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Microsoft kündigt nächstes großes Update für Windows 10 an

Im Herbst wird das nächste große Update für Windows 10 veröffentlicht. Zudem hat Microsoft sein Desktop-Betriebssystem auf ARM-Hardware von Qualcomm gezeigt. Nicht zuletzt setzt das Unternehmen auf "Mixed Reality".
Von mit Material von dpa
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Microsoft will mit neuen Werkzeugen für Entwickler sein Betriebssystem Windows 10 weiter zu einer universellen Plattform ausbauen. Im Mittelpunkt der Entwickler-Konferenz Build in Seattle standen am Donnerstag Werkzeuge und Funktionen, die eine nahtlose Nutzung von Dokumenten über verschiedene Geräte erlauben sollen. Dabei soll es künftig egal sein, ob Funktionen oder Dokumente auf Googles Android-System oder Apples iOS gespeichert sind. Das nächste große Update für Windows 10, das für den Herbst geplant ist, soll Entwicklern dafür zahlreiche neue Möglichkeiten eröffnen. Es hat die wenig einfallsreiche Bezeichnung Fall Creators Update.

Den Brückenschlag zu anderen Betriebssystemen unternimmt Microsoft auch über seinen Windows Store: Dort werde zum Ende des Jahres Apples iTunes mit allen gewohnten Funktionen für Windows 10 verfügbar sein, kündigte Microsoft-Manager Terry Myerson an. Windows-Nutzern erhalten damit Zugriff den iTunes Store, auf Apples Musik-Streamingdienst sowie auf Support für ihr iPhone und andere Apple-Geräte. Spannend ist die Verfügbarkeit vor allem für Nutzer des Betriebssystems Windows 10 S, das lediglich die Installation von Programmen aus dem offiziellen Windows Store erlaubt. Bei allen anderen Windows-10-Varianten kann das Tool auch von der Apple-Webseite geladen werden.

Microsoft setzt auf "Mixed Reality"

Windows 10 vor weiterem großen UpdateWindows 10 vor weiterem großen Update Für seine VR-Brille Hololens hat Microsoft mit der kanadischen Künstler-Truppe Cique du Soleil einen prominenten Partner gewonnen. Die Truppe, die mit ihren künstlerischen Artistik-Shows in aller Welt auftritt, nutzt für die Konzeption ihres nächsten Stücks Microsofts Technik der sogenannten "Mixed Reality", in der die reale Umgebung mit dem Einblenden virtueller Komponenten, die sich gestalten und bearbeiten lassen, ergänzt wird. Mit der Technologie könne die Truppe an jedem Ort der Welt das Equipment der Bühne virtuell nutzen, sagte Kreativ-Direktorin Chantal Tremblay. Damit könne viel Zeit und Geld gespart werden.

In dem noch sehr agilen Markt für Lösungen für virtuelle, erweiterte oder gemischte Realität will sich Microsoft einen festen Platz an der Spitze erstreiten. Für eine noch intuitivere Navigation kündigte das Unternehmen am Donnerstag neue Bewegungs-Controller an, mit der sich der Nutzer noch unabhängiger im Raum bewegen kann. Dabei sind die Sensoren zur Bewegungserfassung direkt in das Headset selbst integriert und müssen nicht im Raum installiert werden. Erste Geräte von Acer und HP könnten ab sofort vorbestellt werden, sagte Hololens-Manager Alex Kipman. Zum Weihnachtsgeschäft solle das Headset von Acer inklusive Controller für rund 400 Dollar verfügbar sein. Ein Euro-Preis wurde noch nicht genannt.

Lorraine Bardeen stellte mit "Windows Story Remix" auch eine neue Anwendung für Foto- und Video-Bearbeitung vor, die privaten Anwendern Möglichkeiten bieten soll, die bislang normalerweise Profis vorbehalten waren. Die App ermöglicht zum Beispiel, Video-Clips aus verschiedenen Plattformen und Geräten zusammenzufügen, zu beschriften, mit Spezialeffekten zu garnieren und mit dem Malprogramm "Paint" zu bearbeiten.

Keine Neuigkeiten zu Windows 10 Mobile

Keine Rolle spielte auf der Microsoft Build das Smartphone-Betriebssystem Windows 10 Mobile. Dafür wurde Windows 10 Pro auf ARM-Hardware von Qualcomm präsentiert. Genau das könnte auch die Zukunft für die Mobile-Sparte von Microsoft sein: Smartphones, die auf ARM-Prozessoren basieren und auf denen es möglich ist, die vom Desktop bekannten x86-Anwendungen auszuführen - mit entsprechender Anpassung für die Darstellung auf einem kleinen Display.

Entsprechende Andeutungen machte Microsoft schon im Herbst vergangenen Jahres mit der Absichtsbekundung, das "ultimative mobile Device" herstellen zu wollen. Erst kürzlich hatte der Konzern auch bestätigt, künftig weitere mobile Geräte herzustellen. Diese würden aber nicht wie heutige Smartphones aussehen. Offen bleibt es indes, inwieweit das heute bekannte Windows-10-Mobile-Betriebssystem weiter gepflegt wird.

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