Tablet-Schriftrolle

MagicScroll – Forscher zeigen Tablet in Schriftrollen-Form

Wenn in einigen Jahren jemand vermeintlich mit einer Hantel telefoniert, hat er vielleicht eine MagicScroll am Ohr. Das Tablet-Konstrukt erinnert an altertümliche Schriftrollen.
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Bereits 4000 vor Christus tauchten die ersten Schriftrollen auf, in naher Zukunft könnte dieses Medium in digitaler Form ein Comeback feiern. Das Human Media Lab der kanadischen Queen's University arbeitet nämlich an einem aufrollbarem Tablet. Das Forschungsobjekt hört auf den Namen MagicScroll, also magische Schriftrolle, und verbindet eine altertümliche Handhabung mit neuartiger Technologie. Ein 7,5 Zoll großes flexibles OLED-Display mit 2K-Auflösung ist um einen zylinderförmigen Körper gewickelt und lässt sich bei Bedarf aufrollen. Die Bedienung findet über einen Touchscreen und via Gesten statt.

MagicScroll: Sind Tablet-Schriftrollen die Zukunft?

Messaging mit der Magic Scroll
Messaging mit der Magic Scroll
Dr. Roel Vertegaal und sein Team forschen an Einsatzgebieten für flexible Bildschirme. In Kombination mit einer aus dem 3D-Drucker stammenden Rolle kreierten sie die MagicScroll. Mit zwei drehbaren Rädchen an jedem Ende des zylinderförmigen Konstrukts lässt sich das Display drehen. Somit wird ein unendliches Scrollen, beispielsweise auf Webseiten, ermöglicht. Die MagicScroll im aufgewickelten ZustandDie MagicScroll im aufgewickelten Zustand Auch im zusammengerollten Zustand kann auf dem Touchscreen navigiert werden, sieht der Anwender interessante Informationen, rollt er die Anzeige aus, um mehr vom Inhalt auf einmal zu sehen. „Wir wurden vom Design altertümlicher Schriftrollen inspiriert, weil ihre Form eine natürlichere und störungsfreie Erfahrung bei langen visuellen Zeitlinien ermöglicht.“, erklärt Dr. Vertegaal.

Weitere Ausstattungsmerkmale der MagicScroll

Die MagicScroll im ausgerollten Zustand
Die MagicScroll im ausgerollten Zustand
Im eingebetteten Video ist zu sehen, dass sich die MagicScroll auch für die Telefonie verwenden lässt. Das Teammitglied im Clip gesteht während des Gesprächs „Ja, es ist noch ein bisschen zu groß.“ Der Prototyp des Schriftrollen-Tablets verfügt sogar über eine Kamera. Mit dieser werden allerdings keine Fotos geschossen, sie gewährt eine Gesten-basierte Kontrolle, ähnlich wie die Nintendo Wiimote. Weitere Ideen für den rollbaren Ansatz haben die Wissenschaftler bereits im Hinterkopf. „Wir hoffen, dass wir das Gerät so gestalten können, dass es in so etwas Kleines wie einen Stift passt, den Sie dann in ihrer Hemdtasche transportieren.“, gibt Dr. Vertegaal zu Protokoll. Außerdem seien flexible Bildschirme an wiederbefüllbaren Kaffeetassen, auf denen man seine Bestellung vor der Ankunft am Café aufgeben kann, sowie in Kleidern denkbar.
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