nicht schick, aber nützlich

Outdoor-Handy Mambo 2 von MiaVojo im Test

Geräte sind vergleichsweise teuer, es gibt aber wenig Alternativen
Von Ralf Trautmann / Marleen Frontzeck-Hornke /
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Die Firma MiaVojo, bisher als Marke noch unbekannt auf dem Markt für Mobilfunk-Hardware, hat vor kurzem ein mobiles Endgerät unter dem Namen Mambo 2 sowie eine passende Internet-Plattform präsentiert: Zum einen kommt unter dem Namen "Sport Edition" ein Paket, das sich, naheliegend, an Sportler richtet, zum anderen gibt es die "Personal Edition", die für Kinder sowie Senioren gedacht ist. Dabei handelt es sich bei den enthaltenen Endgeräten zwar um Handys mit Telefoniefunktion via GSM, vergleichbar mit klassischen Mobiltelefonen sind sie indes nicht: Die Mambo 2 genannten Geräte verfügen zum Beispiel weder über eine Zifferntastatur noch über eine Touchscreen-Alternative. Die Kernfunktionalität des Mambo 2 liegt vielmehr in der Positionsbestimmung und der Übermittlung der Daten an MiaVojo. Was das Kinder-/Senioren- bzw. Sportler-Paket zu bieten hat, haben wir jetzt für Sie getestet.

Kombination aus Handy und Internet-Portal

Das Mambo 2 in der Sport- und Personal EditionDas Mambo 2 in der Sport- und Personal Edition Die Grundidee ist nicht neu: Im Mambo 2 wurde ein GPS-Empfänger verbaut, der die aktuelle Position des Gerätes ermittelt und diese über GPRS an das Unternehmen sendet, damit der Nutzer in Folge online darauf zugreifen kann. Via MiaVojo-Weboberfläche sind die Daten dann verfügbar und können je nach Anwendungszweck genutzt werden. Über diese Grundfunktionalität "legt" das Unternehmen die Features für die verschiedenen Nutzungsszenarien, also in der Sport-Edition für Sportler, in der Personal-Edition für Kinder oder Senioren. Übrigens: Da das System also flexibel nutzbar ist, plant MiaVojo schon weitere Editions, zum Beispiel eine "Pet"-Variante für Haustiere.

Optisch nicht schön, muss es aber auch nicht sein

Mambo 2 in der Personal EditionMambo 2 in der Personal Edition Doch zurück zu den aktuellen Geräten: Beim Auspacken zeigt sich das Mambo 2 in den beiden Varianten, die sich äußerlich nur durch die Farbe unterscheiden, zunächst optisch wenig attraktiv und erinnert eher an eine Art Vollplastik-Walkie-Talkie. Zudem gibts hier noch die früher bei mobilen Endgeräten typische Stummelantenne. Da es sich allerdings um ein Outdoor-Handy handeln soll, muss es natürlich auch Wasser oder Stürzen standhalten, so dass andererseits ein Edel-Gehäuse aus gebürstetem Aluminium sicherlich wenig sinnvoll wäre. Zum Ausgehen wünscht man sich indes etwas anderes - das hat offenbar auch MiaVojo erkannt und bewirbt sein Gerät explizit als "Zweithandy". Abgesehen von der Optik ist das Mambo 2 zwar nicht besonders leicht, aber immerhin hinsichtlich der Größe handlich. Die Abdeckklappe für den USB-Anschluss, der zum Laden des Gerätes unverzichtbar ist, lässt sich verhältnismäßig schwer öffnen. Im Zweifel kann man dem Gerät dies positiv als Schutz vor ungewolltem Öffnen und damit "Gefahr" für die USB-Schnittstelle im Outdoor-Einsatz anrechnen. Allerdings sieht die Klappe an den Scharnieren auch nicht besonders stabil aus.

Zubehör gibts indes in der Sport Edition reichlich: So finden sich unter anderem eine Fahrradhalterung, ein Brustgurt zur Pulsmessung und eine Ledertasche im Karton. Zudem gibts wie obligatorisch den passenden Akku und ein Ladegerät.

