Glasfaser

Schnelles Internet: Nur begrenztes Interesse der Kunden

In Mecklenburg-Vorpommern wird der Glasfaserausbau mit staatlich geförderten Mitteln vorangetrieben. Aber maximal die Hälfte der Haushalte zeigt Interesse.
Von dpa /
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Stell dir vor, es gibt Glasfaseranschlüsse, aber kaum jemand interessiert es. In Mecklenburg-Vorpommern ist das die Realität.Stell dir vor, es gibt Glasfaseranschlüsse, aber kaum jemand interessiert es. In Mecklenburg-Vorpommern ist das die Realität. Das Interesse der Verbraucher am schnellen Internet hält sich bisher in Grenzen. In den Landkreisen in Mecklenburg-Vorpommern, in denen bereits mit dem geförderten Breitband-Ausbau begonnen wurde, zeigt sich bislang höchstens die Hälfte der potenziellen Kunden bereit, für das schnelle Internet zu zahlen, wie aus Angaben des zuständigen Bauministeriums in Schwerin hervorgeht.

Regional nur 23 Prozent Vertragsabschlüsse

Am größten ist das Interesse im Landkreis Ludwigslust-Parchim: Dort können nach Abschluss der Arbeiten in drei Projektgebieten 11356 Haushalte und Unternehmen mit schnellem Internet versorgt werden, wie es hieß. Hausanschlussverträge haben davon bislang rund die Hälfte abgeschlossen.

Im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte wurden den Angaben zufolge bisher in einem Projektgebiet Hausanschlussverträge abgeschlossen. "Von insgesamt 2828 Haushalten und Unternehmen, die profitieren könnten, haben bislang rund 23 Prozent das Angebot angenommen", so das Ministerium. Auf der Insel Rügen seien zunächst in einem Projektgebiet Hausanschlussverträge unterzeichnet worden - dort hätten sich rund 34 Prozent dafür entschieden.

Für die Landkreise Vorpommern-Greifswald und Nordwestmecklenburg, wo erst kürzlich mit dem Breitbandausbau begonnen wurde, und für den Landkreis Rostock liegen dem Ministerium noch keine Daten zur Anschlussbereitschaft der Kunden vor. Im Landkreis Rostock soll der Startschuss für den Glasfaserausbau heute in Tessin fallen.

Bundesweit ebenfalls enttäuschendes Echo

Auch bundesweit ist das Interesse verhalten. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) zeigte sich vor einer Woche beim ersten Spatenstich für Glasfaser auf der Insel Poel (Landkreis Nordwestmecklenburg) darüber enttäuscht. Bisher greife in den Gebieten mit gefördertem schnellem Internet im Schnitt nur ein Drittel der privaten Haushalte auf das Angebot zu, sagte er. Sein Appell: "Liebe Bürger, wenn wir euch schon mit großen Förderanstrengungen die Gigabit-Gesellschaft vor das Haus bringen, dann müsst ihr das auch nutzen."

Kosten als Hemmnis?

Ein Grund für die Zurückhaltung könnten die Preise sein: So verlangt die Wemacom Breitband GmbH im Landkreis Ludwigslust-Parchim für einen Hausanschluss bis zu 2499 Euro. Monatlich werden für schnelles Internet mit 50 MBit pro Sekunde 40 Euro fällig, bei 100 MBit pro Sekunde 45 Euro. Telefon kommt extra.

Mecklenburg-Vorpommern ist übrigens nicht die einzige Region Deutschlands, die auf schnelles Internet setzt. Auch in Rheinland-Pfalz hat man ehrgeizige Pläne.

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