Netzbetrieb

Media Broadcast trennt sich vom UKW-Sendernetzbetrieb

Media Broadcast will sich Mitte kommenden Jahres von seinen UKW-Sendern und den dazu gehörenden Antennen trennen. Bestehende Verträge sollen wie geplant erfüllt werden.
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Media Broadcast trennt sich von UKW-GeschäftMedia Broadcast trennt sich von UKW-Geschäft Wie berichtet hat die Bundesnetzagentur der Media Broadcast vorläufig untersagt, von einigen Radioveranstaltern neue Entgelte für die Übertragung ihrer Programme über UKW-Sendeanlagen zu verlangen. Die Programmanbieter haben in der Ankündigung des Netzbetreibers einen Verstoß gegen fairen Wettbewerb gesehen.

Die Reaktion von Media Broadcast ließ nicht lange auf sich warten. So teilte das Unternehmen jetzt mit, seine Geschäftsfelder "im Hinblick auf die Herausforderungen der Digitalisierung und ihre zukünftigen Erträge" analysiert und neu bewertet zu haben. So habe der Netzbetreiber beschlossen, sich in Zukunft auf digitale Wachstumsfelder und Serviceleistungen zu konzentrieren.

Sprich: Media Broadcast setzt verstärkt auf digitalen Hörfunk über DAB+ sowie das digitale Fernsehen über DVB-T2 HD. Im TV-Bereich ist die Digitalisierung abseits der Kabelnetze allerdings ohnehin bereits abgeschlossen. Allerdings wird zum 29. März das bisherige DVB-T-Angebot durch DVB-T2 abgelöst. So werden öffentlich-rechtliche und private Programme auch in HD-Qualität übertragen. Die kommerziellen Anbieter senden dabei im kostenpflichtigen Paket von freenet TV, das von dem Konzern betrieben wird, der auch Eigentümer von Media Broadcast ist.

Aus für UKW-Netzbetrieb zum 30. Juni 2018

Derzeit ist Media Broadcast allerdings im UKW-Netzbetrieb ein Schwergewicht. Das soll sich nun ändern, wie der Konzern beschlossen hat. Zum 30. Juni kommenden Jahres will Media Broadcast sich nach eigenen Angaben von seinen analogen UKW-Sendern und den dazu gehörenden Antennenanlagen trennen. Für die Hörer der betroffenen Programme soll sich nichts ändern. Alle Programme seien wie bisher zu empfangen.

Wolfgang Breuer, CEO der Media Broadcast, sagt zu diesem Schritt: "In Zukunft werden wir gemeinsam mit unserer Eigentümerin, der freenet Group, eine klare Digital-Strategie verfolgen. Hierzu gehören insbesondere die Wachstumsfelder DVB-T2 HD und DAB+ als digitale Technologien zur TV- und Radio-Verbreitung. Wir werden auch nach der Trennung von unseren UKW-Infrastrukturen weiter Serviceleistungen im Bereich von Sendertechnik, Antennenwartung und Netzdienstleistungen anbieten. Somit bleiben wir für unsere Kunden auf allen Geschäftsfeldern ein verlässlicher Partner. Bestehende Verträge mit Sendern werden wir natürlich erfüllen."

Infrastruktur wird Nutzern zum Kauf angeboten

Ein störungs- und unterbrechungsfreier Sendernetzbetrieb sowie ein reibungsloser Übergang habe höchste Priorität für Media Broadcast. Daher wolle das Unternehmen in den nächsten Wochen mit allen Nutzern der UKW-Antennen und -Sender sprechen, die daran interessiert sind, diese zu übernehmen. Wird dies von den Programmanbietern nicht gewünscht, so will der Netzbetreiber die Infrastruktur in der zweiten Jahreshälfte 2017 in einer offenen Auktion mit einem Mindeststartpreis anbieten. Nach dem Verfahren nicht mehr benötigte UKW-Antennen und -Sender werden abgebaut.

Das Unternehmen, das einst zur Deutschen Telekom gehörte und zwischenzeitlich zur französischen TDF gehörte, teile ferner mit, bereits in der Vergangenheit von "verschiedenen Seiten" angesprochen worden zu sein, ob ein Interesse am Verkauf der UKW-Infrastruktur bestehe. Daher gehe die Firma davon aus, dass es genügend Interessenten für die Sendeanlagen und Antennen gibt.

Eine Einschätzung, was dieser Schritt für die Radiolandschaft in Deutschland bedeutet, lesen Sie in einer weiteren Meldung.

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