit Office 365 ein weiterer großer Service zum Portfolio des deutschen Cloud-Angebots hinzugekommen. Als US-Unternehmen Microsoft möchte potenziellen Kunden das Gefühl geben, dass kein Zugriff auf die Daten aus den USA (etwa von Behörden) erfolgen kann. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, hat sich das Unternehmen für den Einsatz eines Datentreu­händers entschieden. Wie das Datentreuhand-Modell in der Praxis funktioniert konnten wir uns im Microsoft Cloud Control Center, welches von T-Systems betreut wird, im Rahmen einer Live-Demonstration ansehen. Auf dem Termin wurde die Erstellung eigener Fotos aus Vertraulichkeitsgründen untersagt.

So erhält der Microsoft-Techniker Geleitschutz von T-Systems

Wenn Wartungs­arbeiten an einem Cluster innerhalb des Server-Konstrukts der Deutschland Cloud erforderlich sind, tritt Microsoft nur indirekt auf den Plan. Stattdessen kommt die T-Systems zum Zuge und überwacht, welche Arbeiten ein Microsoft-Mitarbeiter per Remote durchführen möchte. Der ITler von T-Systems gewährt dem Microsoft-Techniker einen zeitlich begrenzten Zugang und räumt ihm nur die Rechte ein, die er für den spezifischen Task benötigt. Während des eigentlichen Wartungsvorgangs überwacht der T-Systems-Mitarbeiter die Befehlseingaben des Technikers. Dadurch soll verhindert werden, dass Microsoft etwas anders macht als abgesprochen.

Nur nach Genehmigung: Arbeiten direkt mit Kundendaten

Microsoft soll nur dann Zugriff auf Nutzerdaten erhalten, wenn dies der Kunde wünscht. Als Beispiel führt der IT-Konzern etwa an, dass ein Nutzer Unterstützung bei seiner Cloud benötigt, nachdem er einen Datenbank-Crash verursacht hat. Der Anwender müsse dann eine ausdrückliche Genehmigung erteilen, dass Microsoft für speziell diesen Supportauftrag Zugang erhält. Sobald der Auftrag abgeschlossen ist, erlischt die Freigabe für Microsoft. Beim nächsten Supportauftrag muss dieser erneut eine Berechtigung für den Vorgang erteilen, andernfalls darf der IT-Konzern nicht auf die Daten zugreifen.

Wo werden die Daten der Microsoft Cloud Deutschland gespeichert?

Die Daten der Microsoft Cloud Deutschland lagern in Rechenzentren im Raum Frankfurt und Magdeburg. Durch den Einsatz von zwei Server­standorten soll gewährleistet werden, dass die Daten auch bei Störungen an einem Standort weiterhin für den Nutzer verfügbar bleiben. Da Microsoft selbst für die Anschaffung der Server aufgekommen ist, hat der IT-Konzern in den Aufbau seiner Deutschland Cloud investieren müssen. Zusätzlich verursacht der Betrieb von zwei Microsoft-Cloud-Zentren, neben dem Berliner-Standort gibt es eines in Magdeburg, laufend Kosten. Daher ist es nicht verwunderlich, dass Microsoft den Mehraufwand in höhere Preise für Services in der Deutschland Cloud ummünzt, wie wir in diesem Artikel zum Launch von Office 365 Deutschland berichtet haben.

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