Internet-Fernsehen

Zattoo-Konkurrent Magine im Test: TV per Internet mit Pause und Zurückspulen

Magine erlaubt Fernsehen mit vielen deutschen Sendern per Internet-Streaming. Der Zattoo-Herausforderer kommt momentan nach Deutschland und wir hatten die Möglichkeit, den Service, der auch Pause und Zurückspulen bietet, zu testen.

Wie schon erwähnt kann Magine auch auf Apple-Geräten genutzt werden, hierzu ist selbstverständlich keine Plugin-Installation notwendig. Auch in der App, die wir auf einem iPad getestet haben, gibt es eine Zeitleiste wie beim Webplayer. Pausieren und Zurückspulen funktionierte wie im Browser nur bei einigen Sendern. Bezüglich der Bild- und Tonqualität erlebten wir dasselbe wie beim Webplayer: Der Stream startete sofort und schaltete nach etwa 10 Sekunden in die hohe Wiedergabequalität. Ansonsten war die iOS-App genauso bequem zu bedienen wie die Internet-Wiedergabe. Vom Layout her erinnert in der App vieles an Zattoo.

Startbildschirm der Smart-TV-App Startbildschirm der Smart-TV-App
Bild: teltarif.de / Alexander Kuch
Der einzige Smart-TV-Hersteller, der momentan eine App für Magine anbietet, ist Samsung. Nach der Installation auf unserem internetfähigen Fernseher konnten wir uns allerdings nicht direkt einloggen. Denn die App fordert den Nutzer zuerst auf, sein Smartphone mit dem Fernseher zu koppeln. Die Fernseh-App geht davon aus, dass der Nutzer unbedingt sein Telefon als Fernbedienung nutzen will, dazu müssen beide Geräte im selben WLAN eingebucht sein. Auf dem Smartphone muss interessanterweise aber keine App installiert werden.

Tastenbelegung der klassischen TV-Fernbedienung von Samsung Tastenbelegung der klassischen TV-Fernbedienung von Samsung
Bild: teltarif.de / Alexander Kuch
Denn die Fernbedienung läuft im Smartphone-Browser. Der Nutzer muss dazu magine.com/remote im Browser eingeben. Nach dem Tipp auf "Gerät hinzufügen" muss der auf dem TV-Bildschirm angezeigte Code zur Koppelung eingegeben werden. Mit einem Android-Smartphone funktionierte dies im Test problemlos, die anschließende Steuerung war aber störanfällig.

Smartphone-Fernbedienung mit Tasten - besser als mit Wischgesten Smartphone-Fernbedienung mit Tasten - besser als mit Wischgesten
Bild: Magine / Screenshot: teltarif.de
In der Browser-Fernsehsteuerung kann der Nutzer umschalten zwischen Wischgesten und einer Button-Fernbedienung, wobei in unserem Test die Wischgesten gar nicht zum Fernseher übertragen wurden. Die im Browser abgebildeten Fernbedienungstasten funktionierten schon besser, hatten aber eine langsame Reaktionszeit. Schließlich entdeckten wir, dass die klassische TV-Fernbedienung unseres Samsung-Fernsehers auch funktionierte und die Magine-App am besten steuerte. Zum momentanen Zeitpunkt halten wir die Smartphone-Steuerung also für entbehrlich.

Fazit: Ernstzunehmender Zattoo-Konkurrent mit Wachstumspotenzial

Abschluss-Bildschirm der Erstregistration Abschluss-Bildschirm der Erstregistration
Screenshot: teltarif.de
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Magine definitiv das Zeug dazu hat, ein ernsthafter Zattoo-Konkurrent zu werden. Bild- und Tonqualität sind für einen Internet-Stream schon jetzt akzeptabel und die Bedienung ist auf vielen Plattformen flüssig und intuitiv. Die nächste Hauptaufgabe dürfte die Fertigstellung der Android-App sein.

Richtig interessant wird der Dienst aber erst dann, wenn Sonderfunktionen wie Pausieren und Zurückspulen und später vielleicht auch Aufnahme und zeitversetztes Fernsehen bei allen Sendern funktionieren. Doch hier darf man nicht Magine den Schwarzen Peter zuschieben - da müssen sich die deutschen TV-Sender, vor allem die gebührenfinanzierten, endlich einmal etwas mehr aufs Internet-Zeitalter zubewegen.

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