Datensammeln

Autonomes Fahren: Mercedes weitet Datensammeln aus

Autonomes Fahren kann nur so gut sein, wie das zugrunde liegende Datenmodell und die auswertende Software. Daher will Mercedes das Fahrverhalten verschiedenster Regionen untersuchen und sammelt daher nun verstärkt Daten.
Von mit Material von dpa
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Autonomes Fahren - MercedesMercedes hat ambitionierte Pläne für autonomes Fahren und braucht dazu Daten Mercedes will in den kommenden Monaten Erfahrungen für künftige Roboterwagen neben Deutschland auch in China, Australien, Südafrika und den USA sammeln. Das Ziel sei, in den einzelnen Märkten die unterschiedlichsten Fahr­situationen zu erleben, sagte Daimler-Manager Michael Hafner auf der IAA in Frankfurt. Dabei wolle man die Grenzen des Systems austesten und landes­spezifische Fahrmanöver kennen­lernen. Die Wagen der S-Klasse sind dafür mit Messtechnik ausgerüstet. Die Erkenntnisse sollen in die Entwicklung der Technologie zum autonomen Fahren einfließen.

Hafner bekräftigte, dass Mercedes in "drei bis vier Jahren" vollständig autonom fahrende Robo­taxis im Stadt­verkehr starten wolle. Dabei gehe es nicht um den Einsatz in einer abgesicherten Umgebung mit wenig anderen Verkehrs­teilnehmern: "Das Ziel ist ganz klar, das im normalen Misch­verkehr betreiben zu können."

Die im Daimler-Vorstand für Integrität und Recht verantwortliche Managerin Renata Jungo Brüngger betonte den Bedarf an einer Angleichung des Regel­werks zum autonomen Fahren in verschiedenen Ländern. "Wenn sie neue Technologie auf die Straße bringen wollen, dann brauchen sie einen rechtlichen Rahmen dafür und Rechts­sicherheit." Derzeit sei Deutschland zwar ein Vorreiter, aber zum Beispiel in Frankreich dürfe man sich am Steuer auch in einem selbst­fahrenden Auto nicht mit anderen Dingen beschäftigen und müsse in der Schweiz sogar die Hände die ganze Zeit auf dem Lenkrad halten.

Technik und Datenschutz

Konkrete Details dazu, in welchem Umfang und was für Daten Mercedes bei den Test­fahrten sammelt, nannte Hafner nicht. Daher lässt sich lediglich darüber spekulieren, was aufgezeichnet und später ausgewertet wird. Dazu gehören sicherlich das Verhalten zum Beschleunigen des Fahrzeugs, Ausweich- und Überholmanöver sowie das Verhalten in Stress­situationen. Aber auch landestypische Dinge dürften auf der Agenda zum Daten­sammeln liegen. Unklar ist auch, ob die Daten anonymisiert gesammelt werden oder nicht.

Ein gutes Beispiel dafür lieferte Tesla mit seiner Autopilot-Software im vergangenen Jahr, als das Bundes­kraftfahrzeug­amt ein Verbot des Model S von Tesla empfahl. Grund war, dass die Software zum autonomen Fahren nicht für den deutschen Straßen­verkehr geeignet war. Konkret kam die Software nicht mit gelben Fahrbahn­markierungen in Baustellen zurecht und auch bei Überhol­manövern gab es erhebliche Mängel. Immerhin sei die Technik auf maximal gut 72 km/h ausgelegt, da in den USA allgemein ein Tempolimit herrscht. Für deutsche Autobahnen ohne Tempolimit ist die Sichtweite der Kamera für Überhol­manöver mit etwa 40 Meter einfach viel zu gering.

In einer weiteren Meldung lesen Sie, wo in Deutschland schon jetzt eine Test­strecke für autonomes Fahren vorhanden ist.

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