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MeeGo: Apps und EIN Betriebssystem für alle

Von Steffen Herget
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Mit der Vorstellung ihres neuen Systems MeeGo haben Nokia und Intel definitiv ein Ausrufezeichen gesetzt auf dem Mobile World Congress in Barcelona. Das Linux-Betriebssystem soll Plattform-übergreifend auf allen möglichen verschiedenen Geräten laufen, und noch dazu komplett quelloffen sein. Im Kern des neuen Systems werden vor allem die beiden Appstores der Technologie-Partner stehen, der Ovi-Store von Nokia und Intels kürzlich erst eröffneter Appup-Center, der Apps endlich auch auf Netbooks bringen soll.

Entwickler sollen zusammenkommen

MeeGo Intel Nokia Linux Betriebssystem Apps Ovi Appup Für Entwickler soll es keine Rolle mehr spielen, für welches Endgerät die Apps entwickelt werden. Letzten Endes soll im Idealfall alles auf Netbook, Smartphone oder sogar dem Internet-fähigen Fernseher lauffähig sein, zumindest aber auf die gleiche Weise programmiert werden können. Dazu stellen Intel und Nokia auf der offiziellen Homepage sogar eine Anleitung für künftige Programmierer vor, mit der ein "Hallo Welt!"-Programm in einfachen Schritten geschrieben werden kann. In der MeeGo Garage können die Apps auch ein Zuhause finden, in der Community sollen rege Diskussionen stattfinden und den Unkundigen Hilfe gegeben werden. In zwei Videos erläutern die Macher hinter MeeGo ihr neuestes Pferd im Stall. Valtteri Halla, Technischer Direktor für Maemo-Geräte bei Nokia, und Imad Sousou, Director des Intel Open Source Technology Center, erklären, dass es sich bei MeeGo um "state of the art Linux" und "true open source" handele, also tatsächlich alle Quellen frei seien. Neben Multitasking sollen auch ein schneller Boot-Vorgang und ein gutes Power-Management gegeben sein. Das sind allerdings selbstverständlich Punkte, die im Grunde jedes moderne Betriebssystem aufzuweisen hat. Generell soll MeeGo ein einziges Betriebssystem für eine Menge unterschiedlicher Geräte werden, um den Nutzern den höchsten Komfort zu bieten.

In einem zweiten Video nehmen Intels Vize-Präsident Doug Fisher und Ari Jaaksi, die Nummer Zwei bei Nokia, Stellung zu dem Projekt. Dabei wird noch einmal der definitive Start von ersten Geräten im laufenden Jahr bestätigt und weiterhin der Grundgedanke der Zusammenarbeit verschiedener Entwickler, Plattformen und - vor allem mit Nokia und Intel - auch Unternehmen herausgestrichen.

MeeGo hat eine Chance verdient

Ingesamt erscheint der Ansatz von MeeGo durchaus gelungen und verständlich, wobei natürlich die Grundidee, Linux auf mobile Geräte zu bringen, nun wahrlich alles andere als neu ist. Zig Linux-Distributionen gibt es für Netbooks und andere Computer, und auch Handy-Betriebssysteme sind einige vorhanden. Das ist aber natürlich genau der Punkt: die beiden großen Unternehmen wollen der Zersplitterung etwas entgegen setzen und ihre Linux-Versionen Maemo und Moblin verschmelzen lassen, um mit einem gemeinsamen System mehr Durchdringung im Markt zu erreichen. Vor allem die große Marktmacht und riesige Zahl von Endgeräten, die Nokia und Intel aufzuweisen haben, ist ein enormer Trumpf für das Projekt. Ein Konkurrent für MeeGo dürfte in jedem Fall Google Android, dass sich durch den Einsatz auf Tablets und sogar Netbooks ebenfalls zum Universal-Betriebssystem mausert. Stehen und Fallen wir MeeGo in jedem Fall durch die Beteiligung der Entwickler und der Open-Source-Gemeinde. Nimmt die das neue System an, kann es durchaus einigen Erfolg haben.

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