Internet-Fernsehen

Zattoo-Konkurrent Magine im Test: TV per Internet mit Pause und Zurückspulen

Magine erlaubt Fernsehen mit vielen deutschen Sendern per Internet-Streaming. Der Zattoo-Herausforderer kommt momentan nach Deutschland und wir hatten die Möglichkeit, den Service, der auch Pause und Zurückspulen bietet, zu testen.

Momentan gibt es drei Möglichkeiten, auf den Service von Magine zuzugreifen: Per Webbrowser, über eine iOS-App und über eine Anwendung für Smart-TVs von Samsung. Wir haben alle drei Möglichkeiten getestet. Eine Android-App ist noch nicht verfügbar, befindet sich aber in der Entwicklung. Wer an der Entwicklung teilnehmen möchte, kann hier eine Testversion herunterladen und den Programmierern Feedback geben.

In Deutschland überträgt Magine momentan 34 Sender In Deutschland überträgt Magine momentan 34 Sender
Screenshot: teltarif.de
Ein technischer Umstand dürfte bei vielen Magine-Nutzern allerdings für Unmut sorgen. Denn für die Wiedergabe im Browser ist ein DRM-Plugin erforderlich. Dieses nennt sich "Widevine Media Optimizer" und stammt von einem Google-Tochterunternehmen. Normalerweise wird dieses Plugin von Premium-TV-Anbietern genutzt, um unberechtigte Mitschnitte zu verhindern. In Deutschland dürften wohl die Fernsehanstalten auf die Implementierung dieser Sperre hingewirkt haben.

Für die Installation des Plugins muss ein PC ab Windows XP oder ein Intel-Mac ab Mac OS X 10.6 vorhanden sein. Das Plugin gibt es für Chrome, Firefox, Internet Explorer und Safari. Für Linux, ChromeOS oder den Opera-Browser ist das Plugin momentan nicht verfügbar - Nutzer dieser Plattformen bleiben also erst einmal ausgesperrt.

Fernsehen: Pausieren und Zurückspulen, Anforderungen an die Bandbreite

Magine-Senderliste mit Zeitleiste Magine-Senderliste mit Zeitleiste
Bild: Magine / Screenshot: teltarif.de
Magine ist kein reiner Streaming-Anbieter, der einfach nur das deutsche Fernsehprogramm empfängt und ins Internet einspeist. Das schwedische Unternehmen baut zusätzlich eine Cloud-Umgebung auf, um die Sendungen zu speichern. Deutsche Nutzer können momentan allerdings noch keine ganzen Sendungen speichern oder herunterladen - denn da reden die Sender ein gewichtiges Wort mit. Die Cloud-Speicherung wird erst einmal dazu genutzt, dass der Anwender die Wiedergabe pausieren oder zurückspulen kann, um nichts zu versäumen. Platzhirsch Zattoo ist momentan übrigens ebenfalls dabei, eine solche Funktion zu implementieren.

Im Test von Magine per Browser mussten wir allerdings feststellen, dass es aktuell nur bei wenigen Programmen möglich ist, die Wiedergabe zu pausieren oder zurückzuspulen. Denn dazu müssen Zattoo und Magine mit jedem Sender oder jeder Sendergruppe separat verhandeln - und das dauert. Von daher ist mit einem Komplett-Download von Sendungen während der kostenlosen Beta-Phase auch kaum zu rechnen.

Der Magine-Anwender darf mit demselben Account übrigens nur zwei Geräte gleichzeitig verwenden, dabei aber nicht den gleichen Kanal sehen. Die Geschwindigkeit der Internet-Verbindung sollte nach Angaben von Magine mindestens 700 kBit/s betragen, doch für optimale Bild- und Klangqualität empfehlen die Macher eine Geschwindigkeit von 8 MBit/s im Downstream.

Magine ist also - ebenso wie Zattoo - nur nutzbar, wenn der Anwender in ein WLAN eingebucht ist oder eine mobile Datenflat mit hohem Inklusivvolumen gebucht hat, empfehlenswert sind 3 GB bis 5 GB monatlich. Mit GPRS, EDGE und 3G wird das Programm also nur stockend zu empfangen sein - HSPA oder LTE sind für den Empfang außerhalb eines WLANs quasi Pflicht.

Wiedergabequalität bei Ton und Bild mit Zattoo vergleichbar

TV-Wiedergabe-Bildschirm bei Magine TV-Wiedergabe-Bildschirm bei Magine
Bild: Magine / Screenshot: teltarif.de
Im Test empfanden wir die Bild- und Tonqualität prinzipiell als ebenbürtig mit Zattoo. Trotzdem gibt es einen Unterschied: Nach dem Aufrufen eines Senders sind bei Magine Bild und Ton schneller geladen als bei Zattoo. Danach sind die Ton- und Bildqualität für etwa 10 Sekunden relativ schlecht, dann schaltet der Service auf hohe Qualität um. Bei Zattoo dauert das Laden etwas länger, das Programm startet dann allerdings gleich mit hoher Qualität.

Sowohl Zattoo als auch Magine zeigen auf einer Zeitleiste an, wie weit die Sendung bereits fortgeschritten ist. Das ist sinnvoll, wenn der Fernsehzuschauer überlegt, ob es sich überhaupt noch lohnt, in einen Film einzusteigen, wenn dieser nur noch wenige Minuten dauert. Die Zeitleiste ist auch sehr gut geeignet um zu sehen, wann man bei der Sendung auf einem Kanal aussteigen muss, um den Beginn einer Sendung in einem anderen Programm nicht zu verpassen.

Auf der letzten Seite testen wir ausführlich die iOS-App sowie die für Samsung verfügbare Smart-TV-App. Außerdem klären wir, welche TV-Fernbedienung momentan am besten funktioniert.

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