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Spam-Welle droht: 33 Millionen E-Mail-Adressen zu verkaufen

Droht eine neue Spam-Welle? Im Internet werden momentan immerhin 33 Millionen Mail-Adressen zum Kauf angeboten. Und auch Attacken aufs Online-Banking nehmen zu - wir haben alle Details.
Von dpa /
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Experten befürchten eine Welle von Spam-E-Mails: Einem Medienbericht zufolge bieten Unbekannte 33 Millionen E-Mail-Adressen für 800 Euro pro eine Million Adressen zum Kauf an. Die Adressen stammten von größeren Providern wie GMX, Web.de, Yahoo, Google Mail und der Telekom, berichtete der Branchendienst Heise Security heute. Gut sechs Millionen Adressen hätten eine .de-Domain von kleinereren Anbietern. Mehrere Leser hätten Heise entsprechende Mails zugespielt, hieß es.

Anders als in dem im Januar bekanntgewordenen millionenfachen Datendiebstahl stehen demnach aber keine Passwörter zum Verkauf. Die Experten gehen davon aus, dass die Adressen für die Verbreitung von unerwünschten Werbe-Botschaften oder anderen Spam-Mails genutzt werden dürften. Im Januar waren Ermittler auf 16 Millionen geklauter Mail-Adressen samt Passwörtern gestoßen, auch im April gab es einen derartigen Fall.

Doch der Mail-Anbieter GMX geht "nach jetzigem Kenntnisstand davon aus, dass die E-Mail-Adressen nicht echt sind", erklärte ein Sprecher. Auf seiner Webseite warnte der Anbieter Kunden davor, auf die Mails zu antworten. "Dadurch bestätigen Nutzer ihre E-Mail-Adresse, was sehr wahrscheinlich dazu führt, dass das Postfach künftig mit Spam-Mails bombardiert wird." Hinter den angeblich gestohlenen Mail-Adressen steckt also möglicherweise ein billiger Trick, um an echte, benutzte E-Mail-Adressen zu gelangen.

Die Nachrichten enthielten keinen Schadcode, würden aber nach Erkenntnissen von GMX von Rechnern aus verschickt, die Teil eines Botnetzes sind. So bezeichnet man gekaperte Computer, die von Kriminellen ferngesteuert werden, etwa zum Versenden ungewollter E-Mail-Nachrichten. Die Masche könnte vielen Nutzern glaubhaft erscheinen.

Attacken aufs Online-Banking um 19 Prozent gestiegen

33 Millionen E-Mail-Adressen zu verkaufenSpam-Welle droht: 33 Millionen E-Mail-Adressen zu verkaufen Doch auch an anderer Stelle droht Ungemach: Die Zahl der betrügerischen Angriffe auf das Online-Banking mit Hilfe gestohlener Zugangsdaten ist nach Angaben des Bundeskriminalamts (BKA) im vergangenen Jahr um fast ein Fünftel gestiegen. Solche Phishing-Fälle nahmen im vergangenen Jahr um 19,2 Prozent auf 4 100 zu, wie BKA-Präsident Jörg Ziercke am Montag in Karlsruhe mitteilte. Die bisher höchste Zahl von Angriffen wurde 2011 mit 6 422 registriert.

"Die Täterseite hat sich auf die Einführung des mTAN-Verfahrens eingestellt", sagte Ziercke zum Auftakt eines Forums für Cybersicherheit im Rahmen des Deutschen Präventionstages in Karlsruhe. Beim mTAN-Verfahren wird eine Transaktionsnummer als Einmalpasswort per SMS auf das Mobiltelefon des Bankkunden geschickt. Angriffsziele seien inzwischen vor allem Handys, wobei Smartphones mit veralteten Versionen des Betriebssystems Android besonders gefährdet seien.

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