Ein kleines Manko zeigte sich zudem noch beim Auspacken: Während die Schutzfolie bei unserem Testexemplar der Sport Edition problemlos und ohne Kleberückstände entfernbar war, musste bei der Folie der Personal Edition einiger Kraftaufwand geleistet werden. In der Folge konnten die Kleberückstände nicht einmal mit einem Brillenputztuch vollständig entfernt werden - für ein Neugerät kein guter Anfang. Allerdings kann hier natürlich nicht auf die Gesamtheit der ausgelieferten Modelle geschlossen werden.

Nach dem Einschalten: Spärliche, aber durchdachte Menüführung

Der Start des Gerätes ist nur mit einer SIM mit deaktivierter PIN-Abfrage möglich. Das ist natürlich für wenig Technik-affine Kinder und Senioren beim Anschalten von Vorteil, hat aber eben auch seinen Nachteil: Gerade wer eine klassische Vertragskarte nutzt, sollte bei Verlust schnell für eine Sperrung sorgen.

Hat das Gerät sein System gebootet, erwartet den Nutzer bei der Sport Edition eine spärlich gestaltete, aber durchaus sinnvolle deutschsprachige Menüführung. Eine Symbolleiste am oberen Displayrand gliedert die Funktionen in übersichtliche Kategorien, die Unterpunkte sind in der Bezeichnung knapp gehalten, erschließen sich aber weitgehend nach kurzer Einarbeitungszeit. Der GPS-Empfänger funktioniert problemlos.

Bei der Personal Edition erwartet den Nutzer dagegen eine einfach(st)e Übersicht bestehend aus GSM-, Batterie-, GPS- und GPRS-Status. Von einem gut und logisch gegliederten Menü fehlt hier leider jede Spur, erst durch Nutzung der rechten Taste gelangt der Nutzer zu den Einträgen, die über die Online-Plattform verwaltet werden.

Die Steuerung über den frei beweglichen Navigationsknopf (in beiden Varianten) ist nett gedacht, aber gewöhnungsbedürftig, weil zwar die links-rechts-ober-unten-Navigation problemlos funktioniert, der Druck auf den Knopf zur Auswahl eines Menüpunktes aber sehr ungenau ist. Hier zeigt sich in der Folge ein weiteres Manko der Steuerung: Wenn ein Menüpunkt angewählt wurde und das Gerät "arbeitet", wird dies dem Nutzer nicht zur Kenntnis gebracht. Klingt wie eine Kleinigkeit, ist aber auf Dauer nervtötend, da eben durch den ungenauen Steuer-Knopf oft unklar ist, ob das Gerät den jeweiligen Wahl-Wunsch auch wahrgenommen hat.

Die Qualität der Darstellung auf dem Bildschirm ist in Ordnung und in den meisten Fällen gut erkennbar, bei Sonne indes spiegelt das Display und kann bei Radtouren die Sicht auf die gewünschten Sport-Daten wie Puls und die zurückgelegte Strecke einschränken.

Akku-Leistung problematisch

Wenig überzeugen konnte indes der Akku. Nicht so sehr im laufenden Betrieb, da das Mambo 2 dank kontinuierlicher Datensendung (auf Wunsch schon alle 20 Sekunden, wählbar auch im 5-Minuten-Takt) hier natürlich viel Energie frisst und entsprechend keine tagelange Standby-Zeit bieten kann (da es eben Standby auch ohne Telefonie hier quasi nicht gibt). Aber auch wenn es ausgeschaltet ist, entlädt sich zumindest unser Testexemplar relativ zügig, und das darf eigentlich nicht sein.

Doch das Mambo 2 ist quasi nichts ohne die MiaVojo-Internet-Plattform und daher an diese gekoppelt: Welche Funktionen nützlich sind und welche überflüssig, erfahren Sie auf der Seite 2.

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