Umdenken

Die Funktionen von Maemo 5 auf dem Nokia N900

Das Handy-Betriebssystem auf Linux-Basis ausprobiert

Nachdem Nokia lange Zeit seine Smartphones mit dem Symbian-Betriebssystem ausgestattet hat, überraschte das Unternehmen in diesem Jahr mit der Ankündigung, auf dem High-End Gerät N900 das Betriebssystem Maemo einzusetzen. Den Verkaufsstart des N900 hat Nokia auf Ende November verschoben. Dieses System wurde von Nokia im Jahr 2005 für das Internet Tablet 770 entwickelt. Die bisherigen Versionen von Maemo waren jedoch nicht für die Telefonie-Nutzung in Mobilfunknetzen vorbereitet, so dass für einen drahtlosen Internetzugang entweder WLAN oder ein geeignetes zusätzliches Mobiltelefon notwendig war.

Grundlegendes rund um Maemo

Nokia N900

Maemo: Homescreen Maemo: Homescreen des N900
Screenshot: Nokia
Maemo basiert auf dem Linux-Derivat Debian, welches auch auf sehr vielen Desktop-PCs zum Einsatz kommt. Nokia hat Maemo 5 jedoch um einen eigenen Desktop erweitert, das sogenannte Qt4 Hildon User Interface. Für Linux/Debian-Linux sind bereits jetzt Tausende von Anwendungen für fast jeden erdenklichen Bereich erhältlich. So können Entwickler problemlos existierende Programme auf Maemo portieren oder auch ganz neue Anwendungen erstellen. Mit Maemo hält ein relativ offenes System im Smartphone-Bereich Einzug, das dem Nutzer viele Möglichkeiten bietet, ohne dass das System dazu gehackt werden muss. Damit ist Maemo auf dem Nokia N900 im Vorteil gegenüber Betriebssystemen wie Android oder webOS. Auch eine bekannteste Beschränkung von Symbian für Entwickler fällt weg, nämlich das Signieren von Anwendungen. Allerdings birgt der Root-Zugang auch gewisse Sicherheitsrisiken, so dass man sich schon etwas mit Linux/Maemo auskennen sollte, bevor man zu tief in das Betriebssystem eingreift.

Bereits ab Werk ist das N900 mit Maemo mit vielen wichtigen Anwendungen ausgestattet. Das Erste, das ein Nutzer sieht, wenn Maemo 5 auf einem Nokia N900 startet, ist einer von insgesamt vier Homescreens. Dabei kann jeder von ihnen mit Verknüpfungen (zum Beispiel zu Kontakten oder Anwendungen) und Widgets bestückt werden. Um zwischen den Homescreens zu wechseln, fährt der Nutzer einfach mit dem Finger über das Display. Weitere Bestandteile des Homescreens sind die Title- und Status-Bar. Die Title-Leiste zeigt standardmäßig an, in welchem Netz das Gerät eingebucht ist, die Status-Bar Informationen zum Batteriestatus, zur Empfangsstärke und zum WLAN-Empfang.

Web-Browser

Hauptmenü unter Maemo Hauptmenü unter Maemo beim N900
Screenshot: Nokia
Der Maemo-Browser basiert auf MicroB, der die Mozilla-Technologie sowie die Gecko-Engine nutzt, so dass Webseiten wie auf dem PC-Bildschirm angezeigt werden. Die Seiten werden dabei automatisch der Screen-Größe des Nokia N900 angepasst, das Layout der Seite an sich bleibt unverändert. Der Browser unterstützt ab Werk Adobe Flash, so dass auch Video-Streams von YouTube ohne Zusatz-Programme abgespielt werden können. Weitere Highlights sind: Die gut gemachte Browser-History, Tabbed Browsing und endlich auch Copy&Paste, um Teile einer Internet-Seite einfach zu kopieren und in eine andere Anwendung einfügen zu können.

Allerdings ist es meist nicht möglich, Add-Ons für Firefox zu installieren, ohne diese auf Maemo zu portieren. Dies wird mit Sicherheit allerdings nur eine Frage der Zeit sein, bis zumindest populäre Add-Ons auf Maemo funktionieren. Google Gears oder Greasemonkey funktionieren schon jetzt mit dem Browser des Nokia N900.

Der in Maemo 5 integrierte E-Mail-Client bietet fast die gleichen Funktionen wie die gängigen Desktop-Clients. Unterstützt werden POP3 und IMAP, wodurch auch Push-Mail möglich ist. Hinzu kommt noch die Unterstützung von HTML-Mails sowie von Microsoft Exchange.

Telefon und Kontakte

Obwohl Telefon und Kontakte eigenständige Applikationen sind, ist die Integration dieser beiden Programme sehr gut gelungen: Beide Programme greifen aufeinander zu. Sobald die Telefon-Anwendung gestartet wird, erhält der Nutzer eine Übersicht über die zuletzt getätigten Telefonate. Über den Menüeintrag "Optionen" erhält er Zugang zum Telefon-Protokoll, den VoIP- oder Instant-Messaging-Einstellungen und zum sogenannten Turning-Control. Hiermit kann der Nutzer einstellen, dass die Telefon-Anwendung gestartet wird, sobald er das Gerät um dessen vertikale Achse dreht. Zu loben ist die nahtlose Integration von VoIP in das System. Unter Maemo 5 macht es keinen Unterschied, ob ein Anruf über das Mobilfunknetz oder über VoIP abgewickelt wird.

Auf der folgenden Seite finden Sie die wichtigsten Funktionen, die bei Maemo bereits intergriert sind.

